Achim Benning

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Achim Benning (* 20. Januar 1935 in Magdeburg) ist ein deutscher Schauspieler, Theaterregisseur und Theaterintendant. Er war von 1976 bis 1986 Direktor des Wiener Burgtheaters.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Benning studierte von 1955 bis 1960 Philosophie in München und Wien. Seine gleichzeitige Schauspielerausbildung am Max-Reinhardt-Seminar schloss er 1959 erfolgreich ab. Im selben Jahr begann er als Schauspielereleve seine Tätigkeit am Burgtheater. Seine wichtigsten Rollen als Schauspieler waren Orest in SophoklesElektra, Lwow in Tschechows Iwanow, Erwin in GrassDie Plebejer proben den Aufstand (1966) und Warwick in Shaws Die heilige Johanna.

Seit 1971 arbeitet er auch als Regisseur. 1976 übertrug ihm Unterrichtsminister Fred Sinowatz (Benning 2012: ein bemerkenswerter, modern denkender Mann) die Direktion des Burgtheaters, die er bis 1986 innehatte. Benning öffnete das Burgtheater zunehmend für Gastregisseure wie Erwin Axer, Dieter Dorn, Adolf Dresen, Hans Neuenfels, Peter Palitzsch, Johannes Schaaf, Manfred Wekwerth und Leopold Lindtberg. Er versuchte sich … als behutsamer Modernisierer, der rasch ins Fadenkreuz selbsternannter Traditionsbewahrer geriet, resümierte Ronald Pohl 2012 in der Wiener Tageszeitung Der Standard ein Gespräch mit Benning. Dieser erinnerte sich, die Kronen-Zeitung habe eine Kampagne gegen seine Direktion geführt: Die Burg werde linksideologisch unterwandert, weil wir Elias Canettis Komödie der Eitelkeit spielten.[1]

1989 wurde er Intendant des Schauspielhauses Zürich und blieb es bis 1992. Seitdem ist er freiberuflich als Schauspieler und Regisseur tätig.

Zu seinen Inszenierungen in Wien gehören Strindbergs Der Vater (1973) und Totentanz (1977), Gorkis Sommergäste (1979), Feydeaus Einer muß der Dumme sein (1980/81) und dessen Ein Klotz am Bein (1985) sowie Hotel Ultimus (1991), Büchners Dantons Tod (1982), Tschechows Der Kirschgarten (1985), die Uraufführung von Klaus Pohls Das Alte Land (1984), Turgenjews Ein Monat auf dem Lande (1986) und Nestroys Der Zerrissene (1993) sowie dessen Einen Jux will er sich machen (1996).

Am Zürcher Schauspielhaus inszenierte er die Uraufführungen von Hürlimanns Der letzte Gast (1990) und dessen Der Gesandte (1991).

Von 1993 bis 2003 war Achim Benning ordentlicher Universitätsprofessor für Regie am Max-Reinhardt-Seminar (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien), nach seiner Emeritierung lehrte er bis 2005 Rollengestaltung.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Julia Danielczyk: Achim Benning. In: Andreas Kotte (Hrsg.): Theaterlexikon der Schweiz. Band 1, Chronos, Zürich 2005, ISBN 3-0340-0715-9, S. 159.
  • Peter Roessler (Hrsg.): Achim Benning: In den Spiegel greifen. Texte zum Theater. Mit einem Essay von Peter Roessler. 12 Abbildungen. Wien: Edition Steinbauer 2012
  • C. Bernd Sucher (Hrsg): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 2. Auflage 1999 ISBN 3-423-03322-3
  • Reinhard Urbach, Achim Benning (Hrsg.): Burgtheater Wien 1776 - 1986. Ebenbild und Widerspruch. Zweihundert und zehn Jahre. Wien: Anton Schroll & Co 1986.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ronald Pohl: »Meine Burgtheater-Arbeit wird totgeschwiegen«. Ein Gespräch über die Erinnerungskultur mit Achim Benning, in: Tageszeitung Der Standard, Wien, 23. Februar 2012, S. 27; auf der Website des Blattes 22. Februar 2012
  2. http://www.wien.gv.at/rk/msg/2006/0315/014.html
  3. Ehrenmitglieder des Burgtheaters (Stand 2010) (abgerufen am 26. Juni 2014)

Weblinks[Bearbeiten]