Uummannaq

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Dieser Artikel behandelt die Ortschaft Uummanaq in Westgrönland. Für die gleichnamige geräumte Siedlung in Nordgrönland siehe Uummannaq (Dundas)
Uummannaq (Der Robbenherz-Förmige)
Uummannaq mit dem Herzberg im Hintergrund
Uummannaq mit dem Herzberg im Hintergrund
Kommune Qaasuitsup Kommunia
Geographische Lage 70° 40′ 39″ N, 52° 7′ 19″ W70.6775-52.1219444444440Koordinaten: 70° 40′ 39″ N, 52° 7′ 19″ W
Uummannaq (Grönland)
Uummannaq
Höhe m
Einwohner 1.248 (2014)
Gründung 1763 (Dänische Kolonie)
Zeitzone UTC−3
Website uummannaq.gl
Gemeinde / Provinz (bis 2008)

Uummannaq / Kitaa

Wappen s (inoffiziell)
Lage von  auf Grönland
Fläche 74 500 km²

Uummannaq (zu deutsch etwa: ‚der Robbenherz-Förmige‘, Bezeichnung nach dem Aussehen des 1.175 Meter hohen Berges, der die Insel dominiert) ist eine 1.280 Einwohner (Stand 2012)[1] zählende Siedlung im Nordwesten Grönlands auf einer 12 km² großen Insel im gleichnamigen Fjord, 590 Kilometer nördlich des Polarkreises.

Die Umgebung ist reich an Fischen (vor allem Heilbutt), Robben und Walen, die von der einheimischen Bevölkerung gejagt werden. Die Fjordlandschaft mit den vielen Eisbergen zieht jährlich Kajak-Touristen an. Wegen der geringen Größe der Insel liegt der für grönländische Orte so wichtige Flughafen am Festland im nahen Qaarsut, Uummannaq selbst ist aus der Luft nur per Helikopter zu erreichen.

Die Siedlung wurde 1763 an der heutigen Stelle durch den dänischen Kolonieverwalter J. H. Bruun gegründet. Von 1778 an wurde in der Region Kohle abgebaut (Qaarsut), zwischen 1933 und 1971 auch Marmor, ferner bis 1990 Blei und Zink (Grube Maarmorilik). Die Wiedereröffnung der umstrittenen Zink-Grube Maarmorilik wird derzeit vorbereitet, träumt die Region doch „vom großen Jackpot unter dem Eis“.[2]

In der Stadt haben sich die Gebäude aus der Kolonialzeit erhalten, daneben ein Torfsteinhaus, das Einblick in die traditionelle Lebensweise der Inuit gibt. Wahrzeichen ist die 1935 vom dänischen Architekten Helge Bojsen-Møller errichtete Feldsteinkirche aus Granit.

Nahe bei Uummannaq liegt am Nordufer der Nuussuaq-Halbinsel die verlassene Siedlung Qilakitsoq, eine bedeutende archäologische Stätte, die durch den Fund acht mumifizierter Menschen aus dem 15. Jahrhundert bekannt wurde.

Seit 1999 findet am zugefrorenen Uummannaq-Fjord jährlich die Weltmeisterschaft im Eisgolf statt.[3] Lediglich 2007 musste sie wegen zu dünnen Eises abgesagt werden.

Bis zur Gründung der Kommune Qaasuitsup Kommunia 2009 hatte Uummannaq den Status einer eigenständigen Gemeinde, zu der neben der Stadt noch die Siedlungen Ikerasak, Illorsuit, Maamorilik, Niaqornat, Nuugaatsiaq, Qaarsut, Saattut und Ukkusissat gehörten.

Trivia[Bearbeiten]

Die Umgebung von Uummannaq war der Drehort für den Film SOS Eisberg des Filmpioniers Arnold Fanck aus den Jahren 1932/1933. In den Hauptrollen spielten Leni Riefenstahl, Sepp Rist, Ernst Udet, Gibson Gowland und Walter Riml. Parallel zu diesem Film wurde Nordpol – Ahoi! von Regisseur Andrew Marton gedreht. Mitwirkende waren Guzzi Lantschner und Walter Riml, die weibliche Hauptrolle war mit Jarmila Marton besetzt.[4] Der Film gilt als Parodie auf SOS Eisberg und fand bei seiner Premiere begeisterte Kritiken. Der Film ist trotz intensiver weltweiter Suche in den verschiedensten Archiven bis heute verschollen.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistics Greenland (Hrsg.): Greenland in Figures 2012. März 2012, ISBN 978-87-986787-6-2, ISSN 1602-5709, S. 9 (stat.gl, abgerufen am 13. Mai 2012).
  2. Matthias Hannemann: Der neue Norden. Die Arktis und der Traum vom Aufbruch. Scoventa 2010, ISBN 978-3-942073-02-8, S. 25–42.
  3. readyfornature.com
  4. Nordpol Ahoi! in der Internet Movie Database (englisch)