Wladimir Peter Köppen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wladimir Peter Köppen

Wladimir Peter Köppen (russisch Владимир Петрович Кёппен; * 25. Septemberjul./ 7. Oktober 1846greg. in Sankt Petersburg, Russisches Kaiserreich; † 22. Juni 1940 in Graz, Deutsches Reich) war ein deutscher Geograph, Meteorologe, Klimatologe und Botaniker.

Leben[Bearbeiten]

Wladimir Peter Köppen wurde als Sohn deutscher Eltern in Russland geboren und ging auf der Krim zur Schule. Schon damals interessierte er sich für den Zusammenhang zwischen Pflanzen und den Klimazonen, in denen sie wachsen. Später studierte er an den Universitäten von Sankt Petersburg, Heidelberg und Leipzig, wo er 1870 graduierte.

Zwischen 1872 und 1873 war er beim Russischen Meteorologischen Dienst beschäftigt; 1875 zog er zurück nach Deutschland und wurde Leiter des damals neu geschaffenen Seewetterdienstes an der Deutschen Seewarte in Hamburg, bei der er bis 1919 beschäftigt war.

Seine am 1. Februar 1892 geborene Tochter Else heiratete 1913 den deutschen Polarforscher Alfred Wegener.

Köppen setzte sich für die Plansprache Esperanto ein und veröffentlichte Artikel in dieser Sprache in der Scienca Revuo und im Germana Esperantisto.[1]

Werk[Bearbeiten]

Er hatte entscheidenden Anteil am Aufbau des deutschen Seewetterdienstes und der Maritimen Meteorologie. Er veröffentlichte über 500 Publikationen, die sich zumeist mit der meteorologischen Sicherstellung der Seeschifffahrt und den Klimaverhältnissen der Ozeane und Kontinente befassten.

Klimate[Bearbeiten]

Sein Werk Geographisches System der Klimate von 1936, das die erste objektive Klimaklassifizierung der Erde darstellt, ist noch heute von großer Bedeutung.

Die Klassifikation erfolgt mit Hilfe einer Klimaformel, welche die Temperatur, die Niederschlagsmenge und -verteilung sowie Bezüge zur Vegetation berücksichtigt. Daraus resultieren fünf Klimazonen:

A: Tropische Klimate

B: Trockenklimate

C: Warmgemäßigte Klimate

D: Boreales Klima oder Schneewaldklima

  • Df immerfeucht
  • Dw transsibirisches Klima (wintertrocken)

E: Eisklimate jenseits der Baumgrenze oder Schneeklimate

Würdigung[Bearbeiten]

Köppens Klassifikation ist eine so genannte effektive Klimaklassifikation, da die einzelnen Klimazonen von ihm aus seinen Erkenntnissen der Analyse der tatsächlichen (effektiven) auf der Erdoberfläche messbaren Klimaelemente (Temperatur, Niederschlag, usw.) sowie der tatsächlichen auffindbaren Vegetation (als sichtbar gewordener Ausdruck der vorherrschenden Klimabedingungen, (Klimaproxy)) erstellt wurden.

Weitere bekannte effektive Klimaklassifikationen wurden unter anderem auch (in gemeinsamer Arbeit) von Carl Troll und Karlheinz Paffen vorgelegt. Eine wesentliche Verbreitung der Klimaklassifaktion (Köppen-Geiger-Klimaklassifikation) fand durch den Münchner Meteorologen Rudolf Geiger statt.

Köppens Nachlass befindet sich an der Universitätsbibliothek Graz.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Enciklopedio de Esperanto, Budapest 1933.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]