transfermarkt.de

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
transfermarkt.de
www.transfermarkt.de
Registrierung optional
Sprachen Deutsch
Eigentümer Axel Springer SE, Matthias Seidel, e-quadrat
Urheber Matthias Seidel
Erschienen Mai 2000

transfermarkt.de (Eigenschreibweise auch TM.de) ist eine der größten deutschen Webseiten zum Thema Sport, nach kicker.de und der Seite der DFL eines der größten Portale mit dem Schwerpunkt Fußball[1] und zählt laut der IVW zu den 25 am häufigsten besuchten Internetauftritten in Deutschland.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Webseite wurde im Mai 2000 von Matthias Seidel gegründet. Im September 2001 erfolgte die Einführung der Datenbank, die die Daten um Spieler, Trainer und Wettbewerbe umfasst.[3] Stand Februar 2014 umfasst jene Datenbank über 300.000 Fußballspieler, 33.000 Trainer und rund 330 verschiedene Wettbewerbe.[4] Die internationalen Auftritte transfermarkt.at und transfermarkt.ch starteten im November 2007 bzw. Januar 2008.[5] Im September 2008 übernahm der Axel Springer SE mit 51 Prozent die Mehrheit an der Webseite.[6] Weitere fünf Prozent hält die österreichische Agentur e-quadrat, die auch für die Vermarktung der Transfermarkt-Versionen von Österreich und Schweiz zuständig ist. Der bisherige Alleininhaber Seidel behielt 44 Prozent der Anteile. Ab Januar 2009 folgte die englischsprachige Version transfermarkt.co.uk und kurz danach im Februar des Jahres transfermarkt.tv, wo regelmäßig Profis eingeladen werden, Interviews stattfinden und über Fußballpartien diskutiert wird. Schließlich folgte im Juli 2010 die italienische Version transfermarkt.it. Schon im August folgte die Frauenfußball-Plattform soccerdonna.de, die dem Datenbank- und Forenaufbau Transfermarkts in verkleinerter Weise ähnelt. Zwei Monate später wurde die türkische Version transfermarkt.com.tr online gestellt. Außerdem rief Matthias Seidel im November die Ergebnisdienstseite liga-live-dabei.de ins Leben, auf der man unzählige Fußballspiele weltweit im Liveticker verfolgen kann.

Im September 2012 übernahm Transfermarkt das Webportal wahretabelle.de, das Schiedsrichter-Fehlentscheidungen analysiert und auf Basis von selbst erstellten Kriterien eine fiktive Bundesliga-Tabelle erstellt.[7] Im Oktober des gleichen Jahres ging die polnische Version transfermarkt.pl online, gefolgt von der spanischen Version transfermarkt.es im Januar 2013. Im gleichen Monat war Transfermarkt mit 33,7 Millionen Visits erstmals die bestbesuchte deutsche Sportseite.[8] Seit Ende März 2013 wird zudem eine Smartphone-Applikation angeboten, die vorerst aber nur für das Apple-Betriebssystem iOS verfügbar ist.[9] Im Februar 2014 startete das niederländische Format transfermarkt.nl [4], sowie am 1. April 2014 das portugiesische Portal transfermarkt.pt.[10]

Inhalte[Bearbeiten]

Transfermarkt.de veröffentlicht insbesondere Nachrichten zu aktuellen Spielertransfers der internationalen Fußballligen und stellt Informationen über die Vereinshistorie, Einsätze und Leistungsdaten, sowie den sogenannten Marktwert einzelner Spieler bereit. Die veröffentlichten Marktwerte von Fußballspielern sind dabei reine Schätzwerte, die sich aus der Meinung der Internetcommunity des Portals ergeben und auf den öffentlich verfügbaren Informationen über den jeweiligen Spieler beruhen. Diese werden mit der Transfermarkt-Geschäftsführung abgestimmt und publiziert. Zu dieser Community zählen die User des Portals, sowie Moderatoren und „Informations-Scouts“.[5] Die Betreiber geben an, dass versuchte Einflussnahme, etwa von Spielerberatern, auf die Marktwerte nicht zugelassen werde, dennoch ist die Seriosität und Neutralität der Angaben umstritten. So werden etwa die Daten des gesamten Bereichs „Osteuropa“ nur von 30 bis 40 Mitgliedern verifiziert.[11] Obwohl die Marktwerte insbesondere von Publikationen des Verlags Axel Springer SE häufig wie Fakten zitiert werden, handelt es sich um rein fiktive Werte, die vielfach auf unterschiedliche Einschätzungen der Community und Gerüchten beruhen.[11][12][13] Wissenschaftliche Studien bescheinigen den Angaben jedoch eine gute Korrelation mit Vergleichsdaten und nutzen die Daten für Analysen.[14][15] Wissenschaftler haben im Jahr 2012 die geschätzten Marktwerte mit den tatsächlich erzielten Ablösesummen der Spieler, die in diesem Jahr gewechselt waren, miteinander verglichen und konnten dabei feststellen, dass die beiden Werte bei 93 Prozent der Fälle übereinstimmten.[16]

Auf Transfermarkt.de kann jeder Interessierte ein Benutzerkonto eröffnen, welches die Teilnahme an Diskussionen, der Tipprunde und weiteren Inhalten erlaubt. Zudem können registrierte User Korrekturen zu Spielberichten sowie Vereins- und Spielerprofilen abschicken, die dann von den Datenscouts kontrolliert werden.

Begleitende Publikationen[Bearbeiten]

Am 17. September 2009 erschien zum ersten Mal ein gedrucktes Saisonheft zur Fußball-Bundesliga Saison 2009/2010.[17] Mit dem Transfermarkt-WM-Heft 2010, dem Transfermarkt EM-Heft 2012 und den Transfermarkt-Saisonheften 2010/2011, 2011/2012, 2012/2013 sowie 2013/2014 folgten sechs weitere Print-Publikationen.[18][19] Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 erschien im April 2014 mit dem Transfermarkt-WM-Heft 2014 das insgesamt achte publizierte Heft.[20]

Kritik[Bearbeiten]

Am 19. Mai 2014 fand ein Relaunch auf die sogenannte Version 4 statt. Im Verlauf dieses Updates gab es sowohl servertechnische als auch datenrechtliche Probleme, da während einer unbestimmten Zeit private Daten für andere Nutzer sichtbar waren.[21] Die Seite war 48 Stunden lang nur sehr beschränkt nutzbar, und auf Facebook tobte ein Shitstorm, welcher durch unzureichende Kommunikation seitens der Betreiber verstärkt wurde.[22] Größte Kritikpunkte der User waren einerseits das unübersichtliche, neue Design als auch die humorvoll gemeinte Art, mit welcher auf Kritiker bei Facebook reagiert wurde. In der Folge entschuldigte Transfermarkt.de sich öffentlich für die Vorkommnisse und Probleme, die der Relaunch verursacht hat.[23]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung: AGOF - Angebotsranking
  2. Online-IVW: Sport gewinnt, News verliert. Meedia, 8. September 2010
  3. Die Statistik-Paten Ballesterer, 8. Mai 2008
  4. a b Transfermarkt.nl: Niederländische TM-Version ab jetzt online. 02elf, 10. Februar 2014
  5. a b Everything you ever wanted to know about football. wien international, 7. Mai 2008
  6. Axel Springer AG: Axel Springer übernimmt Mehrheit an Deutschlands größter Fußball-Community
  7. Wahretabelle.de jetzt von TM.de vom 20. September 2012, abgerufen am 17. Februar 2013
  8. TM.de: Top-Sportseite im Januar vom 8. Februar 2013, abgerufen am 17. Februar 2012
  9. Transfermarkt-App ab sofort gratis im App Store erhältlich vom 27. März 2013, abgerufen am 16. April 2013
  10. Transfermarkt.de Neue TM-Version in Portugal
  11. a b Manipulierter Marktwert. Die Zeit, 10. Dezember 2009
  12. Der Preis des Erfolgs. Spielertransfers in der Bundesliga. Feature des Deutschlandfunks, 20. August 2010
  13. Bundesliga-Transfers - Magie des Pinkepinke-Plans. Der Spiegel, 6. August 2010
  14. Alex Bryson, Bernd Frick and Rob Simmons: The Returns to Scarce Talent: Footedness and Player Remuneration in European Soccer (PDF; 226 kB). CEP Discussion Paper, No. 948, September 2009
  15. Egon Franck, Stephan Nuesch: Talent and/or Popularity: What Does it Take to Be a Superstar?. Institute for Strategy and Business Economics (ISU), Chair of Strategic Management and Business Policy, Universität Zürich
  16. Marktwert der WM-Teilnehmer: Deutschland im Finale!. Der Spiegel, 6. Juni 2014
  17. Werben & Verkaufen: Transfermarkt.de kommt als Zeitschrift
  18. Meedia: Dritter Papier-Ableger des Online-Portals erschienen - Transfermarkt.de: das bessere Sonderheft
  19. Yahoo: Transfermarkt-Saisonheft 2011/2012 ab Dienstag im Handel
  20. Transfermarkt.de: WM-Heft jetzt im Handel
  21. Daten-Leck bei Transfermarkt.de
  22. watson.ch: Am Montag lancierte «Transfermarkt» seine neue Website. Dabei ging schief, was schief gehen konnte, aufgerufen am 21. Mai 2014
  23. Transfermarkt sagt Entschuldigung

Weblinks[Bearbeiten]