Alpha1 Capricorni

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Doppelstern
α1 Capricorni
α1 Cap im Sternbild „Steinbock“
AladinLite
Beobachtungsdaten
ÄquinoktiumJ2000.0, Epoche: J2000.0
Sternbild Steinbock
Rektaszension 20h 17m 38,87s [1]
Deklination -12° 30′ 29,6″ [1]
Helligkeiten
Scheinbare Helligkeit 4,41 mag [2]
Spektrum und Indices
B−V-Farbindex 1,07 [2]
U−B-Farbindex 0,80 [3]
R−I-Index 0,55 [3]
Spektralklasse G3 Ib [4]
Astrometrie
Radialgeschwindigkeit −25,79 ± 0,15 km/s [5]
Parallaxe (4,0157 ± 0,1072) mas [1]
Entfernung (812 ± 21) Lj
(249 ± 6) pc  [1]
Bolometrische Absolute Helligkeit Mbol −2,79 mag [6]
Eigenbewegung [1]
Rek.-Anteil: (21,709 ± 0,131) mas/a
Dekl.-Anteil: (1,643 ± 0,080) mas/a
Physikalische Eigenschaften
Masse 5,3 M [6]
Radius 130 R [7]
Leuchtkraft

1050 L [6]

Effektive Temperatur 5300 K [6]
Metallizität [Fe/H] +0,22 [6]
Andere Bezeichnungen
und Katalogeinträge
Bayer-Bezeichnungα1 Capricorni
Flamsteed-Bezeichnung5 Capricorni
Bonner DurchmusterungBD −12° 5683
Bright-Star-Katalog HR 7747 [1]
Henry-Draper-KatalogHD 192876 [2]
Hipparcos-KatalogHIP 100027 [3]
SAO-KatalogSAO 163422 [4]
Tycho-KatalogTYC 5748-2598-1[5]Vorlage:Infobox Stern/Wartung/AngabeTYC-Katalog
2MASS-Katalog2MASS 20173888-1230295[6]
Weitere Bezeichnungen WDS 20176-1230
CCDM 20176-1231

Alpha1 Capricorni1 Cap) ist ein teleskopischer und spektroskopischer Mehrfachstern im Sternbild Steinbock. Er hat eine Gesamthelligkeit von 4,4 mag und seine Entfernung beträgt ca. 810 Lichtjahre.

Alpha1 Capricorni ist ein System aus mindestens fünf Komponenten. Der Hauptstern A ist ein gelber Überriese von etwas über 5-facher Masse, 130-fachem Radius und 1000-facher Leuchtkraft der Sonne. Seine Oberflächentemperatur liegt mit etwa 5300 K etwas unter der der Sonne.[6]

Im Jahr 1827 fand John Herschel etwa 30 Bogensekunden neben dem hellen Stern A einen 120-mal schwächeren Begleiter C mit einer scheinbaren Helligkeit von 9,6 mag. Dieser Stern trägt auch die Bezeichnung BD −12° 5682. Später konnte Sherburne Wesley Burnham im Jahr 1874 noch eine dritte Komponente B beschreiben. Dieser Stern hat nur eine Helligkeit von 14,1 mag und befand sich zum Zeitpunkt der Entdeckung etwa 15 Bogensekunden vom Hauptstern A entfernt, heute beträgt der Abstand etwas über 50″.

Im Jahr 1905 konnte Carl Wilhelm Wirtz schließlich einerseits noch einen weiteren Begleiter D mit einer Helligkeit von 14,2 mag und einem Abstand von 30″ zur Komponente C erkennen, andererseits konnte er den Hauptstern A selbst als engen spektroskopischen Doppelstern identifizieren. Seine beiden Komponenten Aa und Ab besitzen scheinbare Helligkeiten von 4,4 bzw. 8,6 mag.[8]

Alpha1 wurde zusammen mit dem Stern Alpha2 Capricorni auch mit dem Eigennamen „Algiedi“ oder „Algedi“ (von arabisch الجدي, DMG al-ǧady ‚das Ziegenböckchen‘) bezeichnet. Zur Unterscheidung von diesem wurde er auch „Prima Giedi“ genannt. Nach dem „IAU Catalog of Star Names“ der Working Group on Star Names (WGSN) der IAU zur Standardisierung von Sternnamen wurde der Name in der Form „Algedi“ 2016 nur dem helleren Alpha2 Capricorni zugewiesen.[9]

Wissenschaftliche Untersuchung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2005 wurde für Alpha1 Capricorni und andere mittelschwere Sterne mit einer Masse zwischen 5 und 20 M aus Beobachtungen an der Europäischen Südsternwarte in Chile der Einfluss der Rotationsgeschwindigkeit des Sterns auf das Vorkommen verschiedener Elemente in seiner Atmosphäre untersucht. Dabei wurden auch Werte für die effektive Temperatur, die Schwerkraft an der Oberfläche, Mikroturbulenzgeschwindigkeit, Helligkeit und Masse, sowie Häufigkeit verschiedener Elemente ermittelt.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Gaia early data release 3 (Gaia EDR3) für α1 Cap, Dezember 2020
  2. a b VizieR: Hipparcos, the New Reduction (van Leeuwen, 2007) – The Astrometric Catalogue
  3. a b VizieR: Stellar Photometry in Johnson's 11-color system (Ducati, 2002)
  4. VizieR: Southern B and Be stars (Levenhagen+, 2006)
  5. VizieR: General Catalogue of Stellar Radial Velocities (Wilson, 1953)
  6. a b c d e f g R. Smiljanic, B. Barbuy, J. R. De Medeiros, A. Maeder: CNO in evolved intermediate mass stars. In: Astronomy & Astrophysics. Vol. 449, 2006, doi:10.1051/0004-6361:20054377, S. 655–671 (bibcode:2006A&A...449..655S).
  7. VizieR: Catalogue of Stellar Diameters (CADARS) (Pasinetti-Fracassini+ 2001)
  8. VizieR: The Washington Visual Double Star Catalog (Mason+ 2001-2014)
  9. Bulletin of the IAU Working Group on Star Names, No. 2. IAU Division C Education, Outreach and Heritage, 2016 (PDF; 158 KB).