Zacarias Moussaoui

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Zacarias Moussaoui

Zacarias Moussaoui (* 30. Mai 1968 in Saint-Jean-de-Luz) ist ein Franzose marokkanischer Herkunft, der wegen Mithilfe bei der Vorbereitung der Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA angeklagt und zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Er wurde am 16. August 2001 in Minnesota verhaftet, wo er Flugstunden genommen hatte und u. a. einem Ausbilder wegen seiner oberflächlichen Flugzeugkenntnisse verdächtig vorkam.

Jugend und Werdegang, Al-Qaida-Mitgliedschaft und Radikalismus[Bearbeiten]

Nach seiner Jugend in Frankreich lebte Moussaoui im Vereinigten Königreich, wo er die Moschee Finsbury Park besuchte, an der der bis dahin recht medienpräsente Abu Hamza al-Masri predigte; dieser wurde am 7. Februar 1996 unter anderem wegen Anstiftung zum Mord zu 7 Jahren Haft verurteilt. Die Radikalisierung Moussaouis wird auf diese Zeit angesetzt. Seit 1996 überwachten französische Behörden ihn und seine Kontakte zu anderen islamistischen Extremisten.

Moussaoui gehört dem al-Qāida-Netzwerk an.

Unter anderem von 1998 bis 1999 in Afghanistan hat er offenbar eine Ausbildung in der Durchführung terroristischer Handlungen erhalten.

Moussaouis geistig-seelische Verfassung[Bearbeiten]

Einige Zeugen der Verteidigung (darunter der Psychiater Michael First) äußerten Zweifel an Moussaouis geistigem Zustand, angeblich soll er an Paranoider Schizophrenie gelitten haben. Laut einem Verteidiger habe er geglaubt, Präsident Bush werde ihn freilassen; dies sei ein Beweis, dass Moussaoui den Kontakt zur Realität verloren habe.

Moussaoui selbst sagte einmal, er hätte aus Einsamkeit Kontakte mit Terrororganisationen aufgenommen.

Ein Psychologe beschrieb ihn als "sozial isoliert"; Moussaoui habe sich in Frankreich ausgegrenzt gefühlt, habe über Rassismus geklagt und niemanden gehabt, der ihn unterstütze.[1]

Strafverfahren[Bearbeiten]

Zum Verlauf und zu prozessrechtlichen Besonderheiten siehe Strafprozessrecht (Vereinigte Staaten).

Die Vereinigten Staaten klagten ihn am 11. Dezember 2001 vor einem Bundesbezirksgericht der folgenden sechs Verbrechen an:

  • Conspiracy to Commit Acts of Terrorism Transcending National Boundaries
  • Conspiracy to Commit Aircraft Piracy
  • Conspiracy to Destroy Aircraft
  • Conspiracy to Use Weapons of Mass Destruction
  • Conspiracy to Murder United States Employees
  • Conspiracy to Destroy Property

Das Verfahren wurde im Oktober 2002 eröffnet. Es seien jedoch bis jetzt keine Beweise für eine unmittelbare Beteiligung Moussaouis an den Anschlägen veröffentlicht worden. Moussaoui stellt als in den USA verhafteter und im Zusammenhang mit diesen Anschlägen in einem normalem Gerichtsverfahren angeklagtes al-Qāida-Mitglied und EU-Staatsbürger eine Besonderheit dar. Seine Verteidigerin war Judy Clarke.

Möglichkeit der Todesstrafe[Bearbeiten]

Am 2. Oktober 2003 schloss Richterin Leonie M. Brinkema ein Todesurteil aus, da die Regierung ihr den Zugang zu Zeugen verweigerte. Die Jury stellte jedoch am 3. April 2006 fest, ein Todesurteil komme – wohl nicht zuletzt wegen Moussaouis Geständnis vom 23. April 2005 – durchaus infrage.

Deutsche Stellen hatten zuvor erklärt, Moussaoui betreffend möglicherweise belastende Informationen zurückzuhalten, solange die US-Justiz nicht darauf verzichte, in Moussaouis Fall die Todesstrafe zu fordern.

Der französische Justizminister Dominique Perben sagte am 27. April 2005, Frankreich habe bei der Weitergabe von Information über Moussaoui an die US-Behörden von diesen eine schriftliche Erklärung erhalten, das Material nicht für ein Todesurteil zu verwenden.

Urteil[Bearbeiten]

Am 3. Mai 2006 wurde Moussaoui zu lebenslanger Haft verurteilt. Die von der Staatsanwaltschaft geforderte Todesstrafe wurde nicht ausgesprochen, da die Jury in dieser Frage keine Einstimmigkeit zustande brachte. Eine Entlassung auf Bewährung ist nicht möglich.

Moussaoui verbüßt seine Strafe im Bundesgefängnis ADX Florence, einer Hochsicherheitsstrafanstalt im US-Bundesstaat Colorado.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zacarias Moussaoui – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Netzeitung.de