Flugschule

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Meistverbreitetes Ausbildungsflugzeug bei Flugschulen – Cessna 172
Preiswerte Alternative in der Flugausbildung sind Ultraleichtflugzeuge

Eine Flugschule ist eine Institution, die es Interessierten ermöglicht, die Handhabung und Führung eines Fluggerätes zu erlernen oder bereits vorhandene Kenntnisse zu vertiefen.

Flugschulen können wirtschaftlich selbstständig arbeitende Unternehmen, eine Abteilung einer Fluggesellschaft oder eines Vereins oder eine staatliche Einrichtung (etwa Teil einer Luftwaffe) sein.

In einer Flugschule werden Flugschüler durch Fluglehrer ausgebildet. Dies umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil. Die praktische Handhabung wird auf Schulflugzeugen erlernt.

Flugschulen, die Ihre Flugschüler auf den Einsatz in einem Verkehrsflugzeug vorbereiten, werden als Verkehrsfliegerschulen bezeichnet. Verkehrsfliegerschulen benötigen in Deutschland die Zulassung als FTO.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Armée de l’air (Französische Luftstreitkräfte) ist eine der ältesten Luftstreitkräfte der Welt. Ihre Anfänge reichen zurück bis ins Jahr 1909, formell bis 1912, als die neugeschaffene Aéronautique Militaire in die Streitkräfte eingegliedert wurden. Sie hatte zu Beginn des Ersten Weltkriegs 132 Flugzeuge. Am 12. Juli 1909 beschaffte das französische Kriegsministerium das erste von fünf als „Aérostats“ bezeichneten Flugzeugen, einen Wright-Doppeldecker. Ab Dezember 1909 sandte das Kriegsministerium Offiziere und Unteroffiziere aller Truppengattungen, vor allem aber Pioniere und Artilleristen, als Flugschüler (élèves-pilotes) nach Reims, wo die Grande Semaine d’Aviation de la Champagne im August 1909 stattgefunden hatte, und nach Bron. Zunächst wurden zivile und Militärpiloten einheitlich ausgebildet; 1910 führte der Generalstab eine Militärfluglizenz ein. Das Militärflugabzeichen N°1 erwarb Lieutenant Charles de Tricornot de Rose an der Blériot-Flugschule in Pau in Südwestfrankreich, wo ein Jahr zuvor die Gebrüder Wright die weltweit erste Flugschule eröffnet hatten.

In Großbritannien wurde die militärische Nutzbarkeit des Fliegens früh erkannt: Im Mai 1890 wurde die Ballon-Einheit der Royal Engineers gegründet. In Eastchurch in der Grafschaft Kent eröffnete die britische Marine im Dezember 1911 eine Flugschule. Auf Grund einer königlichen Anordnung gründete das britische Militär am 13. April 1912 das Royal Flying Corps (RFC). Zum RFC gehörte eine Armee-, eine Marine- und eine Reserveeinheit, eine zentrale Flugschule in Upavon, Wiltshire, und die königlichen Flugzeugwerke in Farnborough. Am 13. Mai 1912 wurde die Ballon-Einheit der Royal Engineers dem RFC unterstellt.

Österreich-Ungarn: siehe k.u.k. Luftfahrtruppen

Italien: 1909 begann der italienische Hauptmann Maurizio Mario Moris, sich für die neue Flugzeugtechnik zu interessieren. Er erwirkte einen Besuch des amerikanischen Luftfahrtpioniers Wilbur Wright, der am 15. April 1909 auf dem Wiesengelände in Centocelle bei Rom eintraf und in den folgenden Tagen 67 Flüge durchführte und dabei insgesamt 19 Passagiere transportierte.

Hier entstand im Januar 1910 vorläufig auch der erste Flugplatz und die erste Flugschule Italiens. Sie bildete Militärpiloten und Zivilpiloten aus. Die militärischen Einrichtungen dort wurden bald darauf aufgegeben und stattdessen zwei neue in Aviano (Udine) und Cascina Malpensa (Varese) eingerichtet. Näheres hier.

In Spanien wurde am 2. April 1910 durch ein königliches Dekret die militärische Luftfahrt in Spanien ins Leben gerufen.

In Australien wurde am 22. Oktober 1912 das Australian Flying Corps gegründet.[1] Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges entstand daraus die Royal Australian Air Force.

In anderen Ländern war der Beginn des Ersten Weltkriegs Anlass für den Aufbau oder Ausbau von Luftstreitkräften, z.B. in der Schweiz.

Österreich-Ungarn zog mit einer rückständigen Armee in den Ersten Weltkrieg. Weiterentwicklungen der Waffentechnik (z. B. Flugzeuge, Panzer, Brisanzgranate) und der Militärtaktik hatte man ignoriert. Generalstabschef Franz Conrad von Hötzendorf (1852-1925) hatte zwar seit Jahren immer wieder für einen Krieg gegen Serbien und/oder Italien plädiert; es fehlte von 1914-1918 aber sogar an Uniformen und noch stärker an geeignetem Schuhwerk.

Die Fliegerschule Wasserkuppe,[2] (seit 1922 in Deutschland auf der Wasserkuppe (Rhön)) ist wohl eine der ältesten bis heute betriebenen Flugschulen der Welt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Flugschule – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Offizielle Gründung der Australian Flying Corps auf raaf.gov.au. Abgerufen am 1. Juli 2013
  2. fliegerschule-wasserkuppe.de