Fußball-Europameisterschaft 2016
| UEFA-Fußball-Europameisterschaft 2016 | |
|---|---|
| UEFA EURO 2016 | |
Logo der Kandidatur |
|
| Anzahl Nationen | 24[1] (von voraussichtlich 53 Bewerbern) |
| Austragungsort | Frankreich |
| Eröffnungsspiel | 10. Juni 2016 |
| Endspiel | 10. Juli 2016 |
| Spiele | 51 |
Die 15. Fußball-Europameisterschaft 2016 (UEFA EURO 2016) der Männer wird vom 10. Juni bis zum 10. Juli 2016[2] in Frankreich stattfinden. Dies hat das UEFA-Exekutivkomitee am 28. Mai 2010 bekanntgegeben. Wie nach einer Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees am 25. und 26. September 2008 in Bordeaux bekanntgegeben wurde, wird die EM 2016 erstmals mit 24 (bisher 16) Mannschaften ausgetragen.[3]
Inhaltsverzeichnis |
Vergabe [Bearbeiten]
Für die Fußball-Europameisterschaft 2016 wurde die Bewerbungsprozedur in drei Phasen aufgeteilt.[4] Die Nominierung des Gastgebers fand in der dritten Phase statt.
Ursprünglich hatten sich sieben nationale Fußballverbände mit fünf Bewerbungen um die Austragung der EM-Endrunde 2016 bemüht: Die Verbände von Frankreich, Italien und der Türkei bewarben sich einzeln, Norwegen und Schweden sowie Schottland und Wales hatten jeweils Gemeinschaftsbewerbungen vorgesehen, die jedoch nicht eingereicht wurden.
Am 1. März 2009 wurde bekannt, dass Schottland und Wales auf eine ursprünglich geplante gemeinsame Bewerbung aufgrund der zu hohen Kosten verzichten.[5] Am 9. Dezember 2009 gaben auch Schweden und Norwegen den Verzicht auf ihre gemeinsame Kandidatur bekannt.[6]
Bis zum Bewerbungsschluss am 9. März 2009 hatten folgende Landesverbände ihr Interesse an der Ausrichtung bekundet:
Am 28. Mai 2010 schied Italien in der ersten Abstimmungsrunde aus. In der entscheidenden zweiten Abstimmung am gleichen Tag setzte sich Frankreich denkbar knapp mit 7:6 Stimmen gegen die Türkei durch und wurde als offizieller Austragungsort bestimmt.[10]
Stadionanforderungen [Bearbeiten]
Nachdem beschlossen wurde, dass die Euro 2016 statt bisher 16 nun mit 24 Teams ausgetragen werden soll, bestimmte die UEFA am 11. Dezember 2008 zudem weitere Bewerbungskriterien. Für das Turnier werden neun Stadien benötigt, weitere drei sollen als Ersatz-Austragungsort in Aussicht stehen. Darunter sind zwei Stadien mit mindestens 50.000 Plätzen, drei Stadien mit mindestens 40.000 Plätzen und vier Stadien mit mindestens 30.000 Plätzen.
Stand der Vorbereitungen [Bearbeiten]
Straßburgs Bürgermeister Roland Ries und der Präsident des Straßburger Stadtverbandes hatten der FFF schon Anfang August 2010 den Kandidaturrückzug von Straßburg mitgeteilt. Die kalkulierten 130 Millionen Euro an Investitionskosten seien für die öffentlichen Hände nicht aufzubringen.[11] Im Mai 2011 waren dann neun Stadien (in Bordeaux, Lens, Lille, Lyon, Marseille, Nancy, Nizza, Paris und Saint-Denis), dazu zwei „Reservestadien“ (in Saint-Étienne und Toulouse) als Austragungsorte festgelegt worden.[12] Nach dieser Festlegung kritisierten die Vereinspräsidenten von AS Saint-Étienne und FC Toulouse den Ablauf unter Hinweis darauf, dass ihre Kollegen aus Lens und Nancy dem entscheidenden Gremien angehört hatten. Auch wenn diese sich dann nicht an der Abstimmung beteiligt hatten, bliebe doch das ungute Gefühl von „kleinen Abmachungen unter Freunden“, wozu auch die Tatsache gehöre, dass UEFA-Präsident Michel Platini Nancy gleichfalls eng verbunden sei. Zudem seien dadurch Millionen Franzosen aus dem Westen, dem Zentrum und dem Süden des Landes de facto vom Besuch der Spiele ausgeschlossen.[13] Am 16. Juni 2011 wurde die Anzahl der vollwertigen Austragungsorte durch nachträgliche Aufnahme von Saint-Étienne und Toulouse auf elf erhöht. Die UEFA begründete diesen Schritt mit dem neuen Spielmodus, da sich die Anzahl der teilnehmenden Nationalmannschaften von 16 auf 24 erhöht hat und es somit zur Austragung von 51 statt bisher 31 Spielen kommen wird.[14]
Die beabsichtigten Neubauten, insbesondere diejenigen in Décines-Charpieu (Lyon), Saint-Isidore (Nizza) und Villeneuve-d’Ascq (Lille), wurden über Jahre durch Gerichtsurteile aufgrund von Klagen betroffener Gemeinden und Anwohner blockiert. Die Hoffnung insbesondere der privaten Bauherren richtet sich seit 2011 darauf, diese Hemmnisse nunmehr unter dem Druckmittel des „nationalen Interesses“ überwinden zu können. Ende 2012 stellt sich der konkrete Stand so dar, dass das Stadion von Lille fertiggestellt ist und bereits vom OSC Lille genutzt werden kann. Im Fall Nizza ist mit den konkreten Bauarbeiten begonnen worden. Für Lyons rein privat finanziertes Stade des Lumières wurde im Februar 2012 zwar die gemeindliche Baugenehmigung erteilt, aber auch dagegen ist Klage erhoben worden, so dass im Oktober 2012 lediglich mit Planierungsarbeiten auf dem Gelände begonnen wurde. Und bezüglich Bordeaux war es zwar im Oktober 2011 zur Unterzeichnung eines PPP-Vertrags zwischen der Stadt und den privaten Co-Investoren gekommen, aber Baugenehmigungen waren auch Ende 2012 noch keine erteilt.[15]
Auch bei den Stadienerweiterungen gab es zu diesem Zeitpunkt eine große Spannweite: während der Umbau in Marseille (bei gleichzeitig weiter laufendem Spielbetrieb) bereits in vollem Gange ist, hängen insbesondere der Pariser Prinzenpark und das Stade Bollaert-Delelis in Lens weit hinter dem Zeitplan zurück. In Lens hat nach dem Abstieg des heimischen Racing Club in die zweite Liga (zur Saison 2011/12) der Hauptfinanzier Crédit Agricole Nord seine Zusage sogar teilweise zurückgezogen.[16] Nachdem etliche Gebietskörperschaften sich an den Kosten beteiligen wollen, soll nun Anfang 2013 doch noch mit den allerdings reduzierten Modernisierungsmaßnahmen begonnen werden, sofern auch der Generalrat des Départements Pas-de-Calais rund zehn Millionen Euro dafür bewilligt.[17]
Hingegen erklärte Nancy am 2. Dezember 2011 gegenüber der UEFA-Organisationsgesellschaft den Verzicht auf seine Kandidatur, weil die Finanzierung des Stadionausbaues auf 32.000 Plätze aufgrund des Rückzugs der Kommune nicht mehr möglich sei.[18]
Spielorte [Bearbeiten]
| Saint-Denis (Paris) | Marseille | Lyon | |
|---|---|---|---|
| Stade de France Kapazität: 81.338 |
Stade Vélodrome Kapazität: 65.000 |
Stade des Lumières Kapazität: 61.556 |
|
| im Bau | |||
| Paris |
|
||
| Parc des Princes Kapazität: 51.000 |
|||
| Villeneuve-d’Ascq (Lille) | |||
| Grand Stade Lille Métropole Kapazität: 50.186 |
|||
| Lens | Bordeaux | Saint-Étienne | |
| Stade Bollaert-Delelis Kapazität: 45.000 |
Grand Stade de Bordeaux Kapazität: 42.000 |
Stade Geoffroy-Guichard Kapazität: 41.000 |
|
| Toulouse | Nizza | ||
| Stadium Municipal Kapazität: 41.000 |
Allianz Riviera Kapazität: 35.624 |
||
Modus [Bearbeiten]
Die Endrunde der Europameisterschaft wird im Sommer 2016 gespielt. Erstmals seit der EM 1996, bei der das Teilnehmerfeld von 8 auf 16 erhöht worden ist, gibt es einen neuen EM-Modus. Es wird in sechs Vierergruppen gespielt, wobei die Gruppenbesten und -zweiten und die vier besten Gruppendritten sich für das Achtelfinale qualifizieren werden. Von da an wird im K.-o.-System weitergespielt, bei dem eine Verlängerung bzw. ein Elfmeterschießen möglich ist. Die Zeitspanne der Endrunde wird auf Grund der 51 Spiele (statt bisher 31 Spiele) von drei auf vier Wochen verlängert. Die Qualifikation wird erneut in 6er- und 5er-Gruppen ausgespielt.[19]
Qualifikation [Bearbeiten]
Gastgeber Frankreich ist für die Endrunde im Sommer 2016 automatisch qualifiziert. Die restlichen 23 Plätze werden von August 2014 bis November 2015 in mehreren Qualifikationsgruppen ermittelt. Die Auslosung der Gruppen ist für den 9. März 2014 im Palais des Congrès Acropolis in Nizza geplant.[20] Die Auslosung der Gruppen des Endrunden-Turniers findet im späten November oder frühen Dezember 2015 statt.[21]
Übertragungsrechte [Bearbeiten]
Die ARD zahlte für die Übertragungsrechte laut einem Medienbericht rund 180 Millionen Euro. Der Sender macht zur Höhe der Ausgaben keine Angaben.[22]
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Rainer Franzke: EM künftig mit 24 Teams. kicker.de, 28. Juni 2008, abgerufen am 28. Februar 2009.
- ↑ UEFA EURO 2016: key dates and milestones. UEFA, 1. Februar 2013, abgerufen am 19. Mai 2013 (englisch).
- ↑ EURO 2016: Über die Euro. UEFA, 28. Mai 2010, abgerufen am 25. Juni 2012.
- ↑ EURO 2016: Grünes Licht für Bewerbungsverfahren. UEFA, 12. Dezember 2008, archiviert vom Original am 2008-12-15 01:28:33, abgerufen am 4. März 2009.
- ↑ Wales and Scotland ditch Euro bid. BBC, 2. März 2009, abgerufen am 25. Juni 2012.
- ↑ Inget EM i Sverige. Göteborgs-Posten, 10. Dezember 2009, abgerufen am 25. Juni 2012.
- ↑ France to bid for EURO 2016. FIFA, 13. Februar 2009, abgerufen am 25. Juni 2012.
- ↑ Bewerbung der Türkei. Sabah, archiviert vom Original, abgerufen am 25. Juni 2012.
- ↑ L'Italia vuole gli Europei 2016. tuttomercatoweb.com, 29. Januar 2009, abgerufen am 25. Juni 2012.
- ↑ La France accueillera l'euro 2016. France Football, archiviert vom Original am 2010-05-29 19:01:23, abgerufen am 25. Juni 2012.
- ↑ France Football vom 3. August 2010, S. 20
- ↑ Festlegung der Austragungsorte. FFF, 20. Mai 2011, abgerufen am 25. Juni 2012.
- ↑ France Football vom 24. Mai 2011, S. 54
- ↑ Entscheidung des UEFA-Exekutivkomitees von zwei weiteren Stadien. UEFA, 16. Juni 2011, abgerufen am 25. Juni 2012.
- ↑ France Football vom 30. Oktober 2012, S. 34/35
- ↑ France Football vom 22. November 2011, S. 36/37
- ↑ France Football vom 11. September 2012, S. 35
- ↑ „Nancy forfait pour 2016“ in France Football vom 6. Dezember 2011, S. 12
- ↑ UEFA Executive Committee approves 24-team EURO Final Tournament from 2016. UEFA, 26. September 2008, abgerufen am 25. Juni 2012.
- ↑ UEFA EURO 2016 nimmt Konturen an. UEFA, 23. Oktober 2012, abgerufen am 24. Oktober 2012.
- ↑ Regularien für die UEFA Euro 2016 − Abschnitt 18, Punkt 2. UEFA, 26. September 2008, abgerufen am 25. Juni 2012.
- ↑ Hans-Peter Siebenhaar: Finanzielle Höchstleistungen. In: Handelsblatt. Nr. 18, 25./26./27. Januar 2013, ISSN 0017-7296, S. 59.
Frankreich 1960 | Spanien 1964 | Italien 1968 | Belgien 1972 | Jugoslawien 1976 | Italien 1980 | Frankreich 1984 | Deutschland 1988 | Schweden 1992 | England 1996 | Niederlande und Belgien 2000 | Portugal 2004 | Österreich und Schweiz 2008 | Polen und Ukraine 2012 | Frankreich 2016 | Europa 2020