Þorsteinn Pálsson

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Þorsteinn Pálsson (deutsche Transkription Thorsteinn Palsson, * 29. Oktober 1947 in Selfoss) ist ein isländischer Politiker. Als Mitglied der Unabhängigkeitspartei (Sjálfstæðisflokkurinn) war er von 1987 bis 1988 Premierminister von Island. Seit 2016 gehört er der Partei Viðreisn an.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Þorsteinn Pálsson begann seine politische Laufbahn 1983 mit der Wahl zum Abgeordneten des isländischen Parlaments Althing, in dem er bis 1999 die Interessen von Südisland vertrat. Noch im gleichen Jahr wurde er zum Vorsitzenden der Unabhängigkeitspartei (Sjálfstæðisflokkurinn) gewählt. 1985 wurde er vom damaligen Premierminister Steingrímur Hermannsson zum Finanzminister ernannt.[1]

Am 8. Juli 1987 wurde er Nachfolger von Steingrímur Hermannsson als Premierminister von Island. Allerdings übte er dieses Amt lediglich etwas mehr als ein Jahr bis zum 28. September 1988 aus, als er wegen einer Wirtschaftskrise zurücktrat, und wurde dann wiederum von Steingrímur abgelöst.

1991 unterlag er bei einem Parteitag der Unabhängigkeitspartei dem bisherigen Stellvertretenden Vorsitzenden und Bürgermeister von Reykjavík, Davíð Oddsson, bei der Wiederwahl als Parteivorsitzender. Als dieser am 30. April 1991 Nachfolger Steingrímurs als Premierminister wurde berief er Þorsteinn zum Fischereiminister[2] sowie zum Minister für Justiz-[1][3] und kirchliche Angelegenheiten. Während seiner Amtszeit als Justizminister brachte er am 27. Juni 1996 ein Partnerschaftsgesetz für Lesben und Schwule ins Althing ein. 44 Abgeordnete stimmten dafür, ein einziger gegen das Gesetz.[4] Als er am 11. Mai 1999 nach achtjähriger Amtszeit zurücktrat, übernahm Premierminister Davíð Oddson für kurze Zeit selbst diese Ämter.

Später wurde Þorsteinn Pálsson zum Botschafter in London und danach in Kopenhagen berufen. 2006 wurde er Herausgeber der größten Tageszeitung Islands, Fréttablaðið.[5]

2016 schloss er sich der neu gegründeten liberalen Partei Viðreisn an.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Iceland: Key ministries (Englisch) In: rulers.org. Abgerufen am 30. Oktober 2016.
  2. Former Ministers. Ministry of Fisheries and Agriculture. Archiviert vom Original am 19. Februar 2012. Abgerufen am 30. Oktober 2016.
  3. Das damalige Fischereiministerium (Sjávarútvegsráðuneytið) wurde 2009 mit dem Ministerium für Landwirtschaft zum Ministerium für Fischerei und Landwirtschaft zusammengelegt.
  4. Wolfgang Müller: Siegeszug: Feiern im Homoparadies. In: taz. 23. Dezember 2007. Abgerufen am 30. Oktober 2016.
  5. Former prime minister hired as editor of Baugur-owned Fréttabladid (Englisch) In: Iceland Review Online. 2. Februar 2006. Abgerufen am 30. Oktober 2016.
  6. Jakob Bjarnar: Þorgerður og Þorsteinn Pálsson í Viðreisn (Isländisch) In: visir.is. 7. September 2016. Abgerufen am 30. Oktober 2016.
Island Anmerkung: Isländer werden mit dem Vornamen oder mit Vor- und Nachnamen, jedoch nicht allein mit dem Nachnamen bezeichnet. Weiterführende Informationen finden sich unter Isländischer Personenname.