Sansibar
| Sansibar (Zanzibar) | |
|---|---|
| Flagge Sansibars | |
| Geographie | |
| Staat: | Tansania |
| Gewässer: | Indischer Ozean |
| Inseln: | 2 Hauptinseln |
| Geographische Lage: | 6° S, 39° O-5.583333333333339.333333333333Koordinaten: 6° S, 39° O |
| Basisdaten | |
| Fläche: | 2654 km² |
| Einwohner: | 1 155 065 |
| Bevölkerungsdichte: | 435 Einw./km² |
| Hauptstadt: | Sansibar-Stadt |
| Lagekarte | |
Sansibar [ˈzanzibaːɐ̯] (auch Zanzibar; persisch زنگبار: Zangi-bar; Bedeutung wahrscheinlich „Küste der Schwarzen“, vgl. Zandsch) ist ein halbautonomer Teilstaat des Unionsstaates Tansania in Ostafrika.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Das Gebiet besteht aus den beiden Nachbarninseln Unguja (früher ebenfalls Sansibar genannt) und Pemba, jeweils mit Nebeninseln, sowie der abgelegenen kleinen Latham-Insel, alle im Sansibar-Archipel.
Die in geographischer Hinsicht ebenfalls zum Sansibar-Archipel gerechnete Insel Mafia ganz im Süden ist nicht Teil des Gebietes, gehörte aber bis 1885 zum Sultanat Sansibar.
Im Jahr 2007 betrug die Gesamtbevölkerung 1.155.065.[1]
Geschichte [Bearbeiten]
Am 10. Dezember 1963 erlangte das Sultanat und damalige britische Protektorat Sansibar die Unabhängigkeit.
Am 12. Januar 1964 erfolgte die Ausrufung der Volksrepublik Sansibar und Pemba. Nach einer blutigen Revolution der schwarzen Mehrheitsbevölkerung gegen die arabisch-stämmige Oberschicht (die Inseln waren von 1698 bis zum 6. April 1861 Teil des Sultanats Oman) erklärte sich Sansibar unabhängig und tendierte sehr bald zum sozialistischen Lager. Vom 18. Januar bis zum 7. April 1964 war die Insel Pemba eine eigenständige Volksrepublik.
Unter starkem politischen Druck von außen schloss sich Sansibar am 26. April 1964 mit dem unabhängigen Tanganjika zusammen zu dem neuen Staat Tansania.[2][3]
Verwaltung [Bearbeiten]
Sansibar verfügt als Teilstaat innerhalb Tansanias über eine eigene Regierung, ein Parlament und einen Präsidenten (seit November 2010 Ali Mohamed Shein). Sein höchstes Gericht untersteht nicht dem höchsten Gericht der Union Tansania.[4]
Das Gebiet umfasst fünf der insgesamt 26 Verwaltungsregionen Tansanias (mkoa), zwei auf der Insel Pemba und drei auf der Hauptinsel Unguja:
| Region (mkoa) | Swahili | Hauptstadt | Fläche km² |
Bevölkerung 2007 |
|---|---|---|---|---|
| Pemba North | Kaskazini Pemba | Wete | … | 224.951 |
| Pemba South | Kusini Pemba | Mkoani | … | 216.479 |
| Zanzibar North | Kaskazini Unguja | Mkokotoni | … | 160.463 |
| Zanzibar Central/South | Kusini Unguja | Koani | … | 105.456 |
| Zanzibar Urban/West | Mjini Magharibi | Sansibar-Stadt | … | 447.716 |
| Sansibar | Zanzibar | Sansibar-Stadt | … | 1.155.065 |
Jede dieser Regionen ist wiederum in zwei Distrikte (wilaya) gegliedert, insgesamt bestehen also zehn Distrikte.[1]
Die Distrikte werden ferner in wards (shehia) gegliedert.[5] Mehrere wards bilden jeweils einen Wahlkreis (constituency).[1]
In ländlichen Gebieten gibt es auf der untersten Ebene Dörfer (villages). Ein ward kann ein oder mehrere Dörfer aufweisen. In städtischen Gebieten ist ein ward ein Stadtteil.
Infrastruktur und Transport [Bearbeiten]
Sansibars Straßennetz hat eine Gesamtlänge von 1.600 Kilometer, von denen der Großteil asphaltiert oder teilasphaltiert ist. Die restlichen Straßen bestehen aus Erde oder Schotter und müssen jährlich saniert werden, um sie zu erhalten.
Es existieren keine öffentlichen Nahverkehrsmittel in Sansibar; es verkehren jedoch private Sammeltaxen, genannt daladala.
Sansibar hat ein recht gut entwickeltes Verkehrsnetz auf dem Wasserweg errichtet, über den über 90 % des Handels abgewickelt wird. Es gibt auf Unguja und Pemba fünf Häfen, an denen sowohl Frachtschiffe als auch Privatboote anlegen können. Die Zanzibar-Port Corporation (ZPC) ist eine öffentliche Einrichtung, die die Häfen autonom betreibt und entwickelt. Die Kaimauern der wichtigsten Seehäfen Sansibars wurden 1989–1991 mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union errichtet.
Sansibars Hauptflughafen, Zanzibar International Airport, wurde 1994 in der Nähe von Sansibar-Stadt erbaut. Von dort gibt es regelmäßige Verbindungen mit dem Festland und Europa, was zu einem Anstieg des Tourismus auf den Inseln führte.
Sprache und Kultur [Bearbeiten]
Die Bewohner Sansibars sind unterschiedlicher ethnischer Herkunft. Gesprochen wird Swahili, das in weiten Gebieten Ostafrikas gesprochen wird; außerdem ist Englisch Amtssprache. Weiterhin wird in vielen Gegenden Arabisch gesprochen.
Literatur [Bearbeiten]
- Rita Bake (Hrsg.): Hamburg - Sansibar, Sansibar - Hamburg: Hamburgs Verbindungen zu Ostafrika seit Mitte des 19. Jahrhunderts, Landeszentrale für Politische Bildung, Hamburg 2009, ISBN 3-929728-19-2
- Colette Le Cour Grandmaison, Ariel Crozon: Zanzibar aujourd'hui, Karthala, Paris, 1998, ISBN 2-86537-792-X
- Sascha Wisotzki: Sansibar : 1000 Jahre Globalisierung, Edition Weiss, Berlin, 2009, ISBN 978-3-9811876-2-5.
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Website der Provinz Sansibar (englisch)