Altendorf (Naumburg)

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Altendorf
Stadt Naumburg
Koordinaten: 51° 12′ 53″ N, 9° 12′ 9″ O
Höhe: 248 m ü. NHN
Fläche: 9,09 km²[1]
Einwohner: 240 ca.[2]
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 34311
Vorwahl: 05625
Fachwerkhaus in Altendorf
Fachwerkhaus in Altendorf

Altendorf ist der kleinste Stadtteil der nordhessischen Kleinstadt Naumburg im Landkreis Kassel.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt ca. 6 km südlich von Naumburg im Elbetal, es wird eingefasst von den Hügelzügen des Hardtkopfes im Osten und des Alten Waldes (südlicher Ausläufer des Waldecker Waldes) im Westen. Die Umgebung ist geprägt von der Flussaue der Elbe sowie Feldern, welche ihrerseits in einen dichten Mischwald übergehen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1198 wird Altendorf erstmals urkundlich erwähnt.[1] Vom 13. bis zum 16. Jahrhundert war Altendorf, zusammen mit Elbenberg und der heutigen Wüstung Beltershausen, Teil der Elber Mark, einer Markgenossenschaft unter der Oberhoheit des Stifts St. Alban vor Mainz, das die Herren von Elben als Vögte einsetzte. Diesen gelang es, spätestens mit Einführung der Reformation in Hessen im Jahre 1526, aus ihrer Vogtei einen Besitz zu machen. Nach dem Aussterben der Herren von Elben im Mannesstamm ging das Lehen 1559 an das Adelsgeschlecht der von Buttlar über, Lehnsherr blieb das Kurfürstentum Mainz. 1803 fiel Altendorf infolge des Reichsdeputationshauptschlusses an die Landgrafschaft Hessen-Kassel.

1579 werden 21 Haushalte erwähnt. Im 19. Jahrhundert stieg die Einwohnerzahl auf 245 Personen an. Sie erreichte ihren Höchststand in den 1970er Jahren mit 292 Personen und beträgt heute ca. 240.

Am 31. Dezember 1971 wurde Altendorf in die Stadt Naumburg eingegliedert.[3]

Steinkiste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1908 wurde am Ortsrand von Altendorf ein Steinkistengrab aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. entdeckt und 1934 freigelegt. Es wird der megalithischen Wartberg-Kultur zugerechnet und enthielt Werkzeuge, Töpferwaren sowie die Überreste von 235 Menschen.[4] Sichtbare Überreste des Grabes sind heute nicht mehr vorhanden.

Burgstall und Wüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am südlichen Rand des Stadtteils am unteren, östlichen Ende einer flachen Anhöhe nördlich des Heiligenbergs am Ufer des Ederzuflusses Elbe, wo diese in ihrem allgemein südlichen Verlauf eine enge Nordost-Schleife beschreibt, liegt links der Elbeschleife der Burgstall Beltershausen und rechts in der Schleife der ehemals zugehörige Ort, die heutige Wüstung Beltershausen.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bonifatiuskirche

Im Dorfkern liegt auf einer leichten Anhöhe die Bonifatiuskirche. Ihr Turm stammt aus dem 12. Jahrhundert, aber das heutige Kirchenschiff wurde 1830 erbaut.[5]

Eine Kapelle wird im Bestandsverzeichnis der heutigen Wüstung Immenhausen bestätigt.[6] Papst Innozenz (1198–1216) schenkte das Kirchenpatronat der Kapellen in Ippinghausen, Altendorf und Herberge dem Erzbistum Riga. 1444 übernahmen die hessischen Landgrafen das Patronat.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Riesenstein, ein Sandsteinfels, der vermutlich als vorzeitliche Opferstätte diente.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brunnenfest des Fördervereins Altendorf, jährlich im Juli.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b „Altendorf, Landkreis Kassel“. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 25. Februar 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Der Ort im Internetauftritt der Stadt Naumburg (Hessen), abgerufen im April 2016.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 411.
  4. Gero von Merhart 1936. Bericht des Vertrauensmannes für kulturgeschichtliche Bodenaltertümer im Regierungsbezirk Kassel. Nachrichtenblatt Deutsche Vorzeit 12, S. 130–141; Gustav Perret, Cro-Magnon-Typen vom Neolithikum bis heute. (Ein Beitrag zur Rassengeschichte Niederhessens). Zeitschrift für Morphologie und Anthropologie 37/1 (1937), 5-8
  5. Bonifatiuskirche Altendorf
  6. „Wüstung Immenhausen, Landkreis Kassel“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Altendorf (Naumburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien