Gemeiner Wert

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Der gemeine Wert ist

  • ein Verkaufswert,
  • der Preis, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach der Beschaffenheit des Wirtschaftsgutes bei einer Veräußerung zu erzielen wäre,
  • ein Bruttowert (beinhaltet die Mehrwertsteuer).

Deutschland[Bearbeiten]

Der gemeine Wert (§ 9 Bewertungsgesetz (BewG)) wird durch den Preis bestimmt, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach der Beschaffenheit des Wirtschaftsgutes bei einer Veräußerung zu erzielen wäre. Dabei sind alle Umstände, die den Preis beeinflussen, zu berücksichtigen. Ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse sind nicht zu berücksichtigen. Der gemeine Wert ist ein Bruttowert. Er beinhaltet auch die Umsatzsteuer (vgl. u. a. A 153 Abs. 4 Satz 3 UStR 2005, Völkel/Karg, Umsatzsteuer, Stuttgart 2007).

Österreich[Bearbeiten]

Der Begriff gemeiner Wert deckt sich in Österreich mit dem Sprachgebrauch in Deutschland und ist im österreichischen Bewertungsgesetz geregelt.[1]

Während bei Ermittlung des Teilwertes die Wiederbeschaffungskosten (VwGH 20. Oktober 1971, 1055/69, das von einem Beschaffungsmarkt ausgeht) im Vordergrund stehen, ergibt sich der gemeine Wert aus einem Marktwert ohne Zusammenhang mit einem Betrieb und entspricht dem Liquidationswert bei Einzelveräußerung (VwGH 6. März 1989, 86/15/0109). Der gemeine Wert ist ein Verkaufswert und schließt die Anschaffungsnebenkosten nicht mit ein, während der Teilwert diese beinhaltet (VwGH 29. April 1992, 90/13/0031). Ungewöhnliche und persönliche Verhältnisse sind bei Ermittlung des gemeinen Wertes auszuschalten (§ 10 Abs. 2 und 3 BewG 1955). Der gemeine Wert beinhaltet auch die Umsatzsteuer.

Siehe auch[Bearbeiten]

Zeitwert, Wiederbeschaffungswert, Liebhaberwert, Restwert, Versicherungswert, Minderwert, Mehrwert, Schrottwert, Höchstwertprinzip,Niederstwertprinzip, Geschäfts- oder Firmenwert, Neuwert, Sachwert, Ertragswert, Tauschwert, Beleihungswert, Buchwert, Zwischenwert, Substanzwert, Unternehmenswert, Repartitionswert, Wertminderung

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. § 10 Bewertungsgesetz 1955, Jusline