Wilhelm Eigener

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Wilhelm Eigener (* 13. März 1904 in Holzminden; † 9. Oktober 1982 in Hamburg) war ein deutscher Tierillustrator und Grafiker.

Leben[Bearbeiten]

Wilhelm Eigener stammt aus einer Künstlerfamilie. Die Vorfahren waren Ikonenmaler aus Ulm, die später nach Moskau auswanderten, wo sie eine Lackfabrik aufbauten. Nach dem Brand der Stadt kehrten sie nach Deutschland zurück und ließen sich in Holzminden an der Weser nieder. Nach dem Abitur am humanistischen Gymnasium absolvierte Eigener eine Malerlehre. Von 1920 bis 1924 studierte er Kunst bei Albert Aereboe an der Kunstgewerbeschule Kassel, bei Arthur Illies an der Kunstgewerbeschule Hamburg sowie bei Ludwig Bartning und Oskar Hadank an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst in Berlin.

Wilhelm Eigener arbeitete von 1930 bis 1938 als Chefzeichner bei der Druckerei Friedländer, einer Hamburger Druckerei, die auf Zirkus- und Artistenplakate spezialisiert war. Während des Zweiten Weltkriegs diente er als Soldat in Polen und Russland. Nachdem er nach dem Krieg einige Märchenbücher illustriert hatte, wurde er ab den 1950er-Jahren einer der gefragtesten deutschen Tier- und Naturbuchillustratoren. Seine naturgetreuen Aquarellzeichnungen sind in vielen Tier-, Natur-, Biologiebüchern aber auch auf den Umschlägen von Zooführern des Berliner Zoos zu finden. Um die Tiere hautnah beobachten zu können, unternahm Eigener in den Jahren 1956, 1959 und 1965 Studienreisen durch Afrika, darunter nach Kairo, nach Kapstadt, nach Sansibar, in den Kongo-Urwald, in die Wüste Namib und an die Skelettküste in Südwestafrika. 1977 reiste er in den Iran und 1979 nach Indien. Von 1978 bis 1980 fungierte Eigener als wissenschaftlicher Berater für die ARD-Vorabendserie Welt der Tiere, die von Dietmar Schönherr moderiert wurde.

Eigener arbeitete über 30 Jahre selbstständig, unter anderem als Hauszeichner für den Tierpark Hagenbeck. Sein bekanntestes Buch ist Die Enzyklopädie der Tiere (1971), in dem 4.000 Tierarten, mehrere davon zum ersten Mal, farbig dargestellt sind. Darüber hinaus hat er als Illustrator an der Enzyklopädie Grzimeks Tierleben mitgearbeitet.

Ein Großteil seiner Werke ist im Biohistoricum im Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn archiviert.

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • 1964 im Frankfurter Zoo auf Einladung von Bernhard Grzimek
  • 1967 in der Commerzbank in Hamburg-Bergedorf
  • 1976 im Kurbad Bad Bevensen
  • 1984-1985 Sonderausstellung des Zoologischen Instituts und Zoologischen Museums der Universität Hamburg

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1977 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • 1979 Ernennung zum Mitglied mit Goldmedaille der Academia Italia
  • 1982 Goldener Zentaur der Academia Italia

Werke, die von Eigener illustriert wurden[Bearbeiten]

  • 1947–1953: Karpatenbären, Parus Verlag
  • 1948: Deutsche Volksmärchen (Autor: Gottfried Henssen), Löwes Verlag, Stuttgart
  • 1953: Die Welt der Säugetiere (Autor: Otto Fehringer), Droemersche Verlagsanstalt München
  • 1954: Förster Specht und seine Füchse, Bayrische Verlagsanstalt
  • 1955: Zwei Reiter, zwei Pferde, Egmont Franz Schneider Verlag
  • 1960: Das Tierreich nach Brehm (Autoren: Peter Rietschel, Alfred Brehm)
  • 1963: Pflanzen und Tiere Europas (Autor: Harry Garms), Georg Westermann Verlag, Braunschweig
  • 1963: Säugetiere der Welt (Autor: Hans Hvass), Gebrüder Weiß Verlag, Berlin-Schöneberg
  • 1964: Uganda (Autor: Otto Willscher)
  • 1964: Vögel der Welt (Autor: Hans Hvass), Gebrüder Weiß Verlag, Berlin-Schöneberg
  • 1966: Fische der Welt (Autor: Hans Hvass), Gebrüder Weiß Verlag, Berlin-Schöneberg
  • 1967: Ullstein Lexikon der Tiere
  • 1968: Grzimeks Tierleben (Autor: Bernhard Grzimek)
  • 1971: Enzyklopädie der Tiere (Zusammenstellung & Texte: Wilhelm Eigener, Texte von Wissenschaftlern der Universität Hamburg & München, Manfred Pawlak Verlag, Hamburg)
  • 1974: Was lebt wo auf dieser Erde? (Autor: Wilhelm Eigener, Mitarbeit: Dr. Dieter Lorch (Botanik)), Verlag Olde Hansen, Hamburg
  • 1976: Tiere und Pflanzen der Erde (auch Autor), Verlag Olde Hansen
  • 1979: Meine schönsten Tierbilder. (Autor: Wilhelm Eigener, Mitarbeit: Dr. Angelika Grettmann-Werner) Bertelsmann Reinhard Mohn GmbH, Gütersloh
  • 1982: Großes farbiges Tierlexikon. 4000 farbige Tierabbildungen (Autor), Georg Westermann Verlag

Weitere Illustrationen sind in diversen Zeitschriften wie Das Tier, Sielmanns Tierwelt und Medizin Heute zu finden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hamburger Abendblatt Nr. 224 vom 25. September 1968, S. 8: „Ein malender Zoologe“.
  • Dr. Angelika Grettmann-Werner: Wilhelm Kuhnert (1865–1926) Tierdarstellung zwischen Wissenschaft und Kunst, TORO Verlag, Hamburg, 1981, S. 115 ff.

Weblinks[Bearbeiten]