Universität von Havanna

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Universidad de La Habana
Universität von Havanna
Logo
Gründung 5. Januar 1728
Ort Havanna
Staat Kuba
Leitung Dr. Gustavo José Cobreiro Suárez
Studenten 60.000 [1]
Website www.uh.cu

Die Universität von Havanna (span.: Universidad de La Habana), Kurzform UH wurde am 5. Januar 1728 gegründet und ist damit die älteste Universität Kubas und auch eine der ältesten auf dem gesamten amerikanischen Kontinent. Sie befindet sich in Havannas Stadtteil Vedado.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptgebäude der Universität
Garten der Universität

Die Universität wurde unter dem Namen Real y Pontificia Universidad de San Gerónimo de La Habana (Königliche und päpstliche Universität St. Hieronymus zu Havanna) gegründet. Die Gründung wurde durch Papst Innozenz XIII. und König Philipp V. von Spanien autorisiert.

Im Jahre 1842 änderte die Universität ihren Status in eine weltliche Bildungseinrichtung und änderte ihren Namen nach Real y Literaria Universidad de La Habana (Königliche und literarische Universität zu Havanna). In späteren, republikanischen Zeiten hieß sie Universidad Nacional (Nationaluniversität).

Die Universität befand sich zuerst auf dem Gelände des Klosters San Juan de Letrán in Habana Vieja, der historischen Altstadt. Am 1. Mai 1902 zog der Campus auf einen Hügel, den die Habaneros als Aróstegui-Hügel kannten und der heute als Universitäts-Hügel bekannt ist. Auf dem ursprünglichen Gelände in der Altstadt residiert seit 2007 in einem Neubau das Colegio Universitario de San Gerónimo, die der Universität angegliederte Fakultät für Denkmalschutz.[2]

Das Interieur der Aula Magna de la Universidad de La Habana, wo die sterblichen Überreste des kubanischen Denkers Felix Varela (1788–1853) liegen, wurden durch den kubanischen Künstler Armando Menocal gestaltet. Die Fresken stellen die ersten Fachbereiche der Universität dar: Medizin, Wissenschaft, Kunst, das Denken, Literatur und Recht dar.

Am Haupteingang erhebt sich das Rektorat mit seiner neoklassizistischen Architektur, inspiriert durch das griechische Pantheon und zwischen dem Rektorat und der großen Treppe mit 88 Stufen erhebt sich eine Bronzestatue, die Alma Mater, Symbol der Universität, die mit ihren geöffneten Armen die Studenten willkommen heißt. Die Skulptur wurde 1919 vom tschechischen Künstler Mario Korbel erschaffen. Für das Gesicht hatte eine junge Kubanerin von 16 Jahren und Tochter von José Ramón Villalón y Sánchez, Professor für Mathematik und Analytik, dafür Modell gestanden. Für den Körper nahm der Künstler eine ältere, kreolische Frau als Modell.

Die Universität musste zu verschiedenen Zeiten des 20. Jahrhunderts ihren Studienbetrieb einschränken oder ganz einstellen, was darauf zurückzuführen ist, dass die Studenten und der Lehrkörper der Universität eine lange Tradition politischer Aktivität hatten. In besonderem Maße betroffen hiervon waren die Fakultäten der Ökonomie und des Rechts.

Zur Universität gehört ein wichtiges Stadion, wo die traditionsreichen Karibischen Spiele veranstaltet werden, die international bekannte Sportler hervorgebracht haben. Dieser sportlichen Tradition folgend, wurde Sport als obligatorisches Unterrichtsfach für mindestens zwei Studienjahre in den Studienplan für alle Fakultäten aufgenommen.

Die Hauptbibliothek Rubén Martínez Villena wurde im Jahre 1936 eingerichtet.

Mit dem Gesetz vom 11. August 1919, erlassen durch den damaligen Präsidenten Mario García Menocal (1913–1921), erhielt die Universität das Recht, die Ehrendoktorwürde zu verleihen. 1942 wurde dies in die Statuten der Universität aufgenommen und im Jahre 1960 nach dem Sieg der Revolution durch das Gesetz zur Universitätsreform bestätigt.

Das Gesetz des Systems von Auszeichnungen und Ehrentitel (Gesetz Nr. 17 vom 28. Juni 1978) wurde jedes Recht auf universitäre Ehrungen stillschweigend abgeschafft, doch war es so schwach, dass es bis zum heutigen Tage in nahezu allen Universitäten des Landes üblich ist, solche Ehrendoktorwürden zu verleihen. Im Rahmen von Staatsbesuchen erhielten beispielsweise im September 2011 der Staatspräsident Boliviens, Evo Morales,[3] und im Januar 2012 sein iranischer Amtskollege Mahmud Ahmadinedschad in der Magna Aula der Universität Havanna jeweils die Ehrendoktorwürde im Fach Politikwissenschaften.[4]

Geleitet wird die Universität von ihrem Rektor, Gustavo Cobreiro Suárez,[5] Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas.[6]

Studium[Bearbeiten]

Die Universität besteht aktuell aus 15 Fakultäten und 14 Forschungszentren verschiedener Gebiete, wie Ökonomie, Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften und Geisteswissenschaften. Es werden ungefähr 6000 Studenten in 25 Fachrichtungen unterrichtet.

Bekannte Studenten und Professoren[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Universidad de La Habana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. Inicia labor docente Colegio Universitario San Gerónimo de La Habana in: Habana nuestra vom 5. Oktober 2007, abgerufen am 14. September 2011 (Spanisch)
  3. Universität Havanna ehrt Evo Morales in: amerika21.de vom 24. September 2011, abgerufen am 12. Januar 2012
  4. Kuba-Besuch: Ahmadinedschad trifft Raul Castro in: RIA Novosti vom 12. Januar 2012, abgerufen am 12. Januar 2012
  5. Equipo Rectoral auf der Webseite der Universität, abgerufen am 14. September 2011 (Spanisch)
  6. Miembros del Buró Político, el Secretariado y el Comité Central del Partido Comunista de Cuba in: Cubadebate vom 19. April 2011, abgerufen am 14. September 2011 (Spanisch)