Wladimir Dawidowitsch Baranow-Rossiné

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Wladimir Dawidowitsch Baranow-Rossiné (ursprünglich Schulim-Wolf Dawidowitsch Baranow; russisch Владимир Давидович Баранов-Россине; wiss. Transliteration Vladimir Davidovič Baranov-Rossiné; * 20. Dezember 1887jul./ 1. Januar 1888greg. in Bolschaja Lipaticha im Gouvernement Taurien; † 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau) war ein russischer avantgardistischer Künstler. Neben Malerei und Bildhauerei beschäftigte er sich mit der Theorie der Farbmusik und der lichtmusikalischen Kinetik, war Erfinder des optophonischen (Farbaudio-)Klaviers und auf dem Gebiet der militärischen Camouflage.

Leben[Bearbeiten]

Von 1903 bis 1907 studierte Baranow-Rossiné an der Odessaer Kunstfachschule und von 1908 bis 1909 an der Russischen Kunstakademie in Sankt Petersburg. Er malte im futuristischen und suprematistischen Stil. 1908 führte er in Kiew mit der russischen avantgardistischen Künstlergruppe Sweno eine Ausstellung durch. 1910 bis 1914 weilte er in Paris in der Künstlerkolonie La Ruche, wo er unter dem Namen Daniel Rossiné arbeitete und ausstellte. Nach seinem Aufenthalt in Norwegen von 1915 bis 1917, wo er 1916 eine Ausstellung in Oslo hatte, kehrte er nach Petrograd zurück. 1916 konstruierte er sein Optophonic Piano, dessen Tasten jeweils mit Ton und Farbe, welche auf einen Bildschirm projiziert wurde, verbunden waren, und ließ es patentieren.

1919 heiratete er seine erste Frau, die aber bei der Geburt seines ersten Sohnes Eugène (1920–1997) starb. 1922 war er Lehrer am Wchutemas. Die Erste Russische Kunstausstellung Berlin 1922 zeigte einige seiner Gemälde wie Form und Farbe, Samowar, Rosa Farbe.

1923 heiratete er Pawlina Semjonowna Bukur (1900–1979), mit der er drei Kinder hatte: Michail (1928–1935), Tatjana (* 1934) und Dmitri (* 1942). Anfang der 1920er beschäftigte er sich, bezogen auf Skrjabin, weiter mit Lichtmusik. Erste Konzerte fanden 1923 in Meyerholds Theater und 1924 im Bolschoi-Theater statt.

1925 emigrierte Baranow-Rossiné nach Frankreich, wo er 1927 die Optophonik-Akademie gründete. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er auf Grund seines jüdischen Glaubens 1943 von der Gestapo verhaftet und in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort wurde er im Jahr 1944 umgebracht.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Iozef Kiblickij (Hrsg.): Futurismus in Russland und David Burliuk, „Vater des russischen Futurismus“ : Katalog zur Ausstellung „Russischer Futurismus“, 17. September bis 26. November 2000, Von-der-Heydt-Museum Wuppertal/Staatliches Russisches Museum. Palace Editions, Wetzlar 2000, ISBN 3930775913.
  • Светомузыка в театре и на эстраде. Казань, 1992 - russisch
  • Лейкинд О.Л. и др. Художники русского зарубежья. 1917–1939. Биографический словарь. СПб, 1999 - russisch

Weblinks[Bearbeiten]