Wilhelm Nigrinus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wilhelm Nigrinus (auch: Schwartze; * 28. Mai 1588 in Kaaden; † 23. September 1638 in Wittenberg) war ein lutherischer Theologe und Philosoph aus Böhmen und Rektor der Universität Wittenberg.

Leben[Bearbeiten]

Geboren als Sohn des Bürgers Sebastian Schwartze († 1613) und seiner Frau Barbara, der Tochter des aus Schöneck stammenden Bürgers und Ratsherrn in der böhmischen Stadt Brix, hatte er bis zu seinem neunten Lebensjahr Privatlehrer. Er besuchte in der Folge Schulen in Annaberg, Schlackenwerth, Zwickau, Saltz und Schlaggenwald. Mit seinem Bruder Martin bezog er am 21. Juni 1606 die Universität Wittenberg. Bartholomäus Nigrinus,[1] Pastor in Breslau und Danzig, war möglicherweise ein weiterer Verwandter.

In Wittenberg studierte er sieben Jahre, zog sich nach dem Tod seines Vaters in seinen Heimatort zurück, wo er sein Traktat De legis impletione verfasste, welches 1617 gedruckt wurde. Nebenbei war er Lehrer in Brunnersdorf, erhielt 1616 eine Stelle als Rektor am Deutschen Pädagogium in Prag und wäre 1619 gern von dort weg gegangen, um an einer lutherischen Hochschule zu lehren. Die Widrigkeiten des Dreißigjährigen Krieges machten dies jedoch in Böhmen unmöglich. Er musste 1625 als Exulant flüchten und so ging er wieder zurück an seinen ehemaligen Studienort, nach Wittenberg.

Er wurde am 13. Februar 1629 Adjunkt an der philosophischen Fakultät und erwarb am 26. März 1629 den akademischen Grad eines Magisters, wobei er die Prüfung so gut ablegte, dass er am Anfang des folgenden Jahres als Professor der praktischen Philosophie angenommen wurde. Seine Vorlesungen behandelten die Tugendlehre (Aretalogie) und die Glückseligkeitslehre. Als Professor verwaltete er 1633 und 1637 das Dekanat der Artistenfakultät und war in seinem Todesjahr 1638 Rektor. Er bekam am 6. August Fieber, das, von epileptischen Anfällen begleitet, zu seinem Tod führte. Am 27. September 1638 wurde er in der Wittenberger Schlosskirche beigesetzt.

Werke[Bearbeiten]

  • Tractatus De legis impletione, Wittenberg 1617
  • Papisticum S. Scriptuarae contemptum, Wittenberg 1629
  • Assertionem loci cujusdam a Fevardentio citati, Wittenberg 1629
  • Disp. De summo bono
  • de Honoribus tum in genre, tum in specie de nobilibus & academicis, Wittenberg 1631
  • de justitia
  • de Juramentis
  • de Societate conjugali
  • de familiis in genere
  • de civitate & civibus
  • de principiis actionum humanarum
  • de amicitia
  • de domo, vico, pago, oppido, urbe & civitate
  • Mit Gottfried Meissner: Disputatio politica de monarchia et monarcha (1636) Digitalisiert durch Bayerische Staatsbibliothek

Familie[Bearbeiten]

Er heiratete am 1. Februar 1620 in Kaaden Ludmilla Schönhöfer. Aus der elfjährigen Ehe sind die Töchter Elisabeth Nigrinus und Barbara Nigrinus (wurde vier Wochen alt) hervorgegangen. Seine zweite Ehe ging er in Wittenberg am 24. April 1632 mit Elisabeth Lenz († 1636), der Witwe des Peter Müller, ein. In der Ehe erblickten Johann Wilhelm Nigrinus († jung) und Maria Sybilla Nigrinus (starb im Alter von drei Jahren) das Licht der Welt. Am 13. Juni 1637 ging er in Wittenberg mit Maria Crüger († 21. Dezember 1663 in Wittenberg), der Witwe des Georg Hettenbach (* um 1587 in Wittenberg; † 17. Juni 1634 ebenda), seine dritte Ehe ein. Aus der einjährigen Ehe ging die Tochter Christina Nigrinus hervor.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Bartholomaeus Nigrinus in der englischsprachigen Wikipedia