Öresundregion

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Die Öresundregion ist eine transnationale Europäische Metropolregion am Öresund zwischen Dänemark und Schweden.

Metropolregion am Öresund, mit Malmö im Vordergrund (Schweden) und Kopenhagen im Hintergrund (Dänemark)

Die benachbarten Zentren der urbanen Region sind das dänische Kopenhagen mit einem Teil Seelands und das schwedische Malmö mit einem Teil Schonens, weshalb mitunter auch die Bezeichnung Metropolregion Kopenhagen-Malmö verwendet wird.[1] Weitere bedeutende Orte der Metropolregion sind unter anderem die Universitätsstädte Lund, Helsingborg, Roskilde und Kristianstad, die mit den Universitäten der Großstädte im Öresund-Universitätsnetzwerk verbunden sind.

Abgrenzung und Bevölkerung[Bearbeiten]

Lage der Öresundregion

Die Öresundregion besteht aus der Provinz Schonen auf schwedischer sowie Region Hovedstaden und Region Sjælland auf dänischer Seite. Hier wohnen auf einer Fläche von circa 21.000 km² 3,88 Millionen Menschen (Stand: 2014), zwei Drittel davon in Dänemark und ein Drittel in Schweden.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Die Öresundbrücke, von Schweden aus betrachtet
Die Bevölkerungsdichte am Öresund (unten links-mittig) ist für skandinavische Verhältnisse hoch.

Die Öresundregion verdankt ihre Entstehung der Fertigstellung der Öresundverbindung mit der Öresundbrücke und dem Drogdentunnel, die seit 2000 Schonen und Seeland verbindet. Diese Verbindung stärkt das Zusammenwachsen der transnationalen Metropolregion. Neben der Brücke verbindet im Norden auch eine hochfrequente Fährverbindung zwischen Helsingborg und Helsingör beide Länder.[2]

Die Öresundregion ist eine der wichtigsten Wirtschaftsregionen im Ostseeraum. Laut einem Artikel der Zeitschrift The Economist aus dem Jahr 2007 weist die Region die wirtschaftsfreundlichsten Bedingungen der Welt auf.[3] Festgemacht wird dies an der Lage (Stichwort „Tor zur Ostsee“), der guten Infrastruktur (Internationaler Flughafen Kopenhagen, umfangreiches Straßen- und Schienennetz, viele Schiffsrouten), der internationalen Verständigung (fließendes Englisch ist zwingendes Einstellungskriterium bei Fachkräften), den guten weichen Standortfaktoren, den guten Bildungseinrichtungen und der Clusterstruktur.

Acht Universitäten auf beiden Seiten des Sunds schlossen sich 1997 zum binationalen Öresund-Universitätsnetzwerk zusammen.[4] Die Universität Kopenhagen gehört zu den 50 besten Bildungseinrichtungen weltweit.[3]

In der Öresundregion haben sich umfangreiche Cluster ausgebildet. Dazu zählen:

1. „Medicon Valley“ (Cluster für Lebenswissenschaften, Schwerpunkte in Krebs- und Allergieforschung)

2. „Öresund-IT-Region“ (Cluster für Informations- und Kommunikationswissenschaften, Schwerpunkte in Nano-, Mikrotechnik und Softwareentwicklung)

3. „Copenhagen Cleantech Cluster“ (Cluster für neue Umwelttechnologien, Schwerpunkte in Wind-, Bioenergie, Entwicklung von Brennstoffzellen, Entwicklung von elektrischen Fahrzeugen).[3] Siehe auch Europäische Spallationsquelle.

Zum Konzept einer Verbindung der Metropolregion Öresundregion und der Metropolregion Hamburg im Zuge der Vogelfluglinie fehlt noch die feste Fehmarnbeltquerung zwischen den Inseln Lolland und Fehmarn, die im Juni 2007 von den Regierungen Deutschlands, Schleswig-Holsteins und Dänemarks beschlossen wurde. Im Frühjahr 2015 forderten jedoch Bundesrechnungshof und Rechnungsprüfungsausschuss des Deutschen Bundestages, in Neuverhandlungen über den Staatsvertrag einzutreten.[5] Verkehrsausschuss und Bundesregierung wiesen diese Forderung postwendend zurück.

Südlich der Öresundbrücke liegt mit dem Offshore-Windpark Lillgrund auch der mit Stand 2015 größte Offshore-Windpark Schwedens.

Historischer Hintergrund[Bearbeiten]

Die heute durch die Öresundbrücke verbundene Region war bis 1658 unter der dänischen Krone vereinigt. Erst mit dem Frieden von Roskilde kam der dänische Landesteil Schonen zu Schweden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Feste Fehmarnbeltquerung soll die Metropolregion Hamburg durch einen Tunnel mit der Metropolregion Kopenhagen-Malmö verbinden, schleswig-holstein.de, abgerufen am 5. November 2014
  2. Mats Lindgren: Die transnationale Metropolregion Öresund auf skandinavienmesse.de
  3. a b c Cluster Kopenhagen/Öresund-Region
  4. Øresund university network
  5. NDR-Bericht 16. März 2015.

Weblinks[Bearbeiten]