Walter Maria Kersting

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Walter Maria Kersting, oft Walter M. Kersting (* 8. Juli 1889 in Münster (Westfalen); † 5. Mai 1970 in Waging am See) war ein deutscher Architekt und Industriedesigner.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Der Fernsprecher Modell „E“ entworfen für das Unternehmen Telefonbau und Normalzeit

Kersting veröffentlichte im Jahr 1928 das Bilderbuch für Kaufleute, eine Werbe-Fibel, die zahlreiche von ihm und seiner Frau gestaltete Kataloge, Plakate und Verpackungen in schlichtem, sachlichem Stil vorstellte. Er war von 1927 bis 1932 Professor für künstlerische und technische Formgebung an den Kölner Werkschulen. Kersting hat mit seinen Studenten den Prototypen des Bakelit-Gehäuses des Volksempfängers VE 301 entworfen, der bei der Berliner Funkausstellung 1933 vorgestellt und später aufgrund der markanten Form und der hohen Stückzahlen zum bekanntesten Designgegenstand der NS-Zeit wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete Kersting zusammen mit seinen Söhnen Gerwald und Arno die Kersting-Modellbauwerkstätten in Waging (Oberbayern). Hieraus ging unter anderem der von seinem Sohn Arno Kersting für das Unternehmen „Telefonbau und Normalzeit“ das entworfene Telefon für die Europa Serie E mit dem ersten aus einem Thermoplast gefertigten Telefongehäuse hervor. Im Jahr 1964 wurden Beispiele seiner Arbeiten auf der documenta III in Kassel in der Abteilung Industrial Design gezeigt.

Auf der Exportmesse 1948 stellte Kersting den wohl ersten Entwurf einer Modellbahn im Maßstab 1:180 vor[1], der allerdings nie in Serie ging. Neben seinen Leistungen im Industriedesign gilt Kersting daher auch als Pionier der später beliebt gewordenen Modellbahn Spur N im Maßstab 1:160[2].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Natur und Technik, Ausgabe 23/1949, S. 323-325
  2. MIBA Modellbahnen 10/1964

Weblinks[Bearbeiten]