Öresundbrücke

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55.57694444444412.823333333333Koordinaten: 55° 34′ 37″ N, 12° 49′ 24″ O

f1

Öresundbrücke
Öresundbrücke
Offizieller Name Øresundsbron
Nutzung Europastraße 20, Öresundbahn
Querung von

Öresund

Ort Kopenhagen (Dänemark) – Malmö (Schweden)
Konstruktion Schrägseilbrücke, Doppelstockbrücke
Gesamtlänge 7845 m
Breite 23,5 m
Längste Stützweite 490 m
Fahrzeuge pro Tag ca. 17.000 Kraftfahrzeuge,
ca. 200 Eisenbahnzüge[1]
Baukosten 1 Milliarde Euro
Eröffnung 1. Juli 2000
Karte
Oresund.ASTER.20040410.jpg
Satellitenbild der Öresundbrückep1

Die Öresundbrücke (dänisch: Øresundsbroen, schwedisch Öresundsbron, dänisch-schwedischer Hybridname Øresundsbron) ist die weltweit längste Schrägseilbrücke für kombinierten Straßen- und Eisenbahnverkehr. Sie bildet zusammen mit dem Drogdentunnel und der künstlichen Insel Peberholm die mautpflichtige Öresundverbindung, welche die dänische Hauptstadt Kopenhagen mit Malmö in Schweden verbindet und damit maßgeblich die Öresundregion erschlossen hat. Die Brücke wurde am 1. Juli 2000 dem Verkehr übergeben.

Technik[Bearbeiten]

Die Gesamtlänge des Brückenzuges beträgt 7845 Meter. Die Zufahrt zur mittleren Hochbrücke erfolgt über zwei Rampenbrücken. Die westliche Rampenbrücke mit einer Gesamtlänge von 3014 Metern besteht aus 22 Brückenfeldern, von denen 18 eine Stützweite von 140 Metern haben. Die 3739 Meter lange östliche Rampenbrücke besitzt 28 Öffnungen, von denen 24 eine Stützweite von je 140 Metern und vier eine von je 120 Metern haben.

Dazwischen liegt die 1092 Meter lange Hochbrücke, die eigentliche Öresundbrücke, mit einer Feldspannweite von 490 Metern. Die Pylone bestehen aus Stahlbeton, sind 206 Meter hoch und haben unten die Abmessungen 9,4 Meter × 12,6 Meter sowie oben 2,6 Meter × 5,8 Meter. Der doppelstöckige Überbau hat eine Höhe von 11 Metern und eine Breite von 30 Metern. Er besteht aus einer oben liegenden Stahlbetondecke im Verbund mit dem darunterliegenden stählernen Fachwerkbalken. Auf dem Oberdeck ist die vierspurige Autobahn angeordnet, im Fachwerkträger liegen die zwei Eisenbahngleise. Eine Nutzung für Fahrradreisende ist nicht möglich. Die Hochbrücke hat bei normalem Wasserstand eine lichte Durchfahrtshöhe von 57 Metern.

Die eine Milliarde Euro teure Brücke[2] wurde innerhalb von 40 Monaten gebaut, was zu ungefähr 90 % mit Großfertigteilen erfolgte. Dies waren die Fundamentblöcke, die Pfeiler und die Brückenträger, die alle an Land hergestellt und mit dem Schwimmkran Svanen, der eine Hebekapazität von 8700 Tonnen und eine Hubhöhe von 76 Meter besitzt, montiert wurden. Nur die beiden 20.000 Tonnen schweren Fertigteilpylonfundamente der Hochbrücke, in einem Trockendock betoniert, wurden mit einem Lastkatamaran zur Brückenbaustelle transportiert.

Name[Bearbeiten]

Das Öresundbrücken-Konsortium verwendet den selbstkonstruierten Namen Øresundsbron, der ein Hybrid aus der dänischen und der schwedischen Schreibweise darstellt. Diese Schreibweise wurde teilweise auch von Medien in den beiden Ländern übernommen, je nachdem, ob man die Bezeichnung als einen Eigennamen auffasst.

Fertigstellung[Bearbeiten]

Am Morgen des 14. September 1999 hob ein Schwimmkran das letzte, 140 m lange, Brückensegment ein. Damit war eine durchgehende Landverbindung über den Öresund hergestellt.[3]

Anfang März 2003 beschloss die schwedische Regierung den Bau einer 11 km langen Eisenbahn-Neubaustrecke von der Brücke bis zum Bahnhof Malmö Central.[4]

Brückenschäden[Bearbeiten]

Bei einer Überprüfung im Jahr 2006 wurden an der Brücke Schäden festgestellt. Diese betreffen die Trägerkabel und Korrosion an den Überbauten sowie breitere Risse im Stahlbeton. Hauptursachen sollen die feuchte Seeluft und die von den Zügen ausgehenden Erschütterungen sein.


Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikivoyage: Öresundbrücke – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn. Abgerufen am 15. April 2012.
  2. HOCHTIEF Construction AG
  3. Meldung Richtfest am Øresund. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 10, Jahrgang 1999, ISSN 1421-2811, S. 435.
  4. Meldung Neubaustrecke in Schweden. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 6/2003, ISSN 1421-2811, S. 266.