Ana María Rabe

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Ana María Rabe (2017)

Ana María Rabe (* 10. Januar 1967 in Buenos Aires) ist eine Philosophin deutsch-spanischer Herkunft. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Ästhetik, Kunstphilosophie, Epistemologie und zeitgenössischen Philosophie. Seit 2014 ist sie Professorin für Philosophie an der Universität von Antioquia in Medellín, Kolumbien. Ihr Lebensgefährte ist der Philosoph Stascha Rohmer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ana María Rabe wurde 1967 im Stadtteil Belgrano der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires geboren. Sie stammt, wie ihre vier Geschwister, Carmen, Harald, Henri und Angelita, von einem deutschen Vater, Karl Heinz Hermann Rabe, und einer spanischen Mutter, Concepción Rabe (geb. Ruiz Torres), ab. Rabe fand früh Zugang zur spanisch-, deutsch- und russischsprachigen Literatur und Philosophie über die Privat-Bibliothek ihres aus Madrid stammenden Großvaters Antonio Ruiz Rey[1], eines angesehenen Psychiaters und Dissidenten im franquistischen Spanien. Ruiz Rey, der 1932 die aus der Mittelmeerstadt Torrevieja stammende Pianistin Concepción Torres Barceló heiratete, war das neunte und jüngste Kind von Angelita Rey Galar und Mariano Ruiz Cánovas[2], eines bekannten spanischen Psychiaters, der in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die von ihm gegründete, auf humane und integrative Behandlungsformen basierende Privatklinik für Geisteskrankheiten „Casa de Salud Nuestra Señora del Carmen“ in Madrid, sowie das Sommer-Sanatorium „Sanatorio Virgen del Carmen“[3] in Torrevieja leitete, wo die "Avenida Doctor Mariano Ruiz Cánovas"[4] am Strand „playa de los locos“[5] noch vom Wirken des bedeutenden Arztes und Visionärs zeugen. Das geistige Erbe und der sozial-ethische Einsatz ihres Großvaters und ihres Urgroßvaters, sowie die Musikalität und offene, mediterrane Mentalität ihrer Großmutter prägten das Leben und den Werdegang von Ana María Rabe auf entscheidende Weise.

Das Leben von Ana María Rabe, die zweisprachig aufwuchs, spielte sich im ständigen Wechsel zwischen der spanisch- und der deutschsprachigen Welt ab. Sie studierte im Magisterstudiengang Philosophie (Hauptfach) mit den Nebenfächern Politische Wissenschaft und Neuere Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. 1987/88 legte sie ein Studienjahr an der Universität Murcia in Spanien ein. 1992 erhielt sie an der LMU ihren Magistertitel mit einer Arbeit zu Kants Kritik der Urteilskraft und Jan Mukařovskýs Konzeption der ästhetischen Funktion.

Im folgenden Jahr begann sie neben ihrer akademischen Laufbahn auch als freie Mitarbeiterin für verschiedene Zeitungen in Argentinien und den USA zu arbeiten, u. a. für das Argentinische Tageblatt in Buenos Aires, sowie ab 1994 für die legendäre deutsch-jüdische Zeitung Aufbau in New York, für die in den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts bereits so bekannte Persönlichkeiten wie Albert Einstein, Thomas Mann, Stefan Zweig, Hannah Arendt, Martin Buber, Ludwig Marcuse oder Gershom Scholem gewirkt hatten. Für den Aufbau schrieb Rabe in den 90er Jahren in New York Musik-, Theater-, Tanz- und Kunstkritiken, sowie in Buenos Aires Essays und Reportagen zu zeitgeschichtlichen und aktuellen Themen.

Ab 1998 war Rabe in München, Madrid und Berlin auch als Autorin für Kunstkataloge, als Übersetzerin philosophischer und kunstgeschichtlicher Artikel und Bücher, sowie als Kunstkritikerin für verschiedene deutsch- und spanischsprachige Medien tätig, u. a. für die Zeitschriften Kulturaustausch, Cuadernos Hispanoamericanos[6], ECOS de España y Latinoamérica, Ästhetik & Kommunikation, Descubrir el ARTE[7], Junge Kunst. Nachdem Rabe im Jahr 2004 ihr Diplom als staatlich geprüfte Übersetzerin (Deutsch-Spanisch) im Fachgebiet Geisteswissenschaften am Sprachen & Dolmetscher Institut München gemacht hatte, promovierte sie 2007 an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig mit einer von Hannes Böhringer und Bernhard Lypp betreuten Arbeit zum Problem des Raumes in der Philosophie, Kunst und theoretischen Physik.

Die akademische Laufbahn von Rabe als Hochschuldozentin begann 1992 mit einem Lehrauftrag für Philosophie an der LMU München und einer gleichzeitigen Anstellung als wissenschaftliche Hilfskraft Akademie der Bildenden Künste München, wo sie danach von 1993 bis 1999 als wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Philosophie von Prof. Dr. Bernhard Lypp tätig war. In den Folgejahren bis 2014 war sie an vielen weiteren deutschen sowie spanischen Universitäten, Hochschulen und Forschungszentren beschäftigt:

Als ausländische Gastprofessorin wurde sie 2001 von der Yanka Kupala State University of Grodno in Weißrussland eingeladen, 2009 von der Universidad Tecnológica de Pereira in Kolumbien und der Universidad de Puerto Rico, 2012 vom Royal College of Art in London, 2013 von der Uralische Föderale Universität in Jekaterinburg (Russland), 2014 von der Universidad Austral de Chile in Valdivia und zwischen 2015 und 2018 immer wieder an der Universidad Pontificia Comillas in Madrid. Im November 2014 wurde sie an die Universidad de Antioquia in Medellín (Kolumbien) berufen, wo sie seitdem eine Professur für zeitgenössische Philosophie innehat.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher

  • Ana María Rabe: Das Netz der Welt. Fink, Paderborn 2008, ISBN 978-3-7705-4675-6.
  • Ana María Rabe, (Hrsg.): Les arts en l'època de l'espai/Las artes en la época del espacio/Die Künste in der Epoche des Raumes. Residència d'Investigadors CSIC, Generalitat de Catalunya, Barcelona 2010. ISBN 978-84-931588-3-5.
  • Ana María Rabe, Stascha Rohmer (Hrsg.) Homo naturalis: zur Stellung des Menschen innerhalb der Natur. Alber, Freiburg/München 2012, ISBN 978-3-495-48471-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.elche.me/biografia/ruiz-rey-antonio
  2. http://www.manuserran.com/index.php?option=com_content&view=article&id=1780:capilla-de-la-casa-de-salud-nuestra-senora-del-carmen&catid=271&Itemid=465
  3. http://www.cronistasoficiales.com/?p=71781 http://www.cronistasoficiales.com/?p=72121 http://www.diarioinformacion.com/vega-baja/2017/08/13/playa-locos-sanatorio-enfermos-mentales/1926072.html
  4. http://www.cronistasoficiales.com/?p=71781
  5. http://www.diarioinformacion.com/vega-baja/2017/08/13/hay-naufragos-locos-cura-playas/1926073.html
  6. https://cuadernoshispanoamericanos.com/
  7. http://www.descubrirelarte.es/