Adler Modemärkte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 49° 57′ 51″ N, 9° 11′ 30″ O

Adler Modemärkte AG
Adler-Modemärkte-Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000A1H8MU2
Gründung 1948
Sitz Haibach, Deutschland
Leitung Lothar Schäfer,
Vorstandsvorsitzender
Massimiliano Monti,
Aufsichtsratsvorsitzender
Mitarbeiter 4.203 (31. Dezember 2015)[1]
Umsatz 566 Mio. Euro (2015)[1]
Branche Großhandel, Einzelhandel
Website www.adlermode-unternehmen.com
Modemarkt Neueröffnung in Solingen

Die Adler Modemärkte AG mit Sitz in Haibach bei Aschaffenburg ist eine börsennotierte Textil-Einzelhandelskette mit 174 Geschäften in Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz.

Sie zählt zu den größten Textileinzelhandelsketten in Deutschland: Mit einem Umsatz von € 566,1 Mio. im Jahr 2015 gehört Adler gemäß dem Top-100-Ranking 2015 des Branchenmagazins TextilWirtschaft [2] zu den Top 20 der umsatzstärksten Textilhändler.

Adler positioniert sich im unteren Mittelpreissegment und fokussiert sich hauptsächlich auf die Zielgruppe der Frauen und Männer ab 45 Jahren. Dabei verfolgt Adler eine Multimarkenstrategie und konzentriert sich auf Großflächenkonzepte zwischen 1.400 und 3.500 qm. Zum 23. März 2016 betrieb der Konzern 178 Modemärkte[3], davon 153 in Deutschland, 21 in Österreich, zwei in Luxemburg und zwei in der Schweiz sowie einen Online-Shop. Zum 31. Dezember 2015 beschäftigte der Konzern 4.203 Mitarbeiter.

Seit dem 22. Juni 2011 ist das Unternehmen börsennotiert. Die Aktie wird im regulierten Markt sowie im Teilbereich mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) gehandelt.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung und erste Jahre als unabhängiges Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Firma wurde im Jahr 1948 von Wolfgang Adler als kleiner Konfektionsbetrieb in Annaberg gegründet. Die erste Kollektion bestand ausschließlich aus Mänteln und wurde von der Familie in einer Dachkammer genäht. Wolfgang Adler selbst reiste in sogenannten Verkaufsbussen durchs Land und verkaufte seine Ware.

Der Betrieb zog in den 1960er Jahren aus der DDR nach Engen bei Konstanz. Hier gründete Wolfgang Adler die Adler Mäntel KG, die 1966 einen Umsatz von einer Million DM erreichte. Im Jahr 1967 zog das Unternehmen nach Haibach bei Aschaffenburg. Zu dieser Zeit wurde die Ware mit LKW an die Händler verteilt, die sie auf Provision verkauften. 1970 wurde in Haibach der erste Modemarkt eröffnet; weitere Standorte in Neckartenzlingen bei Stuttgart und Eching bei München folgten.

Verkauf und Eingliederung bei Metro[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1982 verkaufte Wolfgang Adler sein Unternehmen an die ASKO Deutsche Kaufhaus AG und zog sich aus dem Geschäft zurück. Unter neuer Leitung vergrößerte sich der Betrieb stetig weiter. Bald wurden in Österreich, Luxemburg und, nach dem Fall der Mauer, auch in den neuen Bundesländern weitere Filialen eröffnet. 1987 wurden mehrere Brandanschläge auf Filialen der Adler-Modemärkte durch die terroristische Gruppierung Rote Zora verübt. Bis in die 1990er Jahre hatte das Unternehmen eine Verkaufsfiliale am Frankfurter Flughafen, die auch am Sonntag geöffnet war. 1995 wurde die Firma Motex als Tochterfirma in das Unternehmen integriert. 1996 wurde ASKO der Metro AG angeschlossen. Zu dieser Zeit hatte die Modekette Adler 55 Standorte.

1998 gliederte die Metro die Firma Adler zusammen mit 200 weiteren Tochterfirmen aus dem Metro-Konzern aus und brachte sie in ein zusammen mit der Deutschen Bank gegründetes Beteiligungsunternehmen Divaco ein, um für sie einen Käufer zu finden. Bis zum Ende der 1990er Jahre war die Anzahl der Standorte auf 113 angestiegen. 2000 vergrößerte Adler für seine Tochterfirma Motex sein Logistikzentrum auf eine Gesamtfläche von 155.000 m². Dadurch wurde das Unternehmen zu einem der größten und bedeutendsten in Europa für Logistik und Bekleidungswirtschaft.

Verkauf an Finanzinvestoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2004 trennte sich Metro von ihren Anteilen an der Divaco und erwarb im Zuge dieser Ablösung die Adler Modemärkte GmbH für 60 Millionen Euro sowie der Übernahme von Bankverbindlichkeiten im Umfang von 280 Millionen Euro zurück. Metro trennte sich am 13. Februar 2009 von Adler und veräußerte Adler an den Finanzinvestor BluO.[4] Nach erfolgter Umwandlung der Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts im März 2011 fand im Juni 2011 der Börsengang mit der Erstnotierung der Aktie am 22. Juni 2011 an der Frankfurter Wertpapierbörse statt.

Im März 2013 gab die Steilmann-Gruppe bekannt, eine Mehrheit an Adler Modemärkte übernehmen zu wollen; es kam zu einem freiwilligen Übernahmeangebot und gleichzeitig wurde mit dem Hauptaktionär, der luxemburgischen BluO, für rund 46,96 Prozent der Anteile eine Kaufvereinbarung vereinbart.[5] Nach dem Angebot hält Steilmann 52,8 % am Kapital; der Streubesitz liegt bei ca. 41 %.[6]

Zum 28. September 2015 wurden noch 52,81 % der Adler-Aktien von der mehrheitlich zur Steilmann-Gruppe gehörenden S&E-Kapital GmbH gehalten. 5,03 % hält Gerhard Wöhrl, 42,16 % der Anteile befinden sich im Streubesitz (davon 3,05 % Taaleritehdas).

Am 23. März 2016 erklärte sich der Großaktionär Steilmann für zahlungsunfähig und stellte am darauf folgenden Tag einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Dortmund.[7] Am Folgetag gab Adler Modemärkte bekannt, ins keinster Weise von der Insolvenz betroffen zu sein. Es gebe weder einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag noch habe Steilmann Verbindlichkeiten gegenüber Adler und umgekehrt. Auch im Bereich Einkauf sei Adler kaum von Steilmann abhängig.[8]

Expansion und Erwerb weiterer Modeketten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand März 2016 betreibt die Unternehmensgruppe insgesamt 178 Adler Modemärkte, davon 153 in Deutschland, 21 in Österreich, zwei in Luxemburg und zwei in der Schweiz.

Zur weiteren Vergrößerung und Festigung der Marktposition erwarb die Adler Modemärkte AG im September 2011 die Filialen der Wehmeyer GmbH & Co. KG (18 Filialen, 285 Mitarbeiter).[9]

2015 expandierte das Unternehmen weiter und übernahm von Rewe und der Familie Sanktjohanser die Anteile an der Textilkette Kressner. Dies führte zu einem weiteren Ausbau des Filialnetzes um acht Märkte. Im Zuge der Akquisition konnte Adler das eigene Kundenkarten-Programm, das etwa 90 % aller Adler-Käufer nutzen, um 100.000 Kressner-Kunden erweitern. [10] [11]

Zusätzlich erwarb Adler 2015 im Rahmen eines Asset Deals zwei Modehäuser in Mömlingen und Lollar von hefa Moden.[12]

Im März 2010 startete das Unternehmen als zusätzlichen Vertriebsweg neben dem stationären Handel einen eigenen Online-Shop, der das Sortiment der Modekette in den Internet-Versandhandel brachte. 2015 wurde das Angebot um einen Online-Shop für Übergrößen erweitert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Geschäftsbericht 2015 (PDF; 2,7 MB)
  2. http://www.textilwirtschaft.de/business/pdfs/1247_org.pdf
  3. http://www.adlermode-unternehmen.com/fileadmin/2016/IR/PM/23032016/de/20160323_ADLER_steuerfreie_Dividende_DE.pdf
  4. Metro verkauft Modehaus-Kette Adler, AFP, 13. Februar 2009
  5. Ad-hoc-Mitteilung der Adler Mopdemärkte AG. 21. März 2013, abgerufen am 15. Oktober 2013 (pdf; 35 kB).
  6. Aktionärsstruktur (auf Investor-relations Webseite des Unternehmens). 16. Juni 2013, abgerufen am 15. Oktober 2013.
  7. http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Schlechte-Geschaefte-Modefirma-Steilmann-Von-der-Boerse-in-die-Pleite-4798858
  8. http://www.adlermode-unternehmen.com/fileadmin/2016/IR/PM/240316/de/2016-03-24_PM-Steilmann_DE.pdf
  9. https://www.derhandel.de/news/unternehmen/pages/Textilhandel-Adler-Mode-uebernimmt-Wehmeyer-7851.html
  10. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/kressner-adler-moden-erwirbt-textilkette-von-rewe/11137480.html
  11. http://www.focus.de/finanzen/boerse/hier-geht-noch-was-adler-schaegt-hennes_id_3928904.html
  12. https://fashionunited.de/nachrichten/einzelhandel/adler-u-bernimmt-hefa-moden-standorte/2015030517658