Venedig-Kommission

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Die Venedig-Kommission (Europäische Kommission für Demokratie durch Recht) ist eine Einrichtung des Europarates, die Staaten verfassungsrechtlich berät. Eigenen Angaben zufolge spielt sie "eine führende Rolle, wenn es gilt, in Osteuropa Verfassungen auszuarbeiten, die den Normen des europäischen Verfassungsrechtsbestands entsprechen".[1]

Gründung[Bearbeiten]

Die Kommission wurde kurz nach dem Fall der Berliner Mauer, am 10. März 1990, vom Ministerkomitee des Europarates gegründet.

Mitglieder[Bearbeiten]

Die Kommission hat 58 Vollmitglieder. Ihr liegt ein erweitertes Abkommen des Europarats zugrunde, so dass auch Staaten, die nicht zum Europarat gehören, Vollmitglieder werden können. Alle 47 Mitgliedstaaten des Europarats sind Mitglieder der Kommission, außerdem Algerien, Brasilien, Chile, Israel, Kasachstan, Kirgisistan, die Republik Korea, Marokko, Mexiko, Peru und Tunesien. Weißrussland ist assoziiert, Argentinien, der Heilige Stuhl, Japan, Kanada, die USA und Uruguay sind Beobachter, Südafrika und die Palästinensische Autonomiebehörde haben einen besonderen Kooperationsstatus.

Die Kommissionsmitglieder sind Fachleute für Verfassungs- und Völkerrecht, Verfassungsrichter, Mitglieder nationaler Parlamente und hohe Beamte. Sie werden von den Mitgliedsstaaten für eine Amtszeit von vier Jahren ernannt.

Tätigkeit[Bearbeiten]

Zu den Tätigkeiten der Kommission zählen:

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Die Kommission gibt seit 1993 die Zeitschrift Bulletin on Constitutional Case-Law heraus, die drei Mal jährlich erscheint. Sie betreibt außerdem eine Datenbank mit Urteilen von Verfassungsgerichten aus aller Welt (CODICES).[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Hoffmann-Riem: "Soft Law" und "Soft Instruments" in der Arbeit der Venedig-Kommission: Zur Wirkungsmacht einer beratenden Einrichtung, in: Festschrift für Brun-Otto Bryde, Mohr-Siebeck, Tübingen 2012, S. 595–630, ISBN 978-3-161-52197-3
  • Lauri Bode-Kirchhoff: Why the Road from Luxembourg to Strasbourg leads through Venice: the Venice Commission as a link between the EU and the ECtHR, in: Kanstantsin Dzehtsiarou et. al. (Hrsg.): Human Rights Law in Europe. The Influence, Overlaps and Contradictions of the EU and the ECHR, Routledge, London und New York 2014, S. 55-72, ISBN 978-0-415-82599-3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.venice.coe.int/site/main/presentation_GER.asp (Version vom 16. November 2006 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  2. Comments on the election code an the electoral administritationVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter
  3. http://www.codices.coe.int/

Weblinks[Bearbeiten]