Victor-François de Broglie

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Victor-François de Broglie

Victor-François de Broglie, 2. Herzog von Broglie (* 19. Oktober 1718 in Broglie[1]; † 30. März 1804 in Münster) war ein französischer Heerführer und Staatsmann, Marschall von Frankreich. Er war einer von nur sieben Generalmarschällen von Frankreich.

Leben[Bearbeiten]

Victor-François de Broglie kämpfte unter seinem Vater, François-Marie de Broglie, 1734 in Italien bei Parma und Guastalla und im österreichischen Erbfolgekrieg in Böhmen, Bayern und am Rhein und stieg zum Generalmajor (Maréchal de camp) auf.

Nach dem Tod seines Vaters folgte er als Herzog und machte im Siebenjährigen Krieg unter Marschall d’Estrées das Treffen bei Hastenbeck und unter Soubise die Schlacht bei Roßbach mit, kommandierte dann in Hessen, eroberte Kassel (1758), siegte über die Hessen bei Sandershausen, wurde Kommandant in Frankfurt am Main und schlug den Herzog Ferdinand von Braunschweig am 13. April 1759 bei Bergen, wofür er vom Kaiser zum deutschen Reichsfürsten erhoben wurde.

Hierauf nahm er Minden, bahnte sich den Weg nach Hannover und wurde nach der Niederlage des Marschalls Contades bei Minden (August 1759) an dessen Stelle zum Oberbefehlshaber und Marschall ernannt.

Er hielt sich zwar in den nächsten Jahren tapfer und bewährte sich als der tüchtigste Feldherr der Franzosen im Siebenjährigen Krieg, geriet aber in Streit mit dem neben ihm kommandierenden Prinzen von Soubise und wurde nach einigen Verlusten infolge von Hofintrigen der Pompadour abgesetzt und 1762 auf seine Güter verwiesen. 1764 erhielt er das Generalgouvernement Metz und Lothringen (→ Provinz Trois-Évêchés) .

Beim Ausbruch der Revolution 1789 zum Kriegsminister ernannt, befehligte er die zwischen Paris und Versailles zusammengezogenen Truppen, nach deren Abfall er emigrierte. 1792 übernahm er den Oberbefehl über die Armee der Brüder des Königs, wurde nach Ludwigs XVI. Hinrichtung Mitglied des Regentschaftsrats des sogen. auswärtigen Frankreich, errichtete 1794 ein Korps im Dienst Englands und trat nach dessen Auflösung 1797 mit demselben Rang, den er in Frankreich bekleidet hatte, in russische Dienste, blieb jedoch außer Aktivität.

Die Konsularregierung lud ihn 1804 zur Rückkehr nach Frankreich ein, ehe er aber diesem Ruf folgen konnte, starb er 1804 in Münster. Erbe des Herzogstitels war sein Enkel Achille-Léon-Victor de Broglie.

Ehen und Nachkommen[Bearbeiten]

Victor-François de Broglie heiratete in erster Ehe 1736 Marie Anne du Bois de Villiers (1720–1751). Die drei Söhne dieser Ehe starben bereits im Kindesalter. Seine zweite Ehefrau wurde 1752 Louise Crozat de Thiers (1733–1813), mit der er folgende Kinder hatte, die das Erwachsenenalter erreichten:

  • Louise Augustine Thérèse (1753–1771) ∞ 1768 Graf Louis Etienne de Damas Crux
  • Charlotte Amélie Salbigothon (1754–1795) ∞ 1774 Graf Franz Ludwig von Helmstatt
  • Claude Victor (1756–1794)
  • Auguste Joseph (1762–1795), prince de Broglie-Revel ∞ 1782 Françoise de La Brousse de Verteilhac
  • Adélaide Françoise (1764–1852) ∞ 1782 Marquis Stanislas de Boisse
  • Charles (1765–1849)
  • Maurice (1766–1821), Bischof von Gent
  • Aglaé (1771–1846) ∞ 1788 Marquis Casimir de Murat de l’Estang
  • Amédée (1772–1851) ∞ 1801 Geneviève de Montreuil
Siehe auch: Broglie (Familie)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Victor-François de Broglie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Catherine Grisel, André Niel: Hommes et traditions populaires en Normandie. Martelle, Bar-le-Duc 1998, ISBN 2-87890-071-5, S. 182.
Vorgänger Amt Nachfolger
Louis-Pierre de Chastenet Kriegsminister von Frankreich
13. Juli 178916. Juli 1789
Jean-Frédéric de la Tour du Pin-Gouvernet