Alexander Lukitsch Ptuschko

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Alexander Lukitsch Ptuschko (russisch Александр Лукич Птушко; * 6. Apriljul. / 19. April 1900greg. in Luhansk, Russisches Kaiserreich, heute Ukraine; † 6. März 1973 in Moskau) war ein sowjetischer Filmregisseur und Drehbuchautor. Seine Verfilmungen russischer Märchen und Sagen wirkten stilbildend und waren auch tricktechnisch ihrer Zeit voraus.

Leben und Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabstein von Alexander und Natalja Ptuschko

Ptuschko studierte von 1923 bis 1926 am Plechanow-Institut für Wirtschaft in Moskau, wandte sich aber danach dem Trickfilm zu. Ab 1927 gehörte er dem Mosfilmstudio an und drehte zunächst kurze Puppentrickfilme; 1935 dann mit Der neue Gulliver den weltweit ersten Puppentrickfilm in Spielfilmlänge. In den Folgejahren war er vornehmlich als Spezialeffekt-Regisseur an den Filmen anderer Regisseure beteiligt, zunächst für Mosfilm und während des Zweiten Weltkrieges für Kasachfilm in Alma-Ata. Nach Kriegsende wandte er sich dem Realfilm zu, Die steinerne Blume, sein erstes Werk in dieser Schaffensphase, war ein internationaler Erfolg. Danach entstanden noch acht weitere Werke, nach dem Drama Drei Begegnungen konzentrierte Ptuschko sich ausschließlich auf den Kinder- und Märchenfilm. Er drehte mit bekannten Schauspielern wie Michail Janschin, Ninel Myschkowa und Michail Trojanowski. Ein häufiger Darsteller in seinen Filmen war Sergei Martinson.[1]

Neben seiner aktiven Filmtätigkeit hatte er von 1932 bis 1949 außerdem eine Professur am heutigen Gerassimow-Institut für Kinematographie inne und war von 1944 bis 1946 Leiter des Sojusmultfilmstudios.[2]

Ptuschko starb wenige Wochen vor seinem 73. Geburtstag und fand auf dem Nowodewitschi-Friedhof, Abschnitt 7 / Reihe 3, in Moskau die letzte Ruhe. Das Grab wird heute von einer Holzskulptur verziert.[3][4]

Seine 1926 geborene Tochter Natalja arbeitete seit 1957 als Regieassistentin für Mosfilm, darunter mehrmals mit ihrem Vater zusammen. Sie starb am 18. Oktober 2008 und wurde neben ihm beigesetzt.[5]

Ehrungen und Reputation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ptuschko war Träger folgender Titel und Auszeichnungen:

Auch Ptuschkos Filme wurden mehrfach prämiert:

Dem Schaffen von Ptuschko und Alexander Rou ist das 2018 erschienene Buch Птушко. Роу: мастер-класс российского кинофэнтези (Ptuschko. Rou: master-klass rossiskowo kinofentesi) von N. J. Sputnizkaja gewidmet. In selbigem wird auch auf den Vergleich des tschechischen Künstlers Jiří Trnka („tschechischer Ptuschko“) mit Alexander Ptuschko verwiesen.[6]

In Anlehnung an seine Animationsfilme bezeichnete ihn die New York Times als „sowjetischen Walt Disney“.[7]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Regisseur:

als Regisseur der Spezialeffekt-Sequenzen:

als Drehbuchautor:

  • 1936: Репка (Repka) – Regie: Sarra Mokil
  • 1937: Завещание (Saweschtschanie) – Regie: Iossif Skljut
  • 1937: Лиса и волк (Lisa i wolk) – Regie: Sarra Mokil
  • 1937/38: Пёс и кот (Pjos i kot) – Regie: Lew Atamanow – Ko-Drehbuch mit Atamanow
  • 1938: Маленький-удаленький (Malenki-udalenki)
  • 1962: Фитиль (Накрыли) (Fitil (Nakryli))

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • N. J. Sputnizkaja: „Птушко. Роу: мастер-класс российского кинофэнтези“, Directmedia, 2018, ISBN 9785447596187

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Filmografie A. Ptuschkos auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 15. Mai 2020
  2. Biografie A. Ptuschkos auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 15. Mai 2020
  3. Foto des Grabes auf findagrave.com, abgerufen am 15. Mai 2020
  4. Großaufnahme der Skulptur auf der Website des Friedhofs, abgerufen am 15. Mai 2020
  5. Kurzbiografie und Fotos des Grabes auf nd.m-necropol.ru (russisch), abgerufen am 15. Mai 2020
  6. N. J. Sputnizkaja: „Птушко. Роу: мастер-класс российского кинофэнтези“, Directmedia, 2018, S. 91 auf books.google.ru (russisch), abgerufen am 16. Mai 2020
  7. Nancy Ramsey: THE YEAR IN REVIEW: FILM; Now in America, the Films of the Soviet Walt Disney auf der Website der New York Times (englisch), abgerufen am 15. Mai 2020