Alexander zu Schaumburg-Lippe

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Alexander zu Schaumburg-Lippe, 2014

Alexander Prinz zu Schaumburg-Lippe (* 25. Dezember 1958 in Düsseldorf) ist ein deutscher Unternehmer sowie Land- und Forstwirt.[1] Der Familientradition folgend nennt er sich seit 2003 Fürst zu Schaumburg-Lippe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft, Ausbildung und Berufstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen des Familienchefs

Alexander ist der zweite Sohn von Philipp Ernst zu Schaumburg-Lippe (1928–2003) und dessen Ehefrau Eva-Benita, geborene Freiin von Tiele-Winckler (1927–2013). Da sein älterer Bruder Georg-Wilhelm 1983 bei einem Motorradunfall tödlich verunglückte, wurde Alexander zu Schaumburg-Lippe nach dem Tode seines Vaters zu dessen Erben. Er studierte zunächst Politikwissenschaft und Musikwissenschaft mit Berufsziel Journalismus an der Universität München. Nach dem Tod seines Bruders begann Alexander Prinz zu Schaumburg-Lippe an der Universität Göttingen das Jura-Studium, das er 1989 abschloss.[2] Bald nach seiner ersten Heirat im Jahr 1993 wurde er Generalbevollmächtigter der Fürstlichen Hofkammer Bückeburg, der privaten Vermögensverwaltung der Familie.[2]

Ernst-August Alexander Christian Viktor Hubert Prinz zu Schaumburg-Lippe (vollständiger Taufname) folgte seinem Vater Philipp Ernst zu Schaumburg-Lippe 2003 gemäß den traditionellen Richtlinien des Deutschen Adelsrechtsausschusses als „Chef“ des Hauses Schaumburg-Lippe nach. Allgemein bekannt ist er seitdem unter dem Namen Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe, wobei seit der Abschaffung der Standesvorrechte des Adels 1919 im Allgemeinen nur der ehemalige Titel „Prinz“ (/„Prinzessin“), nicht jedoch der vordem meist in Primogenitur erworbene Titel „Fürst“ Bestandteil des im Paß verzeichneten Namens ist.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus seiner Ehe mit Marie-Louise „Lilly“ Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg ging 1994 ein Sohn hervor. Die 1993 geschlossene Ehe wurde 2002 geschieden. Seine Liaison mit der Designerin Jette Joop erregte erhebliches Medieninteresse.[3] Seit dem 30. Juni 2007 ist er in zweiter Ehe mit der Münchener Rechtsanwältin Nadja Anna Zsöks (* 1975) verheiratet.[2] Mit ihr hat er zwei Töchter. Im März 2015 wurde die Trennung des Paares bekannt.[4]

Alexander zu Schaumburg-Lippe gilt als versierter Hobby-Jazzpianist,[5] der zuweilen auch vor größerem Publikum auftritt.[6]

Er ist Mitglied der Evangelisch-Reformierten Kirche zu Bückeburg.

Außerberufliche Tätigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Schirmherr oder in anderer Funktion ist Alexander zu Schaumburg-Lippe für mehrere deutsche[7][8][9][10][11] und deutsch-israelische[12][2] gemeinnützige Organisationen tätig. Er ist Mitglied der FDP, für die er sich in Zeitungsbeiträgen und Wahlkämpfen engagiert.[1][13][14] Er war Ersatzmitglied der 14. Bundesversammlung am 30. Juni 2010[15] und Mitglied der 15. Bundesversammlung.[16] Somit nahm er am 18. März 2012 an der Wahl des deutschen Bundespräsidenten teil.

Über die Partei Alternative für Deutschland, deren stellvertretende Vorsitzende seine Cousine Beatrix von Storch ist, äußerte sich Alexander zu Schaumburg-Lippe im Februar 2016 in einem Interview mit der Online-Ausgabe des "Stern" kritisch.[17]

Streit um Rechte an Namen und an deren Marktrechten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Domain www.schaumburg-lippe.de führte er 2003 einen Rechtsstreit.[18][19] Seine Klage um Namensrechte gegen den 2003 adoptierten Mario-Max Prince Schaumburg-Lippe (* 1977 als Mario-Helmut Wagner, seit 2009 aufgrund erneuter Adoption Mario-Max Prinz zu Schaumburg-Lippe), den Sohn der ehemaligen Salzburger Landtagsabgeordneten Gertraud Wagner-Schöppl, währte mehrere Jahre.[20]

Vorfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahnentafel Alexander zu Schaumburg-Lippe
Ururgroßeltern Fürst
Adolf I. Georg zu Schaumburg-Lippe
(1817–1893)
∞ 1844
Prinzessin
Hermine zu Waldeck-Pyrmont
(1827–1910)
Herzog
Moritz von Sachsen-Altenburg
(1829–1907)
∞ 1862
Herzogin
Auguste von Sachsen-Meiningen
(1843–1919)
Prinz
Wilhelm zu Schaumburg-Lippe
(1834–1906)
∞ 1862
Prinzessin
Bathildis von Anhalt-Dessau
(1837–1902)
Herzog
Eugen von Württemberg
(1846–1877)
∞ 1874
Großfürstin
Wera Konstantinowna von Russland
(1845–1912)
Hubert von Tiele
(1823–1893)
∞ 1854
Valeska Franziska von Winckler
(1829–1880)
Graf
Adolf von Grote
(1830–1898)
∞ 1860
Maria Jenisch
(1841–1922)
Graf
Heinrich Ludwig von Bassewitz
(1831–1911)
∞ 1854
Charlotte von Bülow
(1834–1911)
Freiherr
Karl von Beaulieu-Marconnay
(1811–1889)
∞ 1859
Freiin
Anna von Fritsch
(1835–1916)
Urgroßeltern Fürst Georg zu Schaumburg-Lippe
(1846–1911)

∞ 1882
Herzogin Maria Anna von Sachsen-Altenburg
(1864–1918)

Prinz Albrecht zu Schaumburg-Lippe (1869–1942)
∞ 1897
Herzogin Elsa von Württemberg (1876–1936)
Walther von Tiele-Winckler (1858–1909)
∞ 1885
Gräfin Helene von Grote (1862-?)
Graf Gerd von Bassewitz (1856–1945)
∞ 1890
Freiin Viktoria von Beaulieu-Marconnay (1870–1954)
Großeltern Wolrad zu Schaumburg-Lippe (1887–1962)
∞ 1925
Bathildis Prinzessin zu Schaumburg-Lippe (1903–1983)
Hans Werner Graf von Tiele-Winckler (1895–1957)
∞ 1924
Elisabeth Gräfin von Bassewitz (1899–1980)
Eltern Philipp Ernst zu Schaumburg-Lippe (1928–2003)
∞ 1955
Eva Benita Freiin von Tiele-Winckler (1927–2013)
Alexander Prinz zu Schaumburg-Lippe (* 1958)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe, in: Internationales Biographisches Archiv 12/2006 vom 25. März 2006, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alexander zu Schaumburg-Lippe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kommentar: Deutschland braucht jetzt … – Zu Schaumburg-Lippe vertraut der FDP. In: Welt Online, 7. Oktober 2009. Abgerufen am 3. August 2010.
  2. a b c d Biografie auf der Webseite von Schloss Bückeburg
  3. Spiegel Online: Promi-Liebe: Jette Joop wieder solo, 29. Juni 2004. Abgerufen am 3. August 2010.
  4. stern.de: Auch diese zwei wollen fortan Freunde bleiben
  5. Hannoversche Allgemeine Zeitung: Jamsession im Festsaal
  6. Prinzenrolle für die Ohren - Hochadel musiziert für junge Musiktalente
  7. Stiftung Lesen | Kuratorium. In: www.stiftunglesen.de. Abgerufen am 24. Mai 2016.
  8. Website der "Aktion Sonnenstrahl", Hannover: Schirmherr
  9. Website der Interhelp – Deutsche Gesellschaft für internationale Hilfe: Schirmherrschaft (Memento vom 3. August 2012 im Webarchiv archive.is)
  10. Website der Dewezet/DRK-Hilfsaktion „Kinder in Not“: Schirmherr.
  11. Website der Internationalen Musikakademie für Solisten e. V.: Gremium IMAS-Vorstand.
  12. Hadassah Deutschland veranstaltet privates Dinner mit Ehrengast John Malkovich (Memento vom 14. April 2013 im Webarchiv archive.is)
  13. Kommentar: Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe: So ist FDP-Star Philipp Rösler wirklich. In: Bild.de, 31. Oktober 2009. Abgerufen am 10. August 2010.
  14. NWZ online: Förderer der FDP treffen sich im Schloss
  15. Niedersächsischer Landtag – 16. Wahlperiode. Drucksache 16/2580 neu. Gemeinsame Vorschlagsliste der Fraktionen des Niedersächsischen Landtages für die Wahl der Mitglieder der Bundesversammlung. Online (PDF, S 6; 81 kB).
  16. Schaumburger Nachrichten vom 13. März 2012, abgerufen am 18. April 2012
  17. "Ich kann nicht verstehen, warum Beatrix noch immer bei der AfD mitmacht" in: "Stern" online, 3. Februar 2016.
  18. Urteil: Domain Schaumburg-Lippe geht nicht an Adelsfamilie. www.heise.de am 23. Dezember 2003
  19. Streit um Domainnamen und um einen Fürstentitel. Schaumburg-Lippe ist ein freier Name. rhein-zeitung.de am 22. Dezember 2003
  20. Prinz zu Schaumburg-Lippe vs. Dr. Schaumburg-Lippe. www.buskeismus.de März 2007


Vorgänger Amt Nachfolger
Philipp Ernst Oberhaupt des Hauses Schaumburg-Lippe
seit 2003
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