Strand-Silberkraut

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Strand-Silberkraut
Strand-Silberkraut (Lobularia maritima)

Strand-Silberkraut (Lobularia maritima)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Gattung: Silberkräuter (Lobularia)
Art: Strand-Silberkraut
Wissenschaftlicher Name
Lobularia maritima
(L.) Desv.
Strand-Silberkraut in Kultur
Eine violettblütige Sorte des Strand-Silberkrauts

Das Strand-Silberkraut (Lobularia maritima), auch Strandkresse, Steinkraut oder Duftsteinrich genannt, ist eine Art aus der Familie der Kreuzblütengewächse. Es ist eine häufig kultivierte Zierpflanze, die sich über Selbstaussaat viele Jahre am gleichen Standort halten kann.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Strand-Silberkraut ist eine einjährige bis ausdauernde krautige Pflanze, die etwa 10 bis 40 cm groß wird. Es bildet einen graugrünlich gefärbten, aufsteigenden Stängel aus, der mehr oder minder dicht mit angedrückten, zweiarmigen, kompassnadelförmigen Haaren besetzt ist. Seine ganzrandigen, verkehrt-eiförmigen bis linealischen Blätter werden etwa 2,5 bis 4 cm lang.

Die kleinen, aromatisch duftenden Einzelblüten stehen in einer zuerst dichten Traube, die später lockerer wird. Die weißlich oder selten violett gefärbten Kronblätter sind etwa 3 mm lang. Die rundlichen bis verkehrt-eiförmigen Schötchen werden 2 bis 3 mm lang und enthalten einen Samen pro Fach.

Das Strand-Silberkraut kann im Mittelmeergebiet das ganze Jahr über blühen.[1] In Mitteleuropa liegt die Blütezeit zwischen Juni und Dezember. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.

Vorkommen[Bearbeiten]

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Strand-Silberkrauts liegt im westlichen Mittelmeergebiet, wo es auf dem europäischen Festland von Portugal, Spanien, dem südlichen Frankreich und dem westlichen und südlichen Italien, auf den Balearen, Korsika, Sardinien und Malta sowie in Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen vorkommt. Eingeführt und vielfach eingebürgert ist es in West-, Südost- und Mitteleuropa, im östlichen und südlichen Afrika, auf den Kanaren, Azoren und von Madeira (wo es von vielen Autoren für einheimisch gehalten wird), in Nord- und Südamerika, Australien, Neuseeland und Australien.[2]

Das Strand-Silberkraut kommt meist in Küstennähe an Sandstränden, auf verfestigten Dünen, in Kiefernwaldlichtungen, Wacholderbeständen und Macchien auf Sandboden, auf steinigen Wegböschungen, Kalkfelsen am Meer und ähnlichen Lebensräumen in Höhenlagen bis 1200 (ausnahmsweise bis 2000) m vor.[1]

In Mitteleuropa ist das Strand-Silberkraut ein in Einbürgerung befindlicher Neophyt. Dort kommt die meist aus Gärten stammende Pflanze vorwiegend in Ruderalfluren und entlang von Straßen vor.

Nutzung[Bearbeiten]

Das Strand-Silberkraut wird verbreitet an sonnigen Standorten und auf kalkhaltigen Böden in Rabatten, Steingärten und Blumenkästen[3] als Bodendecker, Schnittblume, für Einfassungen und als Bienenfutter oder Duftpflanze genutzt. Es existieren mehrere Sorten mit weißen, rosafarbenen, purpurnen oder violetten Blüten und gelb oder weiß gestreiften Blättern.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4, S. 173.
  •  Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. 10., bearbeitete Auflage. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band, Elsevier, Spektrum Akademischer Verlag, München/Heidelberg 2005, ISBN 3-8274-1496-2, S. 274.
  •  Franz Fukarek, Heinz Henker: Flora von Mecklenburg-Vorpommern. Farn- und Blütenpflanzen. Weissdorn, Jena 2006, ISBN 3-936055-07-6, S. 129.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  R. B. Fernandes: Lobularia. In: Santiago Castroviejo, Carlos Aedo, César Gómez Campo, Manuel Laínz, Pedro Montserrat, Ramón Morales, Félix Muñoz Garmendia, Gonzalo Nieto Feliner, Enrique Rico, Salvador Talavera, Luis Villar (Hrsg.): Flora Ibérica. Plantas vasculares de la Península Ibérica e Islas Baleares. Vol. IV. Cruciferae–Monotropaceae, Real Jardín Botánico, C.S.I.C., Madrid 1993, ISBN 84-00-07385-1, S. 196–200.
  2. Liv Borgen: Lobularia (Cruciferae). A biosystematic study with special reference to the Macaronesian region (= Opera Botanica. Band 91). Council for Nordic Publications in Botany, Kopenhagen 1987, ISBN 87-88702-20-0, S. 84–86.
  3. Gordon Cheers: Botanica: Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Deutsche Ausgabe. Tandem, Köln 2003, ISBN 3-89731-900-4, S. 538.
  4.  Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen, Springer, Spektrum Akademischer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8, S. 245.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lobularia maritima – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien