U-Bahnhof Strausberger Platz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eingang zum U-Bahnhof – entlang der Karl-Marx-Allee befinden sich mehrere Eingänge, die in den Gebäuden eingelassen sind
Der U-Bahnhof Strausberger Platz nach der grundlegenden Sanierung im Jahr 2003

Der U-Bahnhof Strausberger Platz ist eine Station der Berliner U-Bahn-Linie U5 im Ortsteil Friedrichshain. Er befindet sich unterhalb der Karl-Marx-Allee und östlich des gleichnamigen Platzes. Bei der BVG wird er unter dem Kürzel Sr geführt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bahnhof entstand zusammen mit zehn weiteren zum Ende der 1920er Jahre, als die neue Linie E (heute: U5) vom Alexanderplatz ausgehend den Osten Berlins an das unterirdische Schnellbahnnetz anschließen sollte. Architekt war der Schwede Alfred Grenander, welcher sich zuvor bereits mit dem Bau mehrerer anderer Berliner U-Bahnhöfe einen Namen gemacht hatte. Die Stationen wurden einheitlich im Stil der Moderne gestaltet. Der Vorteil bestand darin, dass diese Richtung zum damaligen Zeitpunkt aktuell, aber auch sparsam war; sie verzichtete auf große Verzierungen und kam damit dem knappen Budget zum Zeitpunkt der Weltwirtschaftskrise entgegen.

Die Bahnhöfe wurden – mit Ausnahme der Umsteigebahnhöfe – weitestgehend einheitlich gestaltet. Als Vorlage diente dazu der Nachbarbahnhof Memeler Straße (heute: Weberwiese), an dem sich die anderen orientierten. Da diese Einheitlichkeit auch die Gefahr mit sich brachte, die Stationen untereinander zu verwechseln, griff Grenander auf das Prinzip der „Kennfarbe“ zurück, die jedem Bahnhof eine markante Farbgebung einbrachte und somit vor allem sehschwachen Menschen die Orientierung erleichtern sollte. Für den Bahnhof Strausberger Platz wurde daher ein zunächst grüner, später elfenbeinfarbener und heute graugrüner Ton gewählt.

Der weitere Bahnhofsaufbau sah wie folgt aus. Die Station verfügte über einen asphaltierten Mittelbahnsteig der 121 Meter lang und 9 Meter breit war. An jedem Bahnsteigende befanden sich je zwei Ausgänge, die jeweils über ein Zwischengeschoss auf die Bürgersteige mündeten. Der Bahnhof selbst wurde von einer doppelten Stützenreihe getragen, die ebenfalls in den Bahnhofsfarben lackiert waren. Hinzu kamen noch diverse Aufbauten wie Infokästen, Fahrtzielanzeiger und Bänke. Die Eröffnung fand schließlich am 21. Dezember 1930 statt.

Während des Zweiten Weltkrieges kam es am 7. Mai 1944 zu einem Deckendurchschlag im westlichen Bahnhofsbereich, verursacht durch mehrere Bombentreffer.[1] Trotzdem konnte zumindest ein Pendelbetrieb zwischen Alexanderplatz und Strausberger Platz aufrechterhalten werden. Dieser wurde erst am 23. April 1945 eingestellt und gehörte zu den letzten in Berlin. Bereits zwei Monate später, am 20. Juni, pendelten die Züge zwischen Schillingstraße und Friedrichsfelde. Drei Tage später wurde der Betrieb bis Alexanderplatz fortgeführt und ab dem 1. Februar 1946 durch den regulären Umlaufbetrieb ersetzt.[2]

Nördlicher U-Bahnzugang am Strausberger Platz, 2000
Eingang im Jahr 1953

In den 1950er Jahren wurde oberhalb der Strecke die Stalinallee (heute: Karl-Marx-Allee) als repräsentative Magistrale angelegt. Der Straßenquerschnitt wurde dazu überdimensional verbreitert und die Aufgänge entsprechend angepasst. Dabei wurden die südlichen Aufgänge zum Teil in die Wohnhäuser integriert, so auch am Strausberger Platz. Im Gegenzug dazu blieb die Nordseite fast unberührt und wies bis zum Jahr 2003 sogar das letzte originale Eingangsportal von 1930 auf.

Nach Beseitigung der kriegsbedingten Schäden wurde der Bahnhof noch zwei weitere Male großflächig saniert. Bei der ersten Sanierung wurden die alten originalen Fliesen entfernt und durch elfenbeinfarbene, im Mauerwerksverband angeordnete neue Fliesen ersetzt. Die ursprünglichen Bahnhofsschilder in Negativschrift wurden durch die bis heute üblichen mit weißem Untergrund und schwarzer Schrift ausgetauscht. Die Bahnhofsaufbauten blieben allerdings weitestgehend unberührt. Bei der zweiten Sanierung 2003 wurde die Fassade ein weiteres Mal neu verkleidet, diesmal in Form von großflächigen Emailleplatten die in grau mit einem grünen Band in Höhe des Bahnhofsnamens gehalten sind. Der Asphaltbelag des Bahnsteigs wurde dabei ebenfalls entfernt und durch helle Granitplatten ersetzt. Ebenso verschwanden viele der originalen Bahnhofsmöbel und wurden durch neue ersetzt. Wie in den meisten Fällen blieben auch hier nur die Personenwaagen und die Infovitrinen erhalten.

Denkmalschutz[Bearbeiten]

Die Eingänge zum U-Bahnhof stehen als Teil des Gebäudeensembles Karl-Marx-Allee unter Denkmalschutz: das nordwestliche Eingangsportal aus dem Jahr 1930 von Alfred Grenander sowie der südöstliche und südwestliche Eingang aus dem Jahr 1952.[3]

Linie Verlauf
Berlin U5.svg Alexanderplatz – Schillingstraße – Strausberger Platz – Weberwiese – Frankfurter Tor – Samariterstraße – Frankfurter Allee – Magdalenenstraße – Lichtenberg – Friedrichsfelde – Tierpark – Biesdorf-Süd – Elsterwerdaer Platz – Wuhletal – Kaulsdorf-Nord – Neue Grottkauer Straße – Cottbusser Platz – Hellersdorf – Louis-Lewin-Straße – Hönow

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Bousset: Die Untergrundbahn vom Alexanderplatz durch die Frankfurter Allee nach Friedrichsfelde (Linie E) und die Erweiterung der Linie C vom Bhf. Bergstraße über den Ringbhf. Neukölln bis zum Bhf. Grenzallee. Zur Eröffnung am 21. Dezember 1930.
  • Günter Starke u. a.: Vom Alex nach Hellersdorf / Die Verlängerung der U-Bahnlinie E. transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1989, ISBN 3-344-00434-4.
  • Verkehrsgeschichtliche Blätter e.V. (Hrsg.): U5. Geschichte(n) aus dem Untergrund. Zwischen »Alex « und Hönow. Entwicklungsetappen der U-Bahn im Berliner Osten. GVE e. V., Berlin 2003, ISBN 3-89218-079-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. berliner-untergrundbahn.de: Die U-Bahn im Krieg
  2. berliner-untergrundbahn.de: U-Bahnchronik – Die 1940er Jahre
  3. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste

52.51805555555613.430833333333Koordinaten: 52° 31′ 5″ N, 13° 25′ 51″ O