Wright Model A

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Wright Model A
Das Flugzeug auf der Startschiene 1908 in Frankreich
Typ: Doppeldecker
Entwurfsland: Vereinigte Staaten 45Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: Wright Company
Erstflug: 1908
Indienststellung: 9. September 1908
Produktionszeit: ab 1908
Stückzahl: mindestens 29

Das Wright Model A ist ein Doppeldeckerflugzeug der Gebrüder Wright. Es war das erste Modell der Gebrüder Wright, das zum Verkauf vorgesehen war.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Wrights bauten insgesamt sieben Maschinen selbst. Dazu kamen noch mindestens 22 Maschinen bei ihren Lizenznehmern in Frankreich und Deutschland. Im September und Oktober 1909 demonstrierte Orville Wright die Maschine in Berlin. Erstmals am 29. August 1909 wurde die Maschine auf dem Tempelhofer Feld. In Berlin-Johannisthal wurde die Flugmaschine Wright GmbH gegründet, die auch eine Flugschule betrieb. Die von Wright in Berlin geflogene Maschine wurde dem Deutschen Museum überlassen, wo sie sich noch heute befindet.[1]

Konstruktion[Bearbeiten]

Wie sein Vorgänger, der Wright Flyer III, handelt es sich um ein Flugzeug in Entenbauweise mit hinten liegendem Seitenruder. Zur Rollsteuerung wurde eine Flügelverwindung eingesetzt. Der wassergekühlte Vierzylinder-Motor eigener Produktion trieb über Ketten zwei Luftschrauben an. Gestartet wurde das Flugzeug über eine Schiene; das Fahrgestell bestand aus zwei Gleitkufen.

Nutzung[Bearbeiten]

Wilbur führte das Flugzeug auf einer Europareise ab dem 8. August 1908 auf der Pferderennbahn in Hunaudières nahe Le Mans in Frankreich vor. Später begann er vertragsgemäß auf dem Truppenübungsplatz Anvours für seine Lizenznehmer Piloten auszubilden. Am 18. Dezember 1908 erreichte er dort über 100 m Höhe und eine Flugzeit von 2 Stunden und 20 Minuten, die Weltrekorde darstellten. Mit einem Fluggast konnte er am 31. Dezember 1908 eine Stunde und neun Minuten Flugzeit geltend machen und gewann so den mit 20.000 Francs dotierten Michelin-Preis.

Ab dem 3. Februar setzte er in Pau die Ausbildung von Piloten fort. Dort gelang es dem Franzosen Paul Tissandier am 20. Mai 1909, den Geschwindigkeitsweltrekord für Landflugzeuge von 54,81 km/h zu erringen. Während einer Vorführung in Italien im April 1909 flog ein Kameramann als Passagier mit, um erstmals von einem Flugzeug aus zu filmen (→ Wilbur Wright und seine Flugmaschine).

In den USA wurde das Modell erfolgreich in Fort Myer, Virginia, vorgeführt. Die Bedingungen des US Army Signal Corps, das forderte, zwei Personen mit 40 mph (64,4 km/h) über eine Entfernung von 125 Meilen (201 km) zu transportieren, konnten erfüllt werden. Das Corps zahlte daraufhin 30.000 US-Dollar für das Flugzeug. Es ist inzwischen weitestgehend renoviert im National Air and Space Museum in Washington, D.C. ausgestellt.[2]

Technische Daten[Bearbeiten]

Paul Engelhardt im Flug (Johannisthal bei Berlin, 12. August 1910)
Kenngröße Daten
Besatzung 1
Passagiere 1
Länge 9,45 m
Spannweite 12,50 m
Flügelfläche 47,38 m²
Leergewicht 363 kg
Triebwerk Wright 4-Zylinder mit 28 PS

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Erich H. Heimann, Die schnellsten Flugzeuge der Welt, Motorbuchverlag 1978, ISBN 3-87943-540-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wright Flyer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Museum: Das Flugzeug "Model A" von Wilbur und Orville Wright
  2. NASM: 1909 Wright Military Flyer