XBMC Media Center

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XBMC Media Center
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XBMC Hauptmenü mit Confluence Skin
XBMC Hauptmenü mit Confluence Skin

Basisdaten
Entwickler Team XBMC[1]
Aktuelle Version 10.1 „Dharma“
(10. März 2011)
Aktuelle Vorabversion 11.0 Beta 1
(24. Dezember 2011)
Betriebssystem Linux, FreeBSD[2], Windows, Mac OS X, Apple TV, Apple iOS
Programmier­sprache C++, Python
Kategorie HTPC
Lizenz GNU GPL
Deutschsprachig Ja
www.xbmc.org

XBMC Media Center (früher „XBox Media Center“ genannt) ist eine unter den Bestimmungen der GPL erhältliche freie Media-Center-Software. Sie dient dem Abspielen von Videos, Bildern und Musik von DVD, Festplatte und Server sowie der Wiedergabe von Audio- und Video-Datenströmen aus dem Internet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Überblick

Das Projekt selbst versteht sich als klassisches Mediacenter, welches üblicherweise im Wohnzimmer an einem regulären Fernseher betrieben und mit einer Fernbedienung gesteuert wird. Derzeit existiert, anders als bei Mediacenter-Programmen wie Windows Media Center, MediaPortal oder MythTV, keine Funktion ein Fernsehsignal über eine Fernsehkarte anzuzeigen bzw. ein laufendes TV-Programm aufzunehmen.

Hauptsächlich übernimmt XBMC die Aufgabe, die beim Nutzer vorliegenden Mediendateien zu katalogisieren, organisieren, optisch ansprechend darzustellen und auszugeben bzw. abzuspielen. Im Unterschied zu einem reinen Medienabspieler nutzt XBMC zusätzliche Inhalte aus dem Internet, um dem Nutzer einen Mehrwert zur klassischen reinen Abspielfunktionalität zu bieten: Das Programm kann unter anderem Filmposter, Darstellerlisten, Untertitel oder Trailer abrufen. Grundlage dafür ist die Erweiterungsmöglichkeit von XBMC mittels herunterladbarer Plugins, die von Drittanbietern zur Verfügung gestellt werden. So werden u. a. Internet-Videoportale wie YouTube, Hulu oder Voeh, ebenso die Mediatheken der ARD und des ZDF über XBMC abrufbar.

Bedient wird die Software per Maus (Computer), Tastatur, Joypad, Fernbedienung, Webinterface, Wiimote oder durch ein WLAN-/Bluetooth-Handy. Die Oberfläche ist durch Skins vollständig veränderbar.

[Bearbeiten] Hardwareanforderungen

XBMC wurde dahingehend entworfen, mit vorhandenen Ressourcen sparsam umzugehen. <Das Programm läuft auf vergleichsweise schwacher (z. B. Intel Atom) oder älterer Hardware. Für die Darstellung der Benutzeroberfläche wird dennoch eine 3D-fähige Grafikkarte benötigt.

Aktuell relevante Technologien werden von dem Projekt zeitnah aufgegriffen und in die Software integriert. So war XBMC sehr früh in der Lage die Videobeschleunigung über entsprechende Grafikkarten zu unterstützen (siehe VDPAU, DXVA) und damit das Abspielen von HD-Videos auf schwächeren Systemen zu ermöglichen.

[Bearbeiten] Abspielfähigkeiten

XBMC unterstützt zahlreiche Audio-, Video- und Bild-Formate:

Physische Medien
CDs, DVDs, DVD-Video, Video CDs (inkl. VCD/SVCD/XVCD), Audio-CD (CDDA), USB Flash Drives, und Festplatten
Netzwerkprotokolle
UPnP, SMB/SAMBA/CIFS, XBMSP, DAAP, HTTP, HTTPS, FTP, RTSP (RTSPU, RTSPT), MMS (MMSU, MMST), RTMP, Podcasting, TCP, UDP, SFTP, RTP
Medien-Container
AVI, MPEG, WMV, ASF, FLV, Matroska, QuickTime, MP4, M4A, AAC, NUT, Ogg, OGM, RealMedia RAM/RM/RV/RA/RMVB, 3gp, VIVO, PVA, NUV, NSV, NSA, FLI, FLC, und DVR-MS (beta support)
Videoformate
MPEG-1, MPEG-2, H.263, MPEG-4 SP and ASP, MPEG-4 AVC (H.264), HuffYUV, Indeo, MJPEG, RealVideo, RMVB, Sorenson, WMV, Cinepak
Audioformate
MIDI, AIFF, WAV/WAVE, MP2, MP3, AAC, AACplus, AC3, DTS, ALAC, AMR, FLAC, Monkey's Audio (APE), RealAudio, SHN, WavPack, MPC/Musepack/Mpeg+, Speex, Vorbis und WMA.
Digitalbild-Formate
RAW-Formate, BMP, JPEG, GIF, PNG, TIFF, MNG, ICO, PCX und Targa/TGA
Untertitelformate
AQTitle, ASS/SSA, CC, JACOsub, MicroDVD, MPsub, OGM, PJS, RT, SMI, SRT, SUB, VOBsub, VPlayer
Metadaten
APEv1, APEv2, ID3 (ID3v1 and ID3v2), ID666, Exif und IPTC (mit GeoTagging) für Bildformate

[Bearbeiten] Bibliothekfunktion

XBMC bietet die Möglichkeit, beim Benutzer vorliegende Inhalte in einer Bibliothek zu organisieren. Durch das Abrufen zusätzlicher Metadaten aus dem Internet ermöglicht XBMC die Kategorisierung von Inhalten, beispielsweise von Musik nach Genre, Filmen nach Schauspielern oder die Zuordnung einzelner Episoden einer Fernseh-Serie zu einer bestimmten Staffel.

Die zur Verfügung stehenden Metadaten erlauben dem Benutzer, sich beispielsweise alle auf der Festplatte vorhandenen Science-Fiction-Filme der 1970er Jahre anzeigen zu lassen und anschließend auf Grundlage des angezeigten Covers oder Filmposters zu entscheiden, welchen Film er schauen möchte. Das Stöbern in der Bibliothek erweist sich als ein zentrales Nutzungskonzept der Software.

[Bearbeiten] Geschichte

2002 begannen zwei Programmierer unabhängig voneinander mit der Entwicklung eines Medienabspielprogramms für die Microsoft Xbox. Ein unter den Pseudonymen „d7o3g4q“ und „duo“ auftretender Entwickler schrieb eine Software, die er „Xbox Media Player“ nannte. Ein anderer Entwickler unter dem Pseudonym „RUNTiME“ nannte seine Software anfänglich „XBPLAYER“. Später tauschten sie den Quelltext untereinander aus, bis beide Programme in der Beta 5-Version von Xbox Media Player vollständig zusammengeführt wurden.

XBMC mit „PM3.HD“-Ansicht

Mit der Version Beta 5 beginnend wurde die Videocodecbibliothek FFmpeg als Basis zur Dekodierung von Film- und Musikdateien genutzt. Mit der Beta 6 kam die Unterstützung für den populären MPEG-Codec Xvid hinzu. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die beiden Entwickler die Software privat zu zweit weiterentwickelt und lediglich versprochen den Quelltext ihrer Software erst mit der Version 1.0 ebenfalls zu veröffentlichen. Wegen der Verwendung der unter den Bestimmungen der GNU GPL stehenden, FFmpeg- und Xvid-Bibliotheken veröffentlichten sie jedoch nach einigen Beschwerden den Quelltext der Beta 6 des Xbox Media Player am 15. Oktober 2002.

Im November 2002 stieß ein weiterer Programmierer mit dem Nicknamen „Frodo“ hinzu. Er hatte bis dahin ein eigenes Programm mit Namen „YAMP – Yet Another Media Player“ entwickelt, welches daraufhin mit dem Xbox-Media-Player-Projekt vereinigt wurde. Das erste Release des weiter vereinigten Xbox Media Player erfolgte bald darauf am 14. Dezember 2002 mit der Version 2.0 (Versionsnummer 1.0 wurde übersprungen). Die Version 2.0 des Xbox Media Player war eine Neufassung mit einem neuen auf MPlayer basierenden Kern (welches aber wiederum ebenfalls die Codecsammlungen FFmpeg und Xvid nutzt).

Am 28. Dezember 2002 wurde schließlich Version 2.1 veröffentlicht, welche neben zahlreichen Fehlerkorrekturen AC3-5.1-Tonausgabe (Dolby Digital), Lautstärkenormalisierung und zusätzliche Effektfilter als Neuerungen bot. Zwei Wochen später folgte am 12. Januar 2003 die finale Version 2.2 dieses Entwicklungszweiges, welche einen Dashboardmodus zum Starten weiterer Xboxprogramme, separate Oberflächenübersetzungsdateien, Streams von Windowsfreigaben, Wiedergabe von ISO9660-CDs und die Unterstützung von Windows Media Video (WMV) mittels Windows-DLLs bot.

Nach dieser Version wurde das Projekt in Xbox Media Center umbenannt, da es mit seinem eigenständigen Dashboard mit einer vollständigen grafischen Benutzeroberfläche zu einem vollständigen Media Center und somit zu einem Ersatz für das vorinstallierte Xbox Dashboard herangewachsen war.

Den Namen „XBox Media Center“ behielt das Projekt noch einige Zeit bei, auch als es schon für diverse andere Plattformen verfügbar war. Heute (Stand 2011), nennt sich das Projekt „XBMC Media Center“. Die Unterstützung für die XBox-Plattform wird aufgrund der Einschränkungen des in die Jahre gekommenen Systems seit dem 27. Mai 2010 vom leitenden Entwicklerteam nicht mehr fortgeführt.[3]

Von den Entwicklern wurde Ende Januar 2011 eine Version für Apple iOS vorgestellt, die für AppleTV2, iPad und iPhone4 vorgesehen sind. Es ist nicht geplant, diese über Apples App Store verfügbar zu machen. Sie setzt ein mittels Jailbreak manipuliertes iOS-System voraus. [4][5]

[Bearbeiten] Auf XBMC basierende Projekte

[Bearbeiten] Plex

Mitte 2008 entschlossen sich einige Entwickler, das Xbox Media Center speziell für Mac OS und Apple iOS weiterzuentwickeln. Der daraus entstandene Entwicklungszweig wird „Plex“ genannt[6] und basiert auf der Linux-Version von XBMC. Seit 2011 läuft Plex auf Windows, Linux, Mac OS und Android Betriebssystemen. Weitere Informationen auf der Plex Homepage.

[Bearbeiten] Boxee

Ebenso existiert seit Mitte 2008 das auf dem XBMC basierende Projekt „Boxee“,[7] welches einen Schwerpunkt auf die Integration sozialer Netzwerke legt. Boxee ist für Mac OS, Linux, Windows und Apple TV erhältlich.

[Bearbeiten] XBMC4Xbox

Nach der Aufkündigung weiterer Unterstützung für die Xbox-Platform, wurde das Projekt XBMC4Xbox [8] ins Leben gerufen. Soweit möglich, versucht man hier Verbesserungen aus dem Ursprungsprojekt einfließen zu lassen.

[Bearbeiten] OpenELEC

OpenELEC („Open Embedded Linux Entertainment Center“) ist ein freies Betriebssystem, das die vorkonfigurierte Media Center Software XBMC und Drittanbieter-Plugins mit Retro Videospielkonsolen-Emulatoren und PVR-Erweiterungen mitbringt. OpenELEC ist ein extrem kleines und schnell startendes Linux Betriebssystem, hauptsächlich entwickelt um von Flash-Speichern wie CompactFlash oder auch SSD-Festplatten zu booten. [9]

[Bearbeiten] GeeXboX

Geexbox setzte früher für das Interface auf eine Eigenentwicklung namens "Enna". Im Zuge der Entwicklung von GeeXboX 2.0 wurde dieser Ansatz jedoch fallen gelassen und statt dessen wurde XBMC als Interface integriert.

[Bearbeiten] Lizenzierung

Der XBMC-Quellcode liegt offen unter der GNU GPL-Lizenz vor, ist also freie Software.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: XBMC Media Center – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Who We Are (englisch) – Seite bei XBMC; Stand: Dezember 2009
  2. XBMC-Package auf freebsd.org (Englisch) Stand: 3. März 2011
  3. Farewell XBOX – XBMC.org, 27. Mai 2010
  4. XBMC for AppleTV2, iPad, iPhone4 – (Englisch, vom 20. Januar 2011)
  5. XBMC für iOS und Apple TV vorgestellt – (vom 21. Januar 2011)
  6. Announcing Plex (englisch) – Artikel bei Plex, vom 5. Juli 2008
  7. Boxee (englisch) – Hersteller-Webseite
  8. XBMC4Xbox (englisch) – Projekt-Webseite
  9. OpenELEC (englisch) – Projekt-Webseite
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