Zwetschge

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Zwetschge
Reife Zwetschgen

Reife Zwetschgen

Systematik
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Spiraeoideae
Tribus: Steinobstgewächse (Amygdaleae)
Gattung: Prunus
Art: Pflaume (Prunus domestica)
Unterart: Zwetschge
Wissenschaftlicher Name
Prunus domestica subsp. domestica
L.

Die Echte Zwetschge (Prunus domestica subsp. domestica) ist eine Unterart der Pflaume (Prunus domestica). Sie wird in Europa, Westasien, Nordamerika sowie Nord- und Südafrika als Obstbaum angebaut.[1]

In Österreich wird der Name teilweise auch Zwetschke geschrieben, regional in Deutschland als Zwetsche oder auch Quetsche bezeichnet.

Merkmale[Bearbeiten]

Zwetschgenblüten

Der Zwetschgenbaum erreicht Wuchshöhen von bis zu 6, selten bis 10 Metern. Sein Holz hat eine Rohdichte von 0,75 bis 0,85 g/cm³ und ist wegen seiner rötlichbraunen Farbe und Härte bei Tischlern für exquisite Möbel begehrt. Einjährige Zweige sind mehr oder weniger kahl. Die einfachen Laubblätter sind gekerbt bis gesägt, auf Ober- wie Unterseite meist kahl und nur selten zerstreut behaart; sie sind zur Blütezeit erst wenig entwickelt.[1]

Die Blüten haben einen Durchmesser von 1,5 bis 2 Zentimetern und sind grünlich-weiß bis gelblich-grün. Die Kelchblätter sind länglich und auf beiden Seiten zerstreut behaart. Die Kronblätter sind länglich.[1]

Die Steinfrucht ist bei Reife blau bis blauschwarz, bereift, 4 bis 8 Zentimeter lang, länglich-eiförmig und verjüngt sich zu den beiden Enden hin deutlich. Der Steinkern ist ei- bis halbmondförmig, abgeflacht, an beiden Enden zugespitzt und beinahe stechend. Er ist 0,47 bis 0,58-mal so dick wie lang. Seine Oberfläche ist höckerig-netzig. An der Bauchseite ist er besonders stark gegen das Stielende vorgezogen. Die Rückenfurche ist schmal und weist schräge Kammstriche auf. Das Fruchtfleisch ist mäßig saftig, fest und löst sich leicht vom Kern. Bei Ofenhitze behält es seine Form.[1] [2]

Nutzung[Bearbeiten]

Zwetschgen werden neben dem Frischverzehr auch zur Herstellung von Mus (Powidl), Kuchen (Zwetschgenkuchen), Speiseeis, Trockenobst oder Obstbrand (Zwetschgenwasser) verwendet.

Im Tiroler Oberland wird die Zwetschke seit Jahrhunderten in Höhenlagen um etwa 1000 Meter kultiviert (die ersten Reiser sollen der Legende nach im 16. Jahrhundert von Petrus Canisius dorthin gebracht worden sein). Die Stanzer Zwetschke ist im Register der Traditionellen Lebensmittel des österreichischen Lebensministeriums eingetragen und ist das Leitprodukt für die Region in der Genussregion Österreich.[3]

Sorten[Bearbeiten]

Auswahl[1] aus den über hundert[4] in Mitteleuropa angebauten Zwetschgen-Sorten:

  • Bühler, eine stark verbreitete Frühsorte
  • Cacaks Beste[5]
  • Ersinger, eine großfrüchtige Sorte
  • Elena
  • Fellenberg, weit verbreitet in der Schweiz
  • Hauszwetschge, eine alte und auch weitverbreitete, ertragreiche Sorte mit gutem Aroma, aber kleinen Früchten, die auch in Höhenlagen gedeiht,
  • Italienische Zwetschge, eine wärmeliebende, aromatische Tafelfrucht
  • Jojo
  • Kirkes Pflaume, eine besonders großfrüchtige und aromatische Sorte
  • Lützelsachser, eine großfrüchtige Sorte
  • Ortenauer wird in Weinbaugebieten angebaut
  • Stanley mit einzeln hängenden Früchten
  • Zimmers

Bilder[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

  • Die blaue Königin – Von Bühler und anderen Zwetschgen. Dokumentarfilm, Deutschland 2011, 30 Min. Buch und Regie: Nicola Haenchen, Produktion: SWR, Reihe: Essgeschichte(n), Sendung: 19. August 2011. Filminformationen von ARD.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Zwetschge – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Hildemar Scholz, Ilse Scholz: Prunus. In: Hans. J. Conert u.a. (Hrsg.): Gustav Hegi. Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Band 4 Teil 2B: Spermatophyta: Angiospermae: Dicotyledones 2 (3). Rosaceae 2. Blackwell 1995, ISBN 3-8263-2533-8.
  2. Stiftung Warentest: Leserfrage: Pflaume oder Zwetschge? In: test, 2010, Nr. 9 (abgerufen am 1. Februar 2013)
  3. Stanzer Zwetschke. Eintrag Nr. 54 im Register der Traditionellen Lebensmittel des österreichischen Lebensministeriums.
  4. Obstbaumschule, Großhändler, kein Einzelhändler
  5. Manfred Fischer: Farbatlas Obstsorten. Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-5547-8