Weisshorn (Wallis)

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Weisshorn
Das Weisshorn in einer Zeichnung von E.T. Compton

Das Weisshorn in einer Zeichnung von E.T. Compton

Höhe 4'505 m ü. M.
Lage Kanton Wallis, Schweiz
Gebirge Alpen (Walliser Alpen)
Dominanz 11,1 km → Dom
Schartenhöhe 1235 m ↓ Furggjoch
Koordinaten 621456 / 10558046.1013888888897.71611111111114505Koordinaten: 46° 6′ 5″ N, 7° 42′ 58″ O; CH1903: 621456 / 105580
Weisshorn (Wallis) (Wallis)
Weisshorn (Wallis)
Erstbesteigung 19. August 1861 durch John Tyndall, Johann Josef Benet und Ulrich Wenger
Normalweg Ostgrat (III)

pd5

Das Weisshorn ist ein 4'505 m ü. M. hoher Berg in den Walliser Alpen mit der Form einer von drei scharfen Graten gebildeten ebenmässigen Pyramide.

Besteigungsgeschichte[Bearbeiten]

Die Erstbesteigung des Weisshorns erfolgte am 19. August 1861 durch John Tyndall, Johann Josef Benet, genannt Bennen[1] von Steinhaus VS und Ulrich Wenger über den Ostgrat, den heutigen Normalweg.

Der Südwestgrat (Schaligrat), der anspruchsvollste der drei Weisshorngrate, wurde erstmals am 2. September 1895 von Joseph M. Biner, Ambros Imboden und dem Engländer Edward Broome erklommen. Der Nordgrat schliesslich wurde am 21. September 1898 von H. Biehly und H. Burgener erstmals begangen.

In den drei grossen Wänden des Weisshorns ist der Fels oft von schlechter Qualität. Die stein- und eisschlaggefährdeten Flanken werden daher nur selten durchstiegen. Lediglich der Younggrat, eine vom Gendarmen des Nordgrats nach Westen hinabziehende Rippe, ist eine einigermassen sichere Route. Benannt wurde sie nach dem britischen Alpinisten Geoffrey Winthrop Young, dem die Erstbegehung am 7. September 1900 mit den Führern Benoît und Louis Theytaz gelang. Bei einem frühen Versuch der Ersteigung der Westwand kam der bekannte Münchener Bergsteiger Georg Winkler im August 1888 ums Leben. Winkler blieb bis 1956 verschollen, als der Weisshorngletscher seine Leiche freigab.

Metallkreuz auf der Spitze des Weisshorns 1978[Bearbeiten]

Anlässlich des 100. Geburtstages von Franz Lochmatter, der im Jahre 1933 während des Abstiegs von der Weisshornspitze über den Ostgrat (Normalgrat) am grossen Gendarm, der heute Lochmatterturm genannt wird, tödlich abstürzte, setzten die Bergführer des Nikolaitales am Samstag, dem 23. September 1978, ein Metallkreuz auf die Spitze des Weisshorns. Am Sonntag, dem 24. September 1978, fand bei der Weisshorn-Hütte die Kreuzeinsegnung und eine Gedenkfeier statt.

Helikopterunfall 1983[Bearbeiten]

Am Abend des 31. Juli 1983 führte die Air Zermatt mit einem Helikopter des Typs Alouette III einen Suchflug auf der Südseite des Weisshorns durch. Zwei Alpinisten galten als vermisst. Im Helikopter befanden sich neben dem Piloten ein Flughelfer sowie ein Bergführer. Der Helikopter schlug auf dem Schaligletscher auf und wurde zerstört. Der Flughelfer erlag seinen Verletzungen. Der Bergführer und der Pilot überlebten den Unfall schwer verletzt. Die beiden Alpinisten konnten später nur noch tot geborgen werden.[2]

Routen[Bearbeiten]

Ostgrat

  • Schwierigkeit: ZS, III (Frz. Skala: AD; mit III. UIAA-Grad Felskletterei)
  • Zeitaufwand: 7 Stunden
  • Ausgangspunkt: Weisshornhütte (2'932 m)
  • Talort: Randa (1'408 m)

Nordnordwestgrat

  • Schwierigkeit: ZS+, III+ (Frz. Skala: AD+; mit III+. UIAA-Grad Felskletterei)
  • Zeitaufwand: 8 Stunden
  • Ausgangspunkt: Cabane de Tracuit (3'256 m)
  • Talort: Zinal (1'675 m)

Südwestgrat oder Schaligrat

  • Schwierigkeit: S, IV (Frz. Skala: D; mit IV. UIAA-Grad Felskletterei)
  • Zeitaufwand: 5 Stunden
  • Ausgangspunkt: Schalijochbiwak (3'780 m)
  • Talort: Zermatt (1'614 m)

Literatur[Bearbeiten]

Daniel Anker, Marco Volken: Weisshorn. Der Diamant des Wallis. AS Verlag, Zürich 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weisshorn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christian Imboden Berge: Beruf, Berufung, Schicksal, Rotten Verlag, Visp, 2013, ISBN=3-907624-48-3, S. 62 und 179
  2. Schlussbericht (PDF; 2,8 MB) der Eidgenössischen Flugunfall-Untersuchungskommission.