Agapitus I.

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Agapitus I. (auch Agapetus oder Agapet; * vor 494 in Rom; † 22. April 536 in Konstantinopel) war vom 13. Mai 535 bis zu seinem Tode Bischof von Rom und somit Papst.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war Sohn des Presbyters und Prä-Kardinals Gordianus († 501)[1], der bei Unruhen von Anhängern des Gegenpapstes Laurentius erschlagen wurde. Agapitus arbeitete mit Cassiodorus zusammen, um in Rom eine Bibliothek kirchlicher Autoren in Griechisch und Latein zu begründen,[2] was Cassiodorus auch bei seinem Projekt in Vivarium half, wo er die großen griechischen Philosophen ins Lateinische übersetzte.

Pontifikat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 535 wurde Agapitus Nachfolger von Papst Johannes II. (533–535), bei dem er als Erzdiakon in Diensten stand. Der König der Ostgoten Theodahad (480–536) bat ihn, nach Konstantinopel zu reisen, um Kaiser Justinian I. (482–565) zu beruhigen und von einer Invasion Italiens nach dem Tod der gotischen Königin Amalasuntha, († 535) die dem Kaiser freundlich gesinnt war, abzuraten. Zwar gelang es ihm nicht, Justinian von seinem Vorhaben abzubringen, sein Aufenthalt führte aber zu einer Auseinandersetzung mit dem von der Kaisergattin Theodora I. (500–548) unterstützten, beim orientalischen Klerus aber unbeliebten Patriarchen Anthimos I. (535–536), der Anhänger des Monophysitismus war. Diese Lehre war im Konzil von Chalcedon verworfen worden, und Agapitus gelang es, die Unterstützung des Kaisers für die Absetzung von Anthimos zu erlangen. Er ernannte und weihte Menas zu dessen Nachfolger. Dem Papst gelang die Festigung des kirchlichen Bündnisses.

Agapitus starb kurze Zeit später in Konstantinopel, beigesetzt wurde er in Rom in den Grotten unter dem 1626 von Papst Urban VIII. (1623–1644) eingeweihten Petersdom.

Verehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Wirken führte zu einer Entspannung zwischen West- und Ostkirchen und er wird auch von den Orthodoxen noch heute als Heiliger verehrt, sie seinen Gedenktag auf den 17. und 22. April festgelegt. Sein Gedenktag in der römisch-katholischen Kirche ist der 22. April. Agapet I. wird im Papstgewand dargestellt und trägt als Attribute die – allerdings anachronistischeTiara und den Kreuzstab (mit drei Querbalken).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Agapitus I. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gordiano. In: Salvador Miranda: The Cardinals of the Holy Roman Church. fiu.edu, Website der Florida International University; abgerufen am 27. Juli 2016.
  2. Günter Ludwig: Cassiodor. Über den Ursprung der abendländischen Schule. Frankfurt a. M. 1967, S. 13 und 17
VorgängerAmtNachfolger
Johannes II.Papst
535–536
Silverius