Amtsberge

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Amtsberge
Die Amtsberge zwischen Stadtoldendorf und Einbeck

Die Amtsberge zwischen Stadtoldendorf und Einbeck

Teil der Amtsberge; die mittlere Erhebung ist der Ort der Burgruine Hunnesrück (Blick aus Richtung Dassel)

Teil der Amtsberge; die mittlere Erhebung ist der Ort der Burgruine Hunnesrück (Blick aus Richtung Dassel)

Höchster Gipfel Belzerberg (392,2 m ü. NN)
Lage bei Dassel; Landkreis Northeim, Niedersachsen (Deutschland)
Niedersächsisches Bergland Weser-Leine-Bergland;
Weser- und Leinebergland
Koordinaten 51° 51′ N, 9° 41′ O51.8468055555569.6905833333333392.2Koordinaten: 51° 51′ N, 9° 41′ O
Gestein Kalkstein, Mergel, Sandstein
Alter des Gesteins Muschelkalk, Keuper
p5

Die Amtsberge sind ein flächenmäßig kleiner, bis 392,2 m ü. NN[1] hoher Höhenzug des Weser-Leine-Berglands. Er liegt bei Dassel im niedersächsischen Landkreis Northeim (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Amtsberge liegen direkt auf der Nahtlinie der Landkreise Northeim (überwiegender Teil des Höhenzugs mit seiner Gipfellage) und Holzminden (Nordwestteil) sowie von Leinebergland im Osten und Weserbergland im Westen. Sie befinden sich nordöstlich des Sollings, sodass sie zu dessen Vorbergen gehören. Etwas Nordnordwestlich des Höhenzugs liegt der Homburgwald und nordnordöstlich der Höhenzug Elfas. Nordwestlich breitet sich der Höhenzug Holzberg aus, von dem die Amtsberge nur durch das bei Denkiehausen gelegene Tal des Teichbachs getrennt sind. Südöstlich schließt sich jenseits der Ilme der Ellenser Wald an. Die nächstliegenden Städte sind Stadtoldendorf im Nordwesten und Dassel im Südsüdosten.

Innerhalb des Amtsberge entspringen mehrere Bäche, die zum Einzugsgebiet von Weser und Leine gehören. Die Nordwestausläufer des Höhenzugs werden vom Oberlauf der in Richtung Nordwesten fließenden Lenne (östlicher Zufluss der Weser) passiert, die Südausläufer vom nach Südosten verlaufenden Mittellauf des Spüligbachs (nordwestlicher Zufluss der Ilme) und die östlichen durch Zufluss in den Mittellauf der Bewer.

Bis auf den Nordteil des laubwaldreichen Höhenzugs mit seiner Gipfellage reichen Teile des Vogelschutzgebiets Sollingvorland (VSG-Nr. 4022-431; 168,85 km²), dass der EU-Vogelschutzrichtlinie[2] unterliegt.[3]

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten]

Die Amtsberge bilden – zusammen mit den Höhenzügen Holzberg im Nordwesten und Ellenser Wald im Südosten – in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Weser-Leine-Bergland (Nr. 37), in der Haupteinheit Sollingvorland (371) und in der Untereinheit Nördliches Solling-Vorland (371.0) den Naturraum Amtsberge (371.04). Die Landschaft leitet nach Nordwesten in den Naturraum Stadtoldendorfer Hochfläche (371.02) und nach Nordnordosten in den Naturraum Elfasumland (371.06) über. Im Südwesten schließt sich die zur Haupteinheit Solling, Bramwald und Reinhardswald (370) zählende Untereinheit Nördlicher Solling (370.0) an.[4]

Erhebungen[Bearbeiten]

Zu den Erhebungen der Amtsberge gehören – mit Höhen in Meter (m) über Normalnull (NN):[1]

Fließgewässer[Bearbeiten]

Zu den Fließgewässern in und an den Amtsbergen gehören:

  • Bewer (nordwestlicher Zufluss der Ilme)
  • Lenne (östlicher Zufluss der Weser)
  • Reißbach (westlicher Zufluss der Bewer)
  • Spüligbach (nordwestlicher Zufluss der Ilme)
  • Teichbach (nördlicher Zufluss des Spüligbachs)

Ortschaften[Bearbeiten]

Ortschaften in und an den Amtsbergen sind:

Name[Bearbeiten]

Johannes Krabbe nannte den Höhenzug in seiner Karte des Sollings 1603 "Hundesrucke", sodass man annahm, dies sei ein Hinweis auf die in der Form des Rückens eines Hundes gekrümmte Bergsilhouette. Vergleichbare Namen waren seit 1310 urkundlich auf die Burg Hunnesrück bezogen. Johannes Letzner hatte hier eine Schutzeinrichtung vor Hunnen vermutet.[6] Christian Gottfried Daniel Stein schrieb, der Name leite sich von Hünen her, die dort gewohnt hätten.[7]

Eine neuere etymologische Deutung nimmt eine Herkunft des Namens aus dem althochdeutschen Wort "huno" an; demnach wurde hier bereits zu karolingischer Zeit, als die Gegend im Suilbergau lag, ein Richteramt ausgeübt.[8][9]

Nach dem Abbruch der Burg Hunnesrück setzte sich der Bezug auf das Amt Hunnesrück durch.

Sehenswertes[Bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten der Amtsberge gehören neben der Waldlandschaft die Teichklippe, die sich im Westteil des Höhenzugs zwischen Mackensen und Denkiehausen befindet, und die Ruine der Burg Hunnesrück oberhalb des Eselsteichs, die im Süden des Höhenzugs nördlich von Dassel zwischen Mackensen und Hunnesrück liegt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wandern und Freizeit im Naturpark Solling-Vogler, topographische Karte (1:50.000; 1975),
    Hrsg.: Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Landesvermessung
  2. World Database on Protected Areas – Sollingvorland Special Protection Area (Birds Directive) (englisch)
  3. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  4. Jürgen Hövermann: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 99 Göttingen. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1963. → Online-Karte (PDF; 4,1 MB)
  5. Belzerberg: mit trigonometrischem Punkt (375,6 m) auf dem Nordwesthang (laut referenzierter Karte Wandern und Freizeit im Naturpark Solling-Vogler; 1975)
  6. J. E. B.: Compendieuse Staats-Beschreibung Des Durchlauchtigen Welt-Kreises, Zweyter Theil, 1720, S. 140, auf books.google.de
  7. Christian Gottfried Daniel Stein: Geographisch-statistisches Zeitungs-, Post- und Comtoir-Lexicon: F–H, 1819, S. 452, auf books.google.de
  8. Hans-Norbert Mittendorf: Zur Kulturgeschichte des heutigen Dasseler Stadtgebietes im Spiegel alter Flurnamen, 1991, S. 130, 235
  9. Sammlung Alt- und Mitteldeutscher Wörter aus lateinischen Urkunden, 1863, S. 14, auf books.google.de