U 196

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U 196
(vorheriges/nächstesalle U-Boote)
Typ:

Typ IX D2

Feldpostnummer:

49 455

Werft:

AG Weser, Bremen

Bauauftrag:

4. November 1940

Baunummer:

1042

Kiellegung:

10. Juni 1941

Stapellauf:

14. April 1942

Indienststellung:

11. September 1942

Kommandanten:
Flottillen:
Einsätze:

3 Feindfahrten

Versenkungen:

2 Handelsschiffe

Verbleib: Seit dem 30. November 1944 vermisst, vermutlich in der Sundastraße durch Tauchunfall verlorengegangen.

U 196 war ein U-Boot vom Typ IX D2, ein sogenanntes „Fern-U-Boot“, das während des Zweiten Weltkriegs im U-Boot-Krieg durch die Kriegsmarine im Südatlantik und im Indischen Ozean eingesetzt wurde. U 196 absolvierte die längste U-Bootunternehmung des Krieges, während der es 225 Tage auf See blieb.

Technische Daten[Bearbeiten]

Die AG Weser war bereits seit 1934 mit dem Bau von U-Booten für die Reichsmarine (später Kriegsmarine) beauftragt. Nach Kriegsbeginn spezialisierte die Werft sich auf den Bau von Booten des großen Typs IX, wobei ein jährlicher Ausstoß von 36 Booten vorgesehen war – eine Menge, die bei Weitem nicht erreicht wurde. Im Jahr 1942 lieferte die AG Weser zehn U-Boote des Typs IX D2 aus.

Geschichte[Bearbeiten]

U 196 lief während seiner Verwendungszeit zu drei Unternehmungen aus. Kommandant Kentrat versenkte auf seinen Feindfahrten mit diesem Boot zwei Schiffe, beschädigte eines und meldete ein weiteres torpediert zu haben[1].

Im Indischen Ozean[Bearbeiten]

Im Sommer 1943 wurde U 196 mit weiteren sechs Fern-U-Booten in den Indischen Ozean beordert. Davon brach eines, U 195, die Fahrt ab und ein weiteres, U 197, wurde versenkt. Das erfolgreichste Boot dieser Gruppe war U 181, dessen Kommandant Wolfgang Lüth im Anschluss an diese Fahrt mit den Schwertern und Brillanten zum Eichenlaub des Ritterkreuzes ausgezeichnet wurde. Bei einem Rendezvous zwischen U 196 und U 181 hatte Kommandant Kentrat – obwohl er zu diesem Zeitpunkt selbst erst zwei Schiffe versenkt hatte - diesem die Übergabe von Torpedos und Nahrungsmitteln angeboten, was Lüth allerdings ablehnte [2]. Die deutschen U-Boote wurden bei dieser Operation durch das Tankschiff Charlotte Schliemann unterstützt, das als Versorger und provisorische Basis diente. Im Rahmen dieses Einsatzes absolvierte U 196 die längste U-Bootunternehmung des Zweiten Weltkrieges

Verlust[Bearbeiten]

U 196 verließ am 30. November 1944 Batavia. Als Operationsgebiet war die Javasee vorgesehen. Ab diesem Zeitpunkt gab U 196 keine Meldungen mehr ab [3] und gilt daher seitdem als vermisst[4]. Als ursächlich für den Verlust wird ein Tauchunfall angenommen, der beim testweisen Tauchen mit einem mit Bordmitteln gebauten Schnorchel [5] eintrat.

Literatur[Bearbeiten]

  • P. Kemp “Die deutschen und österreichischen U-Boot-Verluste in beiden Weltkriegen“, Urbes Verlag,1998 (Gräfeling), 1997 ISBN 3-924896-43-7
  • Clay Blair: Der U-Boot-Krieg, Band Zwei: Die Gejagten, Heyne, München (1998) ISBN 3-453-16059-2
  • R. Busch, H.-J. Roll Der U-Boot-Krieg, Band 1: Der U-Bootbau auf deutschen Werften, E.S. Mittler und Sohn, Hamburg (1997), ISBN 3-8132-0509-6
  • R. Busch, H.-J. Roll Der U-Boot-Krieg, Band 3: Deutsche U-Boot-Erfolge, E.S. Mittler und Sohn, Hamburg (2001), ISBN 3-8132-0509-6
  • R. Busch, H.-J. Roll Der U-Boot-Krieg, Band 4: Deutsche U-Boot-Verluste“E.S. Mittler und Sohn, Hamburg (1999) ISBN 3 8132 0514 2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Busch, Röll, Bd. 3: S. 141
  2. Blair, S. 371
  3. Kemp, S. 304
  4. Busch, Röll, Br.4: S. 304
  5. Kemp, S. 304