World Gold Council

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Der World Gold Council ist eine globale Lobby-Organisation der Goldminenindustrie. Ziel des World Gold Council ist es, die Nachfrage nach Gold zu stimulieren und zu erhalten.[1] Die Organisation hat seinen Sitz in London und verfügt über Büros an sieben verschiedenen Standorten weltweit. Insgesamt werden 100 Mitarbeiter beschäftigt.

Tätigkeit und Organisation[Bearbeiten]

Die Organisation konzentriert bei der Förderung der Goldnachfrage auf vier verschiedene Sektoren:

  • Investment, private und institutionelle Investoren
  • Schmuck
  • Technologie
  • Öffentlicher Sektor, also Regierungen und Zentralbanken

Vorstandsvorsitzender ist seit Januar 2009 Aram Shismanian.[2] Chef des Aufsichtsrates ist seit September 2010 Ian Telfer, der gleichzeitig Chairman von GoldCorp ist und seit mehr als 25 Jahren in der Minenindustrie tätig ist.[3]

Die Organisation hat im Jahre 2003 gemeinsam mit Finanzdienstleistern den ersten börsengehandelten Fonds auf Gold etabliert [4] [5] Vom World Gold Council geförderte Gold-ETF verwalten derzeit mehr als 87 Mrd. US$.[6]

Mitglieder[Bearbeiten]

Die Organisation wurde im Jahr 1987 von Goldminenbetreibern gegründet und hat derzeit 20 Mitglieder. Diese Minenunternehmen stehen laut eigenen Angaben derzeit für etwa 60 % der weltweiten jährlichen Goldproduktion. Mit Stand November 2011 erwirtschafteten diese Goldminenbetreiber zusammen mehr als 80 Mrd. US$ Umsatz und verfügten über eine Marktkapitalisierung von 250 Mrd US$. Die Mitglieder sind im Einzelnen:[7]

Zusätzlich zu den Mitgliedern hat die Organisation vier assoziierte Mitglieder:

Kritik[Bearbeiten]

Im Zusammenhang mit der Goldförderung werden von Medien und NGOs in der Hauptsache zwei Kritikpunkte genannt: Umweltschäden bei der Gewinnung und der Beitrag zur Finanzierung von Bürgerkriegen, den Gold aus Krisenregionen leistet.

Umweltschäden bei der Gewinnung[Bearbeiten]

Der verbreiteten Kritik, dass bei der Goldgewinnung häufig große Umweltschäden auftreten [8] versucht der World Gold Council mit einer Initiative zur Nachhaltigkeit der Goldförderung zu begegnen. Hierbei sollen durch Selbstverpflichtungen und Zertifizierung von Umweltmanagement Systemen nach ISO 14001 die Mitgliedsunternehmen dazu angehalten werden, die Umweltauswirkungen des Förderprozesses zu minimieren und sich dem “International Cyanide Management Code” [9] zu unterwerfen. [10]

Die Organisation veröffentlichte mehrere Schriften zu diesen Themen:

  • Dezember 2008: Safeguarding Workplace and Community Health: how goldmining companies are fighting HIV/AIDS, tuberculosis and malaria. [11]
  • September 2009: the Golden Building Block: gold mining and the transformation of developing economies
  • 2010: The economic contribution of large-scale gold mining in Peru [12]

Erlöse aus der Goldförderung zur Finanzierung von Bürgerkrieg und Gewalt[Bearbeiten]

In Konfliktgebieten und Regionen bewaffneter Auseinandersetzungen (siehe z.B. Kongo: August 2007 und Januar 2009 Dritter Kongrokrieg) wurden und werden Erlöse aus der Goldförderungen zum Kauf von Waffen verwendet. Eng damit zusammen hängen Probleme der Ausbeutung und der willkürlichen Landnahme. [13] [14] [15]

Die Organisation will dagegen so genanntes conflict-free gold zertifizieren. Dafür ist geplant, neugewonnenes Gold aus Konflikt- oder Hochrisikogebieten von der Mine bis zum Ende des Raffinerieprozesses lückenlos zu dokumentieren und damit nachvollziehbar zu machen, unter welchen Bedingungen das Gold abgebaut wurde. [16] [17]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vision and Mission
  2. [1]
  3. Firmenwebseite
  4. [2]
  5. [3]
  6. Firmenwebseite
  7. [4], Stand: 30. Januar 2012
  8. http://derstandard.at/1234508667995/Gefaehrliches-Quecksilber-beim-Goldwaschen
  9. http://www.cyanidecode.org/
  10. http://www.gold.org/about_gold/sustainability/environmental/
  11. PDF
  12. PDF 36 S.
  13. http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/schweizer_hilfswerke_prangern_internationale_bergbauunternehmen_an_1.9842941.html
  14. http://www.sueddeutsche.de/politik/demokratische-republik-kongo-goldrausch-mit-risiko-1.89889
  15. http://www.fr-online.de/wirtschaft/kongo-us-gesetz-stoppt-handel-mit--blutigem--gold-,1472780,11358146.html
  16. http://www.goldfacts.org/en/gold_and_conflict/
  17. http://www.resourceinvestor.com/2011/06/17/wgc-launches-conflict-gold-initiative