Überfall der Ogalalla

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Filmdaten
Deutscher Titel Überfall der Ogalalla
Originaltitel Western Union
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1941
Länge 96 Minuten
Stab
Regie Fritz Lang
Drehbuch Robert Carson
Produktion Harry Joe Brown,
Darryl F. Zanuck
Musik David Buttolph
Kamera Edward Cronjager,
Allen M. Davey
Schnitt Robert Bischoff
Besetzung

Überfall der Ogalalla (Originaltitel: Western Union) ist ein US-amerikanischer Western des aus Österreich stammenden Regisseurs Fritz Lang aus dem Jahr 1941, der auf dem Roman Der singende Draht (Originaltitel: Western Union) von Zane Grey basiert.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amerika im Jahr 1861: Vance Shaw ist auf der Flucht. Unterwegs verliert er sein Pferd und muss die Flucht zu Fuß fortsetzen. Er begegnet einem Mann und beschließt, dessen Pferd zu stehlen. Doch als er sieht, dass der Mann verwundet ist, lässt er sein Vorhaben fallen. Vance hilft dem Verletzten, der Leiter der Telegrafen-Installation ist und Edward Creighton heißt.

Von seinen Verletzungen geheilt, heuert Creighton einige Leute, darunter auch Vance, an, um die Arbeit an den Leitungen fortzusetzen. Bei der Arbeit wird der Trupp von Indianern der Ogalalla, einem Lakotastamm, angegriffen, einer der Männer wird getötet. Vance verfolgt die Angreifer und findet heraus, dass es Weiße sind, die sich als Indianer verkleidet haben. Unter ihnen sind auch einige frühere Freunde von Vance. Der Anführer der Gruppe, Jack Slade, erzählt Vance, dass sie für die Konföderierten arbeiten. Sie sollen die Telegrafengesellschaft Western Union stören, weil diese der feindlichen Union hilft.

Als Vance wieder bei seiner Arbeitstruppe ist, wird diese abermals von Indianern überfallen. Vance kämpft mit einem Indianer, der Ausrüstungsgegenstände stehlen will. Der Indianer wird von Richard Blake, einem Ingenieur, erschossen. Die Männer erfahren, dass auch ihr Hauptcamp angegriffen wird. Sie eilen zurück, um den Angriff abzuwehren, doch die Indianer stehlen ihre Pferde.

Die Armee erreicht den Schauplatz und gibt bekannt, dass die Indianer sich weigern, die Telegrafenlinie durch ihr Land bauen zu lassen, weil einer ihrer Männer getötet wurde. Vance bekommt währenddessen die Nachricht, dass sich Slade noch einmal mit ihm treffen will. Auf dem Weg zum Treffpunkt wird er von Slades Männern gefangen genommen. Slade erzählt ihm, dass seine Männer das Western-Union-Camp niederbrennen wollen. Vance soll dabei nicht eingreifen können. Nachdem Slade und seine Männer weg sind, kann sich Vance befreien, aber er kommt zu spät. Bei der Rettung von einigen Männern erleidet er Verbrennungen an seinen Händen.

Nach den Löscharbeiten will Creighton, dass Vance alles erzählt, was er weiß. Doch Vance weigert sich und wird daraufhin entlassen. Bevor er das Lager verlässt, sucht er Blake auf und teilt ihm mit, dass er Slades Bande aufhalten will. Außerdem sei Slade sein Bruder. Vance reitet in die Stadt, um Slade zu finden. Es kommt zu einer Schießerei mit Slade, wobei Vance von den Brandwunden an seinen Händen behindert wird. Es gelingt ihm, einige Bandenmitglieder zu töten, er wird aber dann selbst erschossen. Blake indessen ist Vance gefolgt und nimmt den Kampf auf. Er kann trotz Munitionsmangel Slade so schwer verwunden, dass dieser kurz darauf stirbt. Zum Schluss können die Männer der Western Union die Fertigstellung der Telegrafenlinie feiern. Creightons Schwester Sue betrauert das Fehlen von Vance Shaw.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedreht wurde im House Rock Canyon in Arizona sowie im Zion National Park in Utah. Der Film war die zweite Arbeit an einem Western für Fritz Lang. Sein erster Western Rache für Jesse James entstand ein Jahr vorher. Insgesamt war es der sechste Film, den Lang in den USA drehte.

Lang zitierte gerne einen Brief, in dem ihm ehemalige Gleisarbeiter bestätigten, sie hätten den alten Westen noch nie so authentisch abgebildet gesehen wie in Überfall der Ogalalla.[1]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der film-dienst bezeichnete den Film als einen „[m]it Routine und deutlicher Freude an den gängigen Zutaten des Genres unterhaltsam inszenierte[n] Western, der in Details durchaus die autorielle Handschrift Fritz Langs erkennen läßt: Auf der Erzählebene ist es ein unlösbarer Loyalitätskonflikt, auf der optischen sind es die Korrespondenzen zwischen den Kreuzen von Telegrafenmasten und Gräbern sowie die eigentümliche Enge der Räume und Landschaften, die eigentlich das Genre konterkariert.“[2]

Phil Hardy merkte in The Encyclopedia of Western Movies an, dass der Film in einer Weise fotografiert sei, die die „Flachheit der Farbe“ vermeide, durch die viele frühe Technicolor-Filme geprägt seien. Er habe einen „fatalistischen Tonfall“ wie viele von Langs Filmen.[3] Der Evangelische Filmbeobachter zog das Fazit: „Ein Western aus Fritz Langs amerikanischer Zeit, der neben bewegten Kampfszenen auch reich an komischen Effekten ist.“[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joe Hembus: Western-Lexikon – 1272. Filme von 1894–1975. Carl Hanser Verlag München, Wien 2. Auflage 1977, ISBN 3-446-12189-7, S. 691.
  2. Überfall der Ogalalla. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  3. Phil Hardy: The Encyclopedia of Western Movies. Woodbury Press, Minneapolis 1984, ISBN 0-8300-0405-X, S. 125.
  4. Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 230/1949.