Bahnhof Berlin Frankfurter Allee

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Berlin Frankfurter Allee
Empfangsgebäude
Empfangsgebäude
Daten
Kategorie 4
Betriebsart Haltepunkt
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung BFA
IBNR 8089013
Eröffnung 1. Mai 1872
Lage
Stadt Berlin
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 30′ 54″ N, 13° 28′ 29″ O52.51513.474722222222Koordinaten: 52° 30′ 54″ N, 13° 28′ 29″ O
Eisenbahnstrecken

Ringbahn (KBS 200.41, 200.42, 200.8, 200.85, 200.9)

Bahnhöfe im Raum Berlin
i7i12i13i15i16i16i18i20

Der S+U-Bahnhof Berlin Frankfurter Allee ist eine Umsteige-Station im Berliner Ortsteil Friedrichshain an der Grenze zu Lichtenberg. Er wird von den S-Bahnlinien S41, S42, S8, S85 und S9 im Zuge der Ringbahn sowie von der U-Bahn-Linie U5 unterhalb der gleichnamigen Straße bedient. Entstanden ist er aus einem historischen Bahnhof der Ringbahn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Von 1949 bis 1961 führte der Bahnhof ebenso wie die Straße den Namen Stalinallee.

S-Bahnhof[Bearbeiten]

Bahnsteig des S-Bahnhofs

Der erste Eisenbahn-Halt an dieser Stelle wurde bereits am 1. Mai 1872 unter dem Namen Friedrichsberg eröffnet. Der Name geht auf die Kolonie Friedrichsberg südlich des Bahnhofs zurück. 1890/1891 wurde der heute noch existente Bahnhof Frankfurter Allee eröffnet. Neben einem Mittelbahnsteig erhielt die Station ein Empfangsgebäude im Backsteinstil.

Beim U-Bahn-Bau Ende der 1920er Jahre musste die alte Ringbahnbrücke abgerissen und durch eine neue, breitere ersetzt werden. Eigentlich war auch vorgesehen, eine direkte Umsteigeverbindung zwischen dem U-Bahnhof der heutigen U5 und dem Ringbahnhof herzustellen, diese wurde jedoch nicht verwirklicht. An der Länge des Stahlträgers auf dem Mittelstreifen der Frankfurter Allee ist noch heute die geplante Aufweitung der Gleisachsen in diesem Bereich zu erkennen.

Das Elektronische Stellwerk Frankfurter Allee steuert seit April 2012 den Streckenabschnitt der S-Bahngleise zwischen Prenzlauer Allee (a) und Neukölln (a). Drei herkömmliche Stellwerke an den Bahnhöfen Greifswalder Straße, Ostkreuz und Treptower Park wurden hierdurch ersetzt, ebenso der zuvor in diesem Bereich installierte automatische Streckenblock.[1] Das Gebäude des Stellrechners befindet sich am Rande des ehemaligen Containerbahnhofs.

Containerbahnhof[Bearbeiten]

Containerbahnhof 1976
Giebelbild Container, 1988
Fläche des leergeräumten Container-Umschlagplatzes im Frühjahr 2011

Zum Bahnhof gehörte von Anfang an eine Güterstation auf der Ostseite der Ringbahngleise. Kurz nach dem Bau der Ringbahn entstanden große Güter- und Rangierbahnhöfe in Rummelsburg und Lichtenberg-Friedrichsfelde. Sie wurden über eine vor allem dem Güterverkehr dienende Verbindungsstrecke mit der Ringbahn verbunden, die direkt südlich des Bahnhofs Frankfurter Allee die Ringbahn erreichte.

Von 1968 bis 1970 entstand im Bahnhofsgelände der erste Containerbahnhof der DDR, der von der Lichtenberger Seite der Bahn über eine eigens angelegte Zufahrtsstraße zugänglich war. Am 30. Juni 1968 fuhr von dort der erste Containerzug mit 30 Containern zum Überseehafen Rostock. Insgesamt 18 Aufstellflächen erlaubten den Umschlag von bis zu 1000 Containern am Tag, was von etwa 500 Berliner Betrieben genutzt wurde.[2] Als sichtbares Zeichen erhielt der Giebel eines Wohngebäudes an der Ecke Möllendorffstraße (damals Jacques-Duclos-Straße) an der seinerzeit namenlosen Zufahrtsstraße ein Fassadenbild mit einem mit Container beladenen Kamaz-Lastkraftwagen.

Nach der Wende verlor der Bahnhof seine Bedeutung. Am 31. Dezember 1999 wurde er geschlossen. Die Deutsche Bahn AG als Eigentümer der Fläche ließ in den folgenden zehn Jahren alle Gleise, Krananlagen und Lagergebäude beseitigen. Eine neue Nutzung ist nicht erkennbar.

Zur Bewahrung der Geschichte erhielt die frühere Zufahrtsstraße 1997 den Namen Am Containerbahnhof. Sie dient heute als Lieferstraße für das Ringcenter und für das zugehörige Besucher-Parkhaus.

U-Bahnhof[Bearbeiten]

Bahnsteig der U5

Der U-Bahnhof wurde am 21. Dezember 1930 zunächst als Frankfurter Allee (Ringbahn) seiner Bestimmung übergeben. Er wurde, wie die gesamte an diesem Tag eingeweihte Strecke, von Alfred Grenander entworfen. Das Kürzel für den U-Bahnhof ist Ff.

Die ursprüngliche Grundfarbe des Bahnhofs waren rote kleinteilige Kacheln. Diese wurde jedoch bei einer grundlegenden Sanierung in den 1980er Jahren in Orange geändert. Nach einer erneuten Sanierung im Jahr 2004 wurde das Rot durch eine neue Wandverkleidung wiederhergestellt. Gleichzeitig wurde ein Aufzug zwischen Bahnsteig und Zwischengeschoss eingebaut. Von dort aus kann auch das sich anschließende Einkaufszentrum Ring-Center I erreicht werden.

Anders als die meisten Bahnhöfe, die dem Grundtyp des Bahnhofs Memeler Straße (heute Weberwiese) entsprechen, erhielt er eine doppelte Stützenreihe anstelle einer einfachen. Zudem verfügt er über eine Maximalbreite von 13,30 Metern, die aufgrund des erwarteten starken Umsteigeverkehrs zur S-Bahn notwendig erschien. Der Breite entsprechend sind auch die Auf- und Abgänge großzügig gestaltet. Östlich und westlich des Bahnhofs schließt sich jeweils eine zweigleisige Kehranlage an.

Heutiges Verkehrsangebot[Bearbeiten]

Linie Verlauf
Berlin S41.svg
Berlin S42.svg
Gesundbrunnen – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Sonnenallee – Neukölln – Hermannstraße – Tempelhof – Südkreuz – Schöneberg – Innsbrucker Platz – Bundesplatz – Heidelberger Platz – Hohenzollerndamm – Halensee – Westkreuz – Messe Nord/ICC – Westend – Jungfernheide – Beusselstraße – Westhafen – Wedding – Gesundbrunnen
Berlin S8.svg Birkenwerder – Hohen Neuendorf – Bergfelde – Schönfließ – Mühlenbeck-Mönchmühle – Blankenburg – Pankow-Heinersdorf – Pankow – Bornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau (– Eichwalde – Zeuthen)
Berlin S85.svg Waidmannslust – Wittenau – Wilhelmsruh – Schönholz – WollankstraßeBornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide (– Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau)
Berlin S9.svg (Blankenburg – Pankow-Heinersdorf –) Pankow – Bornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Altglienicke – Grünbergallee – Flughafen Berlin-Schönefeld
Berlin U5.svg Alexanderplatz – Schillingstraße – Strausberger Platz – Weberwiese – Frankfurter Tor – Samariterstraße – Frankfurter Allee – Magdalenenstraße – Lichtenberg – Friedrichsfelde – Tierpark – Biesdorf-Süd – Elsterwerdaer Platz – Wuhletal – Kaulsdorf-Nord – Neue Grottkauer Straße – Cottbusser Platz – Hellersdorf – Louis-Lewin-Straße – Hönow

Literatur[Bearbeiten]

  • Berliner S-Bahn Museum: Strecke ohne Ende – Die Berliner Ringbahn, Verlag GVE, Berlin 2002, ISBN 3-89218-074-1.
  • Peter Bock (Hrsg.): U5 Zwischen Alex und Hönow. Geschichte(n) aus dem Untergrund. GVE e. V., Berlin 2003. ISBN 3-89218-079-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Berlin Frankfurter Allee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Das siebente Jahr am Ostkreuz. In: punkt 3. Nr. 4, 2012, S. 12 (online, abgerufen am 18. Juli 2013).
  2. Berliner Bezirkslexikon bei luise-berlin