Český Jiřetín

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Český Jiřetín
Wappen von Český Jiřetín
Český Jiřetín (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Most
Fläche: 3360,4572[1] ha
Geographische Lage: 50° 41′ N, 13° 34′ OKoordinaten: 50° 41′ 28″ N, 13° 33′ 38″ O
Höhe: 725 m n.m.
Einwohner: 78 (1. Jan. 2015) [2]
Postleitzahl: 435 52 - 436 01
Kfz-Kennzeichen: U
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 2
Verwaltung
Bürgermeister: Věra Ličková (Stand: 2013)
Adresse: Český Jiřetín 171
436 01 Český Jiřetín
Gemeindenummer: 567108
Website: www.cesky-jiretin.cz
Lageplan
Lage von Český Jiřetín im Bezirk Most
Karte

Český Jiřetín (deutsch Georgendorf) ist eine Gemeinde im Ústecký kraj in Tschechien.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Český Jiřetín liegt an der Flöha (Flájský potok) im Erzgebirge unmittelbar an der Staatsgrenze zu Deutschland. Ein Grenzübergang verbindet Český Jiřetín seit 2008 mit dem am Zusammenfluss des Rauschenbaches mit der Flöha gelegenen deutschen Ort Deutschgeorgenthal.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Český Jiřetín besteht aus den Ortsteilen Český Jiřetín (Georgendorf) und Fláje (Fleyh),[3] die zugleich auch Katastralbezirke bilden.[4] Zu Český Jiřetín gehört die Ansiedlung Horní Ves (Oberdorf).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blickauf einen Teil des Ortes
Ehemalige Kirche von Fláje, jetzt in Český Jiřetín

Die Gründung des Dorfes, das als Holzfällersiedlung durch Georg von Lobkowicz angelegt wurde, wird auf 1592 datiert. Im 16. Jahrhundert gehörte der Ort zu den Bergbauorten des Erzgebirges. Im Ort wurde damals Silber, Kupfer und Blei abgebaut. In den Jahren 1624 bis 1629 wurde die Neugrabenflöße angelegt; der Flößgraben führte von Fleyh bis nach Clausnitz in Sachsen. Er wurde durch den sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. nach Plänen von Friedrich Lingke in Auftrag gegeben. Insgesamt 243 Jahre wurde dort Holz aus den böhmischen Wäldern nach Freiberg transportiert. Im Jahre 1800 wurde auf Kosten der Gemeinde die Lokalkirche St. Peter und Paul erbaut, zuvor war das Dorf nach Fleyh eingepfarrt.

Im Jahre 1831 bestand Georgensdorf, auch Böhmisch-Georgenthal genannt, aus 125 Häusern mit 648 deutschsprachigen Einwohnern, darunter 17 Gewerbetreibenden. Unter herrschaftlichem Patronat standen die Lokalkirche St. Peter und Paul, deren Seelsorger aus dem Religionsfond besoldet wurde, und die Schule. Im Ort gab es zudem acht Mahlmühlen und vier Brettmühlen. Abseits lag das Jagdschloss Lichtenwald mit einem Forsthaus und einem verfallenen Meierhof.[5] Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Georgensdorf der Fideikommissherrschaft Dux untertänig.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Georgendorf / Český Jiřetín ab 1850 mit den Einschichten Kühlstall und Lichtenwald eine Gemeinde im Leitmeritzer Kreis und Gerichtsbezirk Dux. Ab 1868 gehörte die Gemeinde zum Bezirk Teplitz und ab 1896 zum Bezirk Brüx. Im Jahre 1905 wurde Georgendorf dem neu gebildeten Gerichtsbezirk Oberleutensdorf zugeordnet. In Folge des Münchner Abkommens wurde Georgendorf 1938 dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Brüx. 1939 lebten in der Gemeinde 710 Personen.[6] Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam der Ort zur Tschechoslowakei zurück, und die deutschböhmische Bevölkerung wurde vertrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche St. Peter und Paul zerstört. In den Jahren 1958 bis 1960 wurde südöstlich des Dorfes die Talsperre Fláje errichtet. In diesem Zusammenhang wurde die Nachbargemeinde Fláje 1960 aufgelöst und die Ortschaft Fláje zu Český Jiřetín zugeschlagen. 1969 wurde die Kirche Johannes des Täufers aus dem erloschenen Dorf Fláje nach Český Jiřetín versetzt. 1995 wurde ein Grenzübergang für Wanderer nach Deutschgeorgenthal eröffnet, dieser wurde 2008 zu einer Straßenverbindung ausgebaut.

Gegenwärtig lebt der Naherholungs- und Grenzort vor allem vom Tourismus.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[7]
1869 765
1880 795
1890 822
1900 800
1910 878
Jahr Einwohnerzahl
1921 752
1930 762
1950 185
19611 164
19701 101
Jahr Einwohnerzahl
19801 67
19911 50
20011 55
20111 71
1 Český Jiřetín mit Fláje

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche Johannes des Täufers, sie wurde 1969 aus dem wegen des Baus der Talsperre Fláje erloschenen Dorf Fláje nach Český Jiřetín versetzt. Die Kirche ist heute der einzige komplett aus Holz errichtete Sakralbau im Erzgebirge.
  • 70 m hoher Wasserfall an der Neugrabenflöße
  • Jagdschloss Lichtenwald, erbaut 1761 bis 1767, südlich des Dorfes auf dem Gipfel des Bradáčov (876 m)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Český Jiřetín – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/567108/Cesky-Jiretin
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2015 (PDF; 504 KiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/567108/Obec-Cesky-Jiretin
  4. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/567108/Obec-Cesky-Jiretin
  5. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen, Bd. 1: Leitmeritzer Kreis. 1833, S. 142–143.
  6. http://www.verwaltungsgeschichte.de/sud_bruex.html
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatHistorický lexikon obcí České republiky - 1869-2015. Český statistický úřad, 18. Dezember 2015, abgerufen am 24. Januar 2016 (tschechisch).