Xanthi
| Gemeinde Xanthi Δήμος Ξάνθης |
||
|---|---|---|
|
|
||
| Basisdaten | ||
| Staat: | Griechenland | |
| Region: | Ostmakedonien und Thrakien | |
| Regionalbezirk: | Xanthi | |
| Geographische Koordinaten: | 41° 8′ N, 24° 53′ O41.13333333333324.883333333333Koordinaten: 41° 8′ N, 24° 53′ O | |
| Fläche: | 495,39 km² | |
| Einwohner: | 56.383 (2010[1]) | |
| Bevölkerungsdichte: | 113,8 Ew./km² | |
| Gemeindelogo: | ||
| Sitz: | Xanthi | |
| LAU-1-Code-Nr.: | ||
| Gemeindebezirke: | 2 Gemeindebezirke | |
| Ortschaften: | 10 Ortschaften | |
| Lage in der Region Ostmakedonien und Thrakien | ||
Xanthi (griechisch Ξάνθη [ˈksanθi] (f. sg), türkisch İskeçe, bulgarisch Sketscha Скеча) ist eine griechische Stadt in Westthrakien mit inzwischen ca. 55.000 Einwohnern bei steigender Tendenz. Xanthi liegt 121 km westlich der Stadt Alexandroupolis, östlich der Stadt Kavala und südlich des Rhodopen-Hauptkamms. Xanthi ist Sitz einer großen Universität, eines Militärgerichtes sowie eines Bistums. Der Fußballverein Skoda Xanthi gehört zu den bestgeführten in der ersten Liga und spielt seit 2003 im neuen Skoda-Xanthi-Stadion. Die Gemeinde Xanthi wurde 1924 eingerichtet und 1997 um die Nachbargemeinden Evmiro und Kimmeria, 2010 um die westlich angrenzende Gemeinde Stavroupoli erweitert.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Die erste Erwähnung des Ortsnamens Xanthia (gr. Ξάνθεια) findet sich in einem Bericht aus den Thrakischen Kriegen aus dem Jahr 879 n. Chr. [2]
Bedeutung erlangte der Ort in Osmanischer Zeit um 1715 als Zentrum des Tabakhandels. Zwei Erdbeben im Jahr 1829 zerstörten die Stadt, 1870 wütete eine Feuersbrunst. 1891 bekam die Stadt Anschluss an das Schienennetz. Die Stadt wurde 1912 für 8 Monate von den Bulgaren belagert, später von der griechischen Armee eingenommen, gehörte 1913 für kurze Zeit zum Gebiet der von Türken gebildeten Provisorischen Regierung Westthrakien, wurde 1913 Bulgarien zugesprochen (Friede von Bukarest 1913), fiel nach dem Ersten Weltkrieg unter Verwaltung Frankreichs für die Entente (Vertrag von Neuilly-sur-Seine 1919) und kurz darauf an Griechenland (Vertrag von Sèvres 1920), was nach dem Griechisch-Türkischen Krieg durch den Vertrag von Lausanne (1923) endgültig bestätigt wurde.
Während des Zweiten Weltkriegs war Xanthi von bulgarischen Truppen besetzt.
Die letzten Jahre hat sich Xanthi vom reinen Verwaltungssitz (Kreisverwaltung, Militärgericht, Bistum) zu einem bedeutenden Industrie- und Dienstleistungsstandort entwickelt. Die Demokrit-Universität Thrakien hat einen ihr drei Standorte in Xanthi.
[Bearbeiten] Bevölkerung
Die Bevölkerung der Stadt setzt sich neben der griechischen Mehrheit auch aus Türken (griechische Staatsbürger, siehe Türken in Westthrakien), Roma und einem kleinen Anteil der überwiegend im Norden der Präfektur lebenden Pomaken zusammen.
[Bearbeiten] Wirtschaft
Xanthi und Umgebung, besonders die nahegelegene Ortschaft Genisea (türkisch: Yenidze, bulgarisch: Yenidje), sind berühmt für den besonders milden und süßlich-aromatischen Orienttabak (heute branchenintern als Basma bezeichnet), der früher zu den besten und teuersten Orientzigaretten (wie „Balkan Sobranie" etc.) verarbeitet wurde. Obwohl es diese Zigarettensorten nicht mehr gibt, wird der Tabak heute noch als Bestandteil der American Blends von den Zigarettenkonzernen verarbeitet.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
Xanthi verfügt über eine gut erhaltene Altstadt, deren Gebäude zumeist aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen und den Wohlstand aus dem Tabakhandel widerspiegeln. Sehenswert sind die Agora (Markthallen) und die Mitropolis. Das jährliche Altstadtfest [3] und das Karneval Xanthi [4], das zweitgrößte des Landes an Zuschauerzahlen nach dem berühmten Patras-Karneval, ziehen Besucher aus dem ganzen Land an. Weiters sind auch das Jugendfestival [5] und das Manos Hadjidakis Musikfestival, mit Teilnahmen aus dem ganzen Balkanbereich, erwähnenswert.
Bekannt wurde die Stadt hauptsächlich durch den bei Xanthi gelegenen antiken Ort Abdera (heute Avdira). Aus dieser Polis stammten unter anderem Demokrit und Protagoras.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Manos Hadjidakis, griechischer Komponist
- Christodoulos I., Erzbischof von Athen und Oberhaupt der autokephalen orthodoxen Kirche von Griechenland
- Şerif Gören, türkischer Filmregisseur
- Hamdi Şensoy, türkischer Architekt
- Theo Kapilidis, griechischer Jazzmusiker
- Vasilios Torosidis, griechischer Fußballspieler
- Christos Patsatzoglou, griechischer Fußballspieler
[Bearbeiten] Partnerstädte
[Bearbeiten] Weblinks
- Internetpräsenz der Gemeinde (englisch)
- Heimseite des Karnevals Xanthi (englisch)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Die Einwohnerzahlen stammen aus einer Broschüre des griechischen Innenministeriums vom Mai 2010 anlässlich der Verwaltungsreform nach dem ‚Kallikratis-Gesetz‘: Elliniki Dimokratia, Ypourgeio Esoterikon, Apokendrosis ke Ilektronikis Diakyvernisis: "Programma Kallikratis," Systasi, syngrotisi Dimon, Periferion ke Apokendromenon Diikiseon gia ti Nea Architektoniki tis Aftodiikisis ke tis Apokendromenis Diikisis, Athen 2010.
- ↑ Anmerkungen zur Geschichte Xanthis auf der Webpräsenz der Gemeinde (griech.)
- ↑ Altstadtfest mit Kultur- und Traditionsaspekten [1]
- ↑ Karneval Xanthi präsentiert auf der Seite der Präfektur Xanthi [2]
- ↑ Jugendfestival Xanthi [3]
Alexandroupoli | Arriana | Avdira | Didymoticho | Doxato | Drama | Iasmos | Kavala | Komotini | Maronia-Sapes | Myki | Nestos | Nevrokopi | Orestiada | Pangeo | Paranesti | Prosotsani | Samothraki | Soufli | Thasos | Topiros | Xanthi