Verbenen

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Verbenen
Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis), Illustration

Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis), Illustration

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Eisenkrautgewächse (Verbenaceae)
Gattung: Verbenen
Wissenschaftlicher Name
Verbena
L.

Die Verbenen (Verbena) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae). Die nur noch etwa 74 Arten sind fast weltweit verbreitet.

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Verbena-Arten sind meist einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen oder Halbsträucher bis Sträucher. Die meisten Arten verströmen einen angenehm würzigen Duft. Die jungen Stängel sind vierkantig. Die kreuzgegenständig, selten wirtelig angeordneten Laubblätter sind einfach. Die Blattränder sind gezähnt. Nebenblätter fehlen.

Blütendiagramm des Echten Eisenkrautes (Verbena officinalis)

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die einfachen oder zusammengesetzten, ährigen, rispigen oder zymösen Blütenstände stehen meist end-, selten seitenständig und enthalten Hochblätter. Die zwittrigen Blüten sind vier- bis fünfzählig und zygomorph mit doppelter Blütenhülle. Die vier bis fünf Kelchblätter sind röhrig verwachsen. Die vier- bis fünfrippige, gerade oder gebogene Kelchröhre endet in vier oder fünf ungleichen Kelchzähnen. Der Kelch ist bei Fruchtreife nicht vergrößert. Die fünf Kronblätter sind verwachsen. Die Oberlippe besteht aus zwei und die Unterlippe aus drei Kronblättern. Es ist nur ein Kreis mit vier Staubblättern vorhanden. Zwei Fruchtblätter sind verwachsen, sie sind durch eine falsche Scheidewand zu einem vierlappigen, vierkammerigen, oberständigen Fruchtknoten gegliedert mit einer Samenanlage je Kammer. Der Griffel endet in einer ungleich zweilappigen Narbe. Die Bestäubung erfolgt meist durch Insekten (Entomophilie).

Die Zerfallfrucht zerfällt in vier längliche, kantige Nüsschen.

Systematik[Bearbeiten]

Der Gattungsname Verbena wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 18 erstveröffentlicht.[1] Synonyme für Verbena L. sind: Aubletia Le Monn. ex Rozier, Burseria Loefl., Patya Neck., Styleurodon Raf., Stylodon Raf., Obletia Rozier.[2]

Nach Botta et al. 1995 werden viele Arten aus der Gattung Verbena in die Gattungen Glandularia J.F.Gmel. und Junellia Moldenke ausgegliedert. Man kann diese drei Gattungen besonders an der Chromosomengrundzahl unterscheiden: Verbena x = 7, Glandularia x = 5, Junellia x = 10.

Zur Gattung Verbenen (Verbena) gehören nach der Ausgliederung in zwei Gattungen nur noch etwa 74 (bis 250 falls die Glandularia-Arten hier enthalten sind) Arten:[3][2]

Nutzung[Bearbeiten]

Sorten einiger Arten und Hybriden werden als Zierpflanzen verwendet.

Das Hybriden-Trio Verbena × hybrida 'Blaues Trio' wurde zur Balkonpflanze des Jahres 2011 Rheinland-Pfalz gekürt.[4] Diese Hybride wird aber auch als Glandularia × hybrida (Groenland & Rümpler) G.L.Nesom & Pruski zur Gattung Glandularia gestellt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carl von Linné: Species plantarum, 1, S. 18 1753 eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  2. a b Rafaël Govaerts (Hrsg.): Taxon in Suchmaske eingeben bei World Checklist of Selected Plant Families = WCSP des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Letzter Zugriff am 6. März 2015.
  3. Verbena im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  4.  Blaues Trio. (Online).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Verbenen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Nataly O'Leary, María Ema Múlgura, Osvaldo Morrone: Revisión Taxonómica de las Especies del Género Verbena (Verbenaceae). II: Serie Verbena. In: Annals of the Missouri Botanical Garden, Volume 97, Issue 3, 2010, S. 365-424. doi:10.3417/2007070
  • Guy L. Nesom: Infrageneric classification of Verbena (Verbenaceae). In: Phytoneuron 2010–11, 2010, S. 1–15. Volltext-PDF.