Weinstein

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Weinstein (Begriffsklärung) aufgeführt.
Strukturformel von Kaliumhydrogentartrat.
Weinstein in einem Holzfass

Weinstein ist ein früherer Trivialname für die chemische Substanz Kaliumhydrogentartrat. Als Phänomen bei der Weinherstellung, wo er sich als Kristalle in Behältern mit lagerndem Wein am Boden absetzt, handelt es sich um ein Gemisch aus schwerlöslichen Salzen der Weinsäure, im Wesentlichen aus Kaliumhydrogentartrat (Summenformel KC4H5O6) und Calciumtartrat (Summenformel CaC4H4O6)[1].

Weinstein ist in Wasser schwer löslich und setzt sich daher an Fasswänden von Holzfässern und, je nach Art der Lagerung, am Grund oder am Korken von Weinflaschen ab.

Wein wird unter anderem dekantiert, um Weinstein vom Wein zu trennen. Weinstein fühlt sich im Mund wie Sand an, beim Zerkauen schmeckt er säuerlich.

Das Vorhandensein von Weinstein ist weder ein Fehler des Weines noch ein zwingendes Qualitätsmerkmal. Es ist lediglich ein Hinweis darauf, dass beim Weinausbau der Wein nicht oder nur unzureichend chemisch (durch Metaweinsäure) oder physikalisch (durch Kälte) stabilisiert wurde.

Weinstein hat für Menschen keine schädlichen Auswirkungen.

Von historischem Interesse ist das sogenannte Weinsteinöl. Hierunter verstand man Produkte, die bei der trockenen Destillation von Weinstein erhalten wurden, und zwar

  • das Destillat, das so genannte brenzliche Weinsteinöl[2]
  • den Rückstand, bestehend aus Kaliumcarbonat und Kohle, der infolge der Hygroskopie des Kaliumcarbonats an der Luft zerfließt und daher zerflossenes Weinsteinöl[2] genannt wurde.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Fotos

[Bearbeiten] Verwendung


[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Römpp CD 2006, Georg Thieme Verlag 2006
  2. a b http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Weinstein%C3%B6l


[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Literatur

  • H. Dittmar-Ilgen: Wie der Kork-Krümel ins Weinglas kommt; S. 37: Kristalle im Weinglas (Weinstein bei der Weinherstellung) ISBN 3-7776-1440-8
  • Jörg Mildenberger: Anton Trutmanns 'Arzneibuch', Teil II: Wörterbuch, Würzburg 1997 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen, 56), Band V, S. 2300f. ISBN 3-8260-1398-0
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