Alpen-Rispengras

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Alpen-Rispengras
Alpen-Rispengras (Poa alpina)

Alpen-Rispengras (Poa alpina)

Systematik
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Pooideae
Gattung: Rispengräser (Poa)
Art: Alpen-Rispengras
Wissenschaftlicher Name
Poa alpina
L.

Das Alpen-Rispengras (Poa alpina)[1], in der Schweiz auch Romeie genannt, ist eine Pflanzenart aus der Rispengräser (Poa) innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae). Sie ist zirkumpolar in Eurasien und Nordamerika verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration
Ährchen im Detail

Das Alpen-Rispengras ist sehr formenreich.

Das Alpen-Rispengras ist eine überwinternd grüne[1], ausdauernde krautige Pflanze. Sie erreicht eine Wuchshöhe von 15 bis 30 Zentimetern. Die Halme sind aufrecht oder gekniet-aufsteigend, ihre Oberfläche glatt und kahl. Die Halme besitzen zwei bis vier Knoten, die ebenfalls kahl sind.

Die Laubblätter sind grün bis graugrün und besitzen nur einen sehr schmalen hellen Knorpelrand. Sie sind flach und 4 bis 10 Zentimeter lang. Das Blatthäutchen der Grundblätter ist fehlend bis fast fehlend (dann gestutzt), das der Stängelblätter ist 3 bis 5 Millimeter lang und zerschlitzt, nicht spitz.

Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Der rispige Blütenstand ist pyramidenförmig, die unteren Äste stehen während der Anthese weit ab. Die Ährchen sind meist violett überlaufen. Die Ährchen sind meist zu Brutknospen umgebildet, diese Art ist pseudovivipar.

Die Chromosomenzahl (2n) reicht von 14 bis 74.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Alpen-Rispengras handelt es sich um einen Hemikryptophyten[1].

Die Hauptausbreitung erfolgt durch Bulbillen. Daneben erfolgt Schwerkraftausbreitung dadurch, dass sich nasse Halme herabneigen und sich die Brutpflänzchen bewurzeln. Auch Klebausbreitung der außen mit Klebzotten besetzten Spelzfrüchte ist möglich, daneben erfolgt noch Klettausbreitung durch Schafe und Windausbreitung als Schneeläufer.[2]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Alpen-Rispengras ist arktisch-alpin zirkumpolar verbreitet und kommt in Europa, Westasien und Amerika vor. In den Niederungen tritt es hauptsächlich nur als Schwemmling auf. Die Hauptverbreitung liegt in der subalpinen und alpinen Höhenstufe. In den Allgäuer Alpen steigt es am Gipfel des Biberkopfs bis in eine Höhenlage von 2600 Meter auf.[3]

In Deutschland reicht die Verbreitung von den Alpen bis ins Bodenseegebiet, bis Landsberg und Augsburg. In Österreich ist es häufig und fehlt nur in Wien und im Burgenland.

Das Alpen-Rispengras wächst vor allem auf Fettweiden und Fettwiesen, auch in Lägerfluren und nährstoffreichen Schneeboden-Gesellschaften (Schneetälchen). Es wächst auf frischen, nährstoff- und basenreichen, humosen Lehm- und Tonböden. Es ist eine Verbandscharakterart des Poion alpinae.

Durch maßvolles Düngen mit verrottetem Mist kann das Alpen-Rispengras gefördert und durch häufiges Güllen verdrängt werden.[4]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Alpen-Rispengras ist ein gutes Futtergras. Seltener wird es als Zierpflanze in Steingärten kultiviert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 7., überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1994, ISBN 3-8252-1828-7.
  • Rudolf Schubert, Klaus Werner, Hermann Meusel (Hrsg.): Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Begründet von Werner Rothmaler. 13. Auflage. Band 2: Gefäßpflanzen. Volk und Wissen, Berlin 1987, ISBN 3-06-012539-2.
  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Poa alpina L., Alpen-Rispengras. In: FloraWeb.de.
  2. Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1. IHW-Verlag, Eching bei München, 2001. ISBN 3-930167-50-6
  4. Walter Dietl, Manuel Jorquera: Wiesen- und Alpenpflanzen. Erkennen an den Blättern – Freuen an den Blüten. 3. Auflage. AV-Verlag, Zürich/Wien 2007, ISBN 978-3-7040-2234-9, S. 414.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alpen-Rispengras (Poa alpina) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien