Vipava

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Vipava, zum gleichnamigen Fluss siehe Vipava (Fluss)
Vipava
Wappen von Vipava Karte von Slowenien, Position von Vipava hervorgehoben
Basisdaten
Staat: Slowenien
Historische Region: Küstenland (Primorska)
Statistische Region: Goriška (Region Gorica)
Koordinaten: 45° 51′ N, 13° 58′ O45.84691111111113.961697222222102Koordinaten: 45° 50′ 49″ N, 13° 57′ 42″ O
Höhe: 102 m. i. J.
Fläche: 107,4 km²
Einwohner: 5.468 (2008)
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km²
Postleitzahl: 5271
Struktur und Verwaltung
Bürgermeister: Ivan Princes
Webpräsenz:

Vipava (dt. Wippach, ital. Vipacco) ist eine Stadt und Gemeinde im Westen Sloweniens in der Nähe von Nova Gorica mit 5468 (2008) Einwohnern. Es liegt an der Quelle des gleichnamigen Flusses im Vipava-Tal (Vipavska dolina) auf einer Seehöhe von 102 m. Im Ort leben 1564 Einwohner (2002). Die Gegend um Vipava ist für ihre Vogel-Kirschen und ihren Wein bekannt.

Ortsteile der Gesamtgemeinde[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gegend wurde vermutlich schon von den Illyrern und Kelten in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Der Name wird auf das keltische Wort vip für Fluss zurückgeführt. 394 war die Umgebung des Ortes Schauplatz der Schlacht am Frigidus. Gegen Ende des 6. Jahrhunderts besiedelten Slowenen die Region. Gegen Ende des 8. Jahrhunderts wurde das Tal von Vipava Teil des fränkischen Reiches und die Christianisierung begann.

Im Mittelalter gehörte die Region dann nacheinander dem Herzogtum Friaul, den Grafen von Görz – während dieser Zeit wird der heutige Ort 1367 erstmals erwähnt –, den Patriarchen von Aquileia und kurzzeitig auch der Republik Venedig an. Im 16. Jahrhundert war die Stadt ein wichtiges Zentrum der Reformation in Slowenien. Schließlich kam Vipava ab 1535 zum Herzogtum Krain unter der Oberhoheit der Habsburger, und zwar bis 1918, als es von italienischen Truppen besetzt und dem Königreich Italien zugeschlagen wurde.

Zwischen 1922 und 1943 betrieben die italienischen Faschisten eine konsequente Italienisierung. Viele Bewohner schlossen sich einer antifaschistischen Bewegung an. Während des Zweiten Weltkriegs war hier ein wichtiges Zentrum des jugoslawischen Widerstands. 1945 wurde die Stadt von jugoslawischen Partisanen befreit und 1947 in die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien eingegliedert. 1991 schließlich wurde sie Teil des unabhängigen Staates Slowenien und gehört nun zur Region Goriška.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Quellen der Vipava und Podskala-Park[Bearbeiten]

Sie zählen zu den ständigen ergiebigen Karstquellen des weiten Karsthinterlands des Nanos und einen Teil des Postojna-Beckens.

Tabor-Festung[Bearbeiten]

1367 wird Vipava als Markt erwähnt. An den Hauptquellen der Vipava sind zwei Rundtürme der Tabor-Festung erhalten. Im Innenhof des Tabor steht ein markanter, stark umgebauter repräsentativer Bau aus dem 17. Jahrhundert.

Tabor-Brücke[Bearbeiten]

Nach dem Ursprung des Vipava-Flusses überspannt diesen nach einigen Dutzend Metern eine alte römische zweibögige Steinbrücke, die auch heute noch verwendet wird. Da sie gleich neben der Festung steht, trägt auch sie den Namen Tabor. Am Brückenkopf befindet sich ein alter Meilenstein mit der Inschrift „11 Meilen von Laibach“. Eine österreichische Postmeile hat exakt 7,585 935 360 Kilometer. Somit beträgt die Entfernung von Vipava nach Laibach 83,445 Kilometer.

Barockes Schloss der Lanthieri[Bearbeiten]

Das am Hauptplatz befindliche Schloss wurde im Jahre 1762 vollendet. Vor dem barocken Gebäude mit ausgereifter Fassade erstreckt sich ein teilweise erhaltener Park, in dem Allegorien, Fontänen und Statuen aufgestellt sind. Die Rückseite des Komplexes wird von den stark sprudelnden Quellen des Vipava-Flusses umflossen. Die mit Stuck verzierten Innenräume erfuhren im Jahr 1962 eine Erneuerung. Von 1726 bis 1727 lebte der venezianische Dichter und Dramatiker Carlo Goldoni in diesem Schloss.

Kirchturm der Stephanuskirche

Friedhof[Bearbeiten]

Zwei über 4.500 Jahre alte Sarkophage aus Porphyr, wovon es nur noch vier weitere in Europa gibt, erzählen schon seit 1845 die Geschichte von Anton Laurin, Honorarkonsul der österreichischen Monarchie am ägyptischen Hof: Der österreichische Generalkonsul in Ägypten und Ehrenritter Anton von Laurin (1789 - 1869) sandte im Jahre 1845 zwei altägyptische Sarkophage in seine Geburtsstadt Vipava. Die Sarkophage stammen aus den vierten und fünften Dynastien (das 25. und 26. Jahrhundert v. Chr.) und wurden in den Turmgräbern der zwei Höflinge am Fuß der Pyramide Khafres in Gizeh entdeckt. Der linke Sarkophag gehörte dem Höfling Rawer und heute ist der minderjährige Sohn von Laurin Albert Alexander in diesem Sarkophag begraben. Der rechte Sarkophag gehörte dem Prinzen Iunmin, der wahrscheinlich Sohn des Königs Mikerin war. Jetzt sind im Sarkophag Vater und Mutter von Laurin, Jernej und Jozefa, geboren Ursic, begraben.

Sankt Stephanuskirche[Bearbeiten]

Am Äußeren des Presbyteriums erkennt man den gotischen Stil des sakralen Bauwerks, es wurde jedoch Mitte des 18. Jahrhunderts barockisiert. Dominant tritt der Glockenturm mit seinem außergewöhnlich kostbaren Steinzierrat in Erscheinung. Die Fresken am Gewölbe des Presbyteriums stammen von F. Jelovsek aus dem Jahr 1752, jene in der Apsis des Altarraums von J. Wolf (1876-1877). Das Presbyterium entstand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Jagdschloss Zemono

Jagdschloss Zemono[Bearbeiten]

Leicht und elegant wirkt das mit Weingärten umgebene Schloss aus der Spätzeit der Renaissance: hier weilte des Öfteren der Venezianische Dichter und Dramatiker Carlo Goldoni als Gast. Der Blick schweift hinauf zu den Dörfern Duplje und Vrhpolje, wo man in Gedanken die berühmte Schlacht zwischen dem römischen Kaiser Theodosius und seinem Widersacher Eugenius vom 5. und 6. September 394 verfolgen kann. Das Schloss mit seinem Pinienhain wird gerne auch von Hochzeitsgesellschaften in Anspruch genommen, wobei nicht nur aus Slowenien selbst gebucht wird, sondern auf Grund der Schönheit des Platzes auch von ausländischen Festgästen.

Umgebung von Vipava[Bearbeiten]

Wallfahrtskirche Maria Trost in Log

Wallfahrtskirche Maria Trost in Log[Bearbeiten]

Einen Kilometer weiter in Richtung Ajdovščina liegt an der Hauptstrasse der zur Ortschaft Budanje gehörende Weiler Log. Unübersehbar die markante Muttergotteskirche in Log von 1619, die im 19. Jahrhundert eine Vergrößerung erfuhr. Die Kirche besitzt drei Glockentürme, ein breites Hauptschiff und zwei engere barocke Seitenschiffe. Im ausgedehnten Altarraum zieren Fresken von F. Kurz von Goldenstein die Wände. Sie stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und sind das erste Beispiel von Nazarener Malerei in Slowenien. Der Hochaltar ist ein venezianisches Werk aus der Zeit um 1800, das Gemälde Maria mit Kind schuf M. Stroj im Jahre 1861.

Vrhpolje

Vrhpolje[Bearbeiten]

Geburtshaus von Sebastjan Krelj

Der in 134 Metern Seehöhe und einen Kilometer in nördlicher Richtung von Vipava entfernt gelegene und 541 Einwohner zählende Ort hat seit 1994 eine Besonderheit: als Mahnmal an die Schlacht am Frigidus wurde zum 1600-jährigen Gedenken auf einem Felsen oberhalb der Siedlung ein 3,5 Meter hohes Steinkreuz errichtet und eingeweiht.

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

In Vipava wurden der österreichische Diplomat Sigismund von Herberstein (14861566) und der protestantische slowenische Schriftsteller Sebastian Krelj (15381567) geboren.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vipava – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien