Wasabi – Ein Bulle in Japan

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Filmdaten
Deutscher Titel Wasabi – Ein Bulle in Japan
Originaltitel Wasabi
Produktionsland Frankreich / Japan
Originalsprache Französisch, Japanisch
Erscheinungsjahr 2001
Länge 94 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Gérard Krawczyk
Drehbuch Luc Besson
Produktion Luc Besson
Musik Julien Schultheis, Eric Serra
Kamera Gérard Sterin
Schnitt Yann Hervé
Nicolas Trembasiewicz
Besetzung

Wasabi – Ein Bulle in Japan ist ein 2001 erschienener, französisch-japanischer Film des Regisseurs Gérard Krawczyk.

Handlung[Bearbeiten]

Als der französische Kriminalkommissar Hubert Fiorentini (Jean Reno), bekannt für seine sehr direkte, jedoch ziemlich erfolgreiche Ermittlungsarbeit, die Nachricht des Rechtsanwalts Ishibashi (Haruhiko Hirata) aus Japan erhält, dass seine ehemalige große Liebe Miko Kobayashi im Leichenschauhaus liege und am Folgetag eingeäschert werde, fliegt er sofort nach Tokio.

Beide hatten seinerzeit für den französischen Geheimdienst gearbeitet und sich ineinander verliebt. Doch eines Tages, vor neunzehn Jahren, war Miko spurlos verschwunden; Fiorentini kehrte nach Paris zurück und wurde Kriminalbeamter. Nachdem er mit einem übereifrigen Zollbeamten zusammengestoßen ist, trifft er am Flughafen von Tokio zu dessen großer Freude seinen ehemaligen französischen Geheimdienstpartner Momo (Michel Muller) wieder, der seit Jahren in Tokio lebt und ihn zu Mikos Anwalt fährt. Dort wird er völlig überraschend mit der Existenz seiner und Mikos Tochter Yumi (Ryōko Hirosue) konfrontiert, die mittlerweile zu einer aufmüpfigen, etwas verschwenderischen Frau von beinahe 20 Jahren herangewachsen ist. Sie darf zunächst, da sie ihren – ihr unbekannten Vater – hasst, da er angeblich ihrer Mutter Gewalt angetan hat und dann verschwunden ist, von seiner Identität nichts erfahren. Fiorentini nimmt Abschied von Miko und findet dabei an der Toten verdächtige Spuren, Kristalle an der Nase und Erde unter den Fingernägeln, die er sichert und Momo zur Analyse gibt, was das Verwirrspiel noch steigert. Bald werden sie auf Schritt und Tritt von schwarz gekleideten Männern mit Sonnenbrillen verfolgt, die Fiorentini aber gekonnt außer Gefecht setzt. Mikos Krankenakte, die Yumi zuhause aufbewahrt, zeigt Ungereimtheiten und nachträgliche Textänderungen.

Bei einem Besuch in der Bank – Yumis wöchentliches Taschengeld steht an – erfährt Fiorentini, dass es zwei Konten auf Yumis Namen gibt, über die sie erst in zwei Tagen bei Erreichen der Volljährigkeit verfügen kann. Sie weisen ein gewaltiges Vermögen aus: 200 Mio. amerikanische Dollar, 37 Mio. Dollar Kapital und 163 Mio. Dollar Zinsen. Zudem erfährt Fiorentini von Momo, dass nach vorläufiger Spurenauswertung die Kristalle aus Kaliumcyanid bestehen, das sicherlich kein Krebsheilmittel ist, sondern mit dem Miko, unter Berücksichtigung der Abwehrverletzungen und der manipulierten Krankenakte, von der Yakuza ermordet und das Ganze vertuscht wurde. Also sucht er mit seinem ehemaligen Partner Momo zu dessen übergroßer Freude auf eigene Faust nach den Tätern. Fiorentini findet mit Momos Hilfe und dessen Kontakten heraus, dass Miko vor neunzehn Jahren aus ihrem alten Leben mit ihm verschwand, um als Doppelagentin im Regierungsauftrag für die Yakuza zu arbeiten und dadurch diese zu infiltrieren, was eine strenggeheime Ehrung mit einem der höchsten Orden Japans bestätigte. Sie hatte schon vor etlichen Jahren eine beträchtliche Summe Yakuza-Geld (US$ 37 Mio.) auf eines der Konten auf den Namen ihrer Tochter abgezweigt. Diese 200 Mio. Dollar (inkl. Zinsen) will die Organisation mit allen Mitteln zurück und ist nun hinter Yumi her. Nach einer atemberaubenden Golfdemonstration Fiorentinis vor dem Yakuzachef Takanawa, "das Zebra", nimmt dieser Yumi als Geisel mit. Ein kleines Notizbuch in einem Versteck hinter dem Putz in Mikos früherer Stadtwohnung und ein kleiner Schlüssel aus Mikos Nachlass mit der Auswertung der gesicherten Erdpartikel führen Fiorentini und Momo in einen Park nach Kioto, wo der Inhalt einer kleinen Holzschachtel ihnen Mikos Arbeitsweise offenbart.

Fiorentini gelingt es, mit Momo als Bankangestelltem und seinen als Kunden getarnten Leuten als bewaffnete Lebensversicherung in der Bankhalle am Morgen von Yumis Volljährigkeit unter den Augen Takanawas, die Riesensumme statt auf dessen Schweizer Konto auf sein eigenes Konto nach Paris zu transferieren und ihn und seine Leute in einem Schusswechsel mit akrobatischen Einlagen zu besiegen. Der bereits vorher alarmierten Polizei blieb nur noch die Aufgabe, den Tatort zu sichern und aufzuräumen. Nach ihrem tränenreichem Abschied vom wiedergefundenen Papa im Flughafen unter den Argusaugen von Kommissar Yasumoto und seinen Leuten verspricht Yumi, unter Momos Schutz ihre Schule zu beenden und nach einem Monat nach Paris nachzukommen. Im Flugzeug tauchen dann zu Fiorentinis Entsetzen die beiden großen Aluminiumwaffenkoffer von Momo auf...

Der Filmtitel bezieht sich auf das gleichnamige japanische Gewürz Wasabi, das in kleinen Mengen z. B. zusammen mit Sushi verzehrt wird. Fiorentini jedoch kann das scharfe Gewürz in großen Mengen ohne spürbare Folgen pur essen – ganz im Gegensatz zu seinem Partner Momo, wie im Film nachdrücklich gezeigt wird.

Synchronisation[Bearbeiten]

Jean Reno wird von Joachim Kerzel gesprochen.

Kritik[Bearbeiten]

Lexikon des Internationalen Films: „Eine knallharte Actionkomödie mit „Dirty Harry“-Anleihen, die vom Aufeinanderprallen zweier gegensätzlicher Kulturen lebt und von einem guten Hauptdarsteller getragen wird.“

Trivia[Bearbeiten]

Regisseur Gérard Krawczyk erscheint für wenige Sekunden hinter Jean Reno vor Passieren der Ausgangskontrolle nach der Landung in Tokio.

In der deutschsprachigen Version nennt sich das Narbengesicht Kasuhiro Katanawa statt Kasuhiro Takanawa.[1]

Am Ende des Films registriert eine Angestellte von Fiorentinis Hausbank in Paris den Eingang von € 200 Mio. auf seinem Konto, angewiesen wurden in Tokio aber US$ 200 Mio. Der Grund ist der Wechselkurs vom Euro zum US-Dollar, der im Jahr 2001 quasi 1:1 war.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Magisterarbeit 2009, S. 118 (PDF; 2,7 MB)