Andrea del Verrocchio

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Andrea del Verrocchio: Maria mit Kind, Gemäldegalerie, Berlin

Andrea del Verrocchio, eigentlich Andrea di Michele Cioni (* 1435[1][2] in Florenz; † 10. Oktober 1488 in Venedig) war einer der einflussreichsten Künstler in der Übergangszeit von Früh- zu Hochrenaissance.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über frühe Jahre ist nur wenig Gesichertes bekannt. Nach einer Lehre als Goldschmied scheint er eine Ausbildung als Bildhauer erhalten zu haben. Mitte der 1460er Jahre begann sein Aufstieg als Bildhauer – unter der tatkräftigen Förderung durch Piero de’ Medici und dessen Sohn Lorenzo il Magnifico. Zur selben Zeit scheint er sich intensiver mit Malerei beschäftigt zu haben; es ist jedoch unsicher, ob bzw. wo er gelernt hat (Alesso Baldovinetti oder Fra Filippo Lippi?). 1472 trat er der Lukas-Bruderschaft der Maler bei. Verrocchio wurde Kurator der Antikensammlung der Familie Medici in Florenz. Als Restaurator hatte er Gelegenheit, antike Statuen eingehend zu studieren und so die Grundlagen seiner eigenen Werke zu schaffen.

Über zwei Jahrzehnte lang leitete er eine produktive, universell ausgerichtete Werkstatt, in der neben Skulpturen und Gemälden auch Kunsthandwerk wie Kostüme und Ausstattung für Festlichkeiten angefertigt wurden. Sie war gleichzeitig eine gut besuchte Ausbildungsstätte für junge Künstler der Hochrenaissance (unter anderen Sandro Botticelli[1], Lorenzo di Credi, Leonardo da Vinci[1] und Perugino).

1483 erhielt er von der Republik Venedig den Auftrag, zum Andenken an den Söldnerführer Condottiere Bartolomeo Colleoni eine Reiterstatue zu schaffen, die jedoch erst nach seinem Tode vollendet wurde. Verrocchio starb 1488 in Venedig, er wurde jedoch in Florenz beigesetzt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skulpturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

David (Bargello, Florenz)
Reiterbildnis des Bartolomeo Colleoni in Venedig, Bronze, 1493

Bedeutend war Verrocchio vor allem als Bildhauer. Bei dem 1472 fertiggestellten Grabmal für Piero und Giovanni di Medici beeindruckt die originelle Komposition. Vor 1476 schuf er eine Bronzefigur des David, ausdrucksvoll mit lebendigem Schönheitsideal. Mit dem unvollendeten Grabrelief des Kardinals Forteguerri nimmt Verrocchio die theatralischen Effekte der barocken Bildhauerkunst vorweg. Von 1478 stammt ein Terracotta-Relief der Jungfrau Maria (jetzt im Bargello in Florenz).

Zu seinen beeindruckendsten Werken zählt die Bronzegruppe Christus und Thomas in Orsanmichele, die technische Perfektion mit Gespür für Komposition und Emotionalität verbindet. Ebenso wegweisend ist die Reiterstatue Colleoni, die erst nach seinem Tod nach dem fertigen Tonmodell gegossen und vor San Giovanni e Paolo in Venedig aufgestellt wurde. Die spannungsgeladene Reiterstatue genügt, um die Vorstellung einer ganzen Streitmacht zu evozieren, die dem Kommandanten nachdrängt. Der Colleoni beeinflusste die Entwicklung der Reiterstandbilder bis in das 19. Jahrhundert hinein.

Nicht übersehen werden sollten auch seine – von der Antikensammlung der Medici inspirierten – Porträtbüsten, die Naturalismus und Idealisierung vereinen.

Verrocchios Skulpturen zeichnen sich durch Realitätssinn aus, durch gezielt eingesetzte Licht- und Schatteneffekte und wechselseitige Durchdringung von Figur und Raum und gaben damit entscheidende Anstöße für den (Florentiner) Stil der Hochrenaissance. Sein Putto mit Delfin zeigt erstmals die Spiral-Pose, die keine bevorzugte Betrachtungsrichtung kennt. Verrocchio löste Figuren aus ihrer Bindung an eine Ansicht von einem Standpunkt aus, was in der Bildhauerei den Weg zum Manierismus und Barock öffnete.

Gemälde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaum eines der ihm zugeschriebenen Gemälde ist sicher zuzuordnen. Bei den gesicherten Werken ist die Datierung oft unsicher. Um 1475 fertigte er die Taufe Christi (Uffizien, Florenz), an der jedoch auch die Beteiligung des jungen Leonardo da Vinci unverkennbar ist. Als weitere Gemälde aus seiner Hand werden genannt: die Madonna mit Kind (um 1470, Gemäldegalerie, Berlin) und Tobias und der Engel (1470–1480, National Gallery, London).

Als Maler war Verrocchio eher ein unvergleichlich anregender Lehrer als ein Neuerer. Er gehörte jedoch wohl zu den Ersten, die die Luftperspektive in der Landschaftsdarstellung einsetzten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Andrea del Verrocchio – Sammlung von Bildern

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Metropolitan Museum of Art
  2. Enciclopedie online bei treccani.it