Adolf Wallichs

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Adolf Wallichs (* 5. November 1869 in Neumünster; † 14. Mai 1959 in Aachen) war ein deutscher Hochschullehrer für Werkzeugmaschinen und Betriebslehre, Leiter des Werkzeugmaschinenlabors (WZL) und Rektor der RWTH Aachen.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Schulzeit und obwohl ohne Abitur studierte Wallichs ab 1889 sowohl an der Technischen Hochschule Karlsruhe als auch an der Technischen Hochschule Berlin Maschinenbau. Mit dem Abschluss des Diplomingenieurs im Jahr 1894 sammelte er anschließend Erfahrung als Konstrukteur bei der Firma Maschinenbau R. Wolf Magdeburg-Buckau, bevor er ab 1896 als Assistent bei Professor Alois Riedler wieder an der TH Berlin tätig war. Ab dem Jahre 1900 wechselte Wallichs als Oberingenieur und Betriebsdirektor der Maschinenbauabteilung der Friedrich Wilhelms-Hütte nach Mülheim an der Ruhr.

Zum 1. Juli 1906 folgte er schließlich einem Ruf an die RWTH Aachen als ordentlicher Professor für Werkzeugmaschinen- und Betriebslehre und Konstruktion von Bergwerksmaschinen. Hier blieb er bis zu seiner Emeritierung 1935 und leitete die Hochschule als Rektor von 1913 bis 1915 in der Nachfolge von August Hirsch und von 1919 bis 1920 als Nachfolger von Friedrich Klockmann. Darüber hinaus begründete der mittlerweile zum Geheimen Regierungsrat beförderte Adolf Wallichs das Werkzeugmaschinenlaboratorium, das von Beginn an zu den international besten Einrichtungen dieser Art gehörte und später von Herwart Opitz weitergeführt und ausgebaut wurde. Durch die Übersetzung der beiden Werke von Frederick Winslow Taylor On the Art of Cutting Metals und Shop Management, die Wallichs 1907 und 1909 veröffentlichte, trug er unter anderem zu einer stärkeren Berücksichtigung des Taylor-Systems in Deutschland bei.

Darüber hinaus gehörte Wallichs zu den Mit-Initiatoren, die die wissenschaftlich-technischen Forschungen im Bereich Flugzeugbau der Technischen Hochschule, das entsprechende öffentliche Interesse sowie die notwendige Koordination eines geplanten Langstreckenflugs nach Berlin zusammenführten, wodurch es 1911 zur Gründung des Aachener Vereins für Luftschifffahrt kam. Vier wissenschaftliche Vereine, der Aachener Bezirksverband im Verein Deutscher Ingenieure, die Gesellschaft für Erd- und Witterungskunde, die naturwissenschaftliche Vereinigung zu Aachen und der Elektrotechnische Verein sowie 76 Privatpersonen, darunter neben Wallichs die Professoren Junkers, Reissner, Hertwig, Frentzen, Rötscher, der Flugpionier Erich Lochner, der amtierende Oberbürgermeister Veltmann, Behördenvertreter, Stadtverordnete, Offiziere und acht Ehefrauen, darunter die Damen Lochner, Polis, Rötscher, Reissner und Delius, zählten zu den Unterzeichnern der Gründungsurkunde. Mehr als 170 Mitglieder traten dem Verein bei.

Zu Beginn der NS-Zeit gehörte Wallichs mit den ehemaligen Rektoren Felix Rötscher, Hubert Hoff, Hermann Bonin und Robert Hans Wentzel, ohne Mitglied der NSDAP zu sein, dem Denunziationsausschuss an, der sich unter anderem mit der Überprüfung der vom ASTA (Allgemeiner Studentenausschuss) und den Studentenführern auf Grund angeblich kommunistischen Gedankengutes oder regimekritischen Verhaltens von Kollegen und Studierenden gemeldeten Fälle beschäftigte. Durch die Weiterleitung dieser Meldungen an den Reichskommissar im Erziehungsministerium Bernhard Rust wurde den nicht arischen Professoren Otto Blumenthal, Arthur Guttmann, Walter Maximilian Fuchs, Ludwig Hopf, Theodore von Kármán, Paul Ernst Levy, Karl Walter Mautner, Alfred Meusel, Leopold Karl Pick, Rudolf Ruer, Hermann Salmang und Ludwig Strauss ab September 1933 nach dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums die Lehrerlaubnis entzogen. Ansonsten konnte sich Wallichs politisch weitgehend neutral halten. Dies führte zu einer notwendig gewordenen Bestätigung seiner regimetreuen Einstellung durch seinen Mitarbeiter und stellvertretenden Dozentenbundführers Herwart Opitz. Wallichs kam weiteren Beeinflussungsversuchen schließlich durch seine vorzeitige Emeritierung zuvor.

Bereits 1934 wurde Adolf Wallichs von der Technischen Hochschule Hannover zu ihrem Ehrendoktor sowie ...in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste, die er sich in seiner nahezu 30jährigen Tätigkeit als Lehrer und Forscher um die RWTH Aachen erworben hat am 1. November 1949 zum Ehrensenator der RWTH Aachen ernannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Eversheim, Tilo Pfeiffer (Hrsg.): 100 Jahre Produktionstechnik. Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen von 1906 bis 2006. Springer, Berlin 2006, ISBN 3-540-33315-0, S. 11 bis 35 und andere. Google Books
  • Ulrich Kalkmann: Die Technische Hochschule Aachen im Dritten Reich (1933–1945). Verlag Mainz, Aachen 2003, ISBN 3-86130-181-4, S. 402 und andere. Google Books

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]