Weinbau in Namibia

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Der Weinbau in Namibia hat eine sehr kurze Geschichte. Der kommerzielle Weinbau begann erst 1990. Er nimmt eine untergeordnete wirtschaftliche Rolle ein. Namibia zählt aufgrund der klimatischen Extrembedingungen zu den kleinsten Weinbaugebieten der Erde.

Klima und Geographie[Bearbeiten]

Die Weinbaugebiete Namibias liegen zwischen dem 21. und 28. südlichen Breitengrad. Sie gelten als trockenste Weinbaugebiete der Erde.[1] Hier herrscht ein arides Klima mit großen jahres- und tageszeitlichen Schwankungen vor. In den Sommermonaten werden häufig mehr als 40 °C erreicht, während in den Wintermonaten mit Bodenfrost gerechnet werden muss. Aufgrund des generellen Wassermangels sind die Anbaugebiete entlang von Flüssen beziehungsweise Rivieren angelegt. Die Weinlese findet zwischen Januar und März statt.

Herkunftsgebiete und Weingüter[Bearbeiten]

Weinbau in Namibia um 1910

In Namibia werden die wenigen Weinanbaugebiete nicht offiziell in Herkunftsgebiete untergliedert. Dennoch lassen sich drei Gebiete abgrenzen. Der gesamte Weinbau in Namibia erstreckt sich über eine kommerzielle Rebfläche von nur etwa 12 Hektar. Es zählt damit zu den kleinsten unabhängigen Weinbaugebieten der Erde (zum Vergleich ist das Anbaugebiet in Deutschland etwa 105.000 Hektar und in Südafrika 136.000 Hektar groß).

Omaruru[Bearbeiten]

Das Weinbaugebiet von Omaruru ist das größte und älteste Anbaugebiet Namibias und Heimat der ersten Kellerei des Landes. Die gesamte Rebfläche von etwa 3 Hektar ist Teil der Kristall Kellerei.[2] 1990 wurde mit dem Anbau der Reben begonnen und fünf Jahre später die ersten Trauben geerntet. Es werden ausschließlich die Rebsorten Ruby Cabernet und Colombard, seit 2011 auch Petit Verdot angebaut. Zudem werden Nappa und Brandy gebrannt. Bis 2015 ist eine Verdopplung der Rebfläche geplant. Die vergangene Produktion beträgt je nach Regenmenge zwischen 1700 Liter (2011) und 5000 Liter (2010)[3], andere Quellen sprechen von bis zu 10.000 Flaschen pro Jahr[4]

Neuras[Bearbeiten]

In Neuras am Rande der Naukluftberge bei Maltahöhe wurde 1996 mit der gleichnamigen Neuras Winery die zweite Kellerei Namibias mit eigenem Anbaugebiet eröffnet. Auf einer Fläche von etwa 4 Hektar werden die Rebsorten Shiraz und Merlot angebaut, seit 2010 auch Petit Verdot.[5] Jährlich werden etwa 3000 Flaschen gekeltert.[6]

Die Weine haben bereits internationale Bekanntheit erlangt.[7]

Otavi[Bearbeiten]

Bertus Boshoff begann 1998 mit dem experimentellen Anbau von zahlreichen Trauben (unter anderem Shiraz, Viognier, Cabernet Sauvignon und Ponotage) in den Otavibergen. Seine Anbaufläche gilt mit vier Hektar als größte des Landes, wobei ein Ausbau um 1,3 Hektar geplant ist. Der Wein wird unter dem Namen „Thonningi“ vertrieben. Derzeit werden 2500 bis 300 Flaschen Shiraz pro Jahr abgefüllt.[8]

2004 begannt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Thonningi der Anbau von Shiraz, Cabernet Sauvignon, Viognier, Mourvèdre, Tempranillo und Chardonnay durch die Familien Schulz und Evrad.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The worlds driest vineyard, UK Telegraph, 9. Oktober 2008
  2. Weingüter in Namibia, Willies Wein Idee, 20. April 2009
  3. Interview durch Benutzer:Chtrede mit Besitzer Michael Weder, 14. Mai 2012
  4. Namibian wine: an unfogettable tase. tourismus Namibia, August 2013, S. 4
  5. Eine Naukluft-Farm wartet auf Wüsten-Winzer, Allgemeine Zeitung, 24. Juni 2011
  6. Namibian vineyard defies odds to produce wine, UK Telegraph, 8. Oktober 2007
  7. Arid South produces world-class wine. In: The Namibian. 2. Juni 2009.
  8. Northern wine farm producing quality in a bottle. Namibian Sun, 23. November 2011 abgerufen am 15. Mai 2012
  9. Flamingo - Business Industry - Where there’s a will, there’s a wine. Flamingo, Datum unbekannt abgerufen am 15. Mai 2012