Prato (Toskana)

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Prato
Wappen
Prato (Italien)
Prato
Staat Italien
Region Toskana
Provinz Prato (PO)
Koordinaten 43° 53′ N, 11° 6′ OKoordinaten: 43° 52′ 48″ N, 11° 5′ 54″ O
Höhe 65 m s.l.m.
Fläche 97 km²
Einwohner 192.469 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 1.984 Einw./km²
Postleitzahl 59100
Vorwahl 0574
ISTAT-Nummer 100005
Volksbezeichnung Pratesi
Schutzpatron Santo Stefano (26. Dezember)
Website Comune di Prato
Panorama di Prato Dal Cupolin degli Ori 2.jpg

Prato ist eine Stadt in der italienischen Region Toskana. Sie hat 192.469 Einwohner (Stand 31. Dezember 2016) und ist Hauptstadt der Provinz Prato.

Lage und Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prato liegt 20 km nordwestlich von Florenz am Fluss Bisenzio. Durch das westliche Gemeindegebiet fließt zudem der Fluss Ombrone Pistoiese.

Die Nachbargemeinden sind Agliana (PT), Calenzano (FI), Campi Bisenzio (FI), Carmignano, Montemurlo, Poggio a Caiano, Quarrata (PT) und Vaiano.

Die Ortsteile (Frazioni) bilden fünf Verwaltungseinheiten (Circoscrizioni):

  • Circoscrizione Nord (Nord): Cerreto, Chiesanuova, Coiano, Figline di Prato, Galcetello, Galceti, Gli Abatoni, I Ciliani, Le Fornaci, Le Lastre, Le Sacca, San Martino, Santa Lucia, Villa Fiorita
  • Circoscrizione Sud (Süd): Cafaggio, Casale, Castelnuovo, Campostino, Fontanelle, Grignano, Il Ferro, Iolo, Le Badie, Le Caserane, Le Colombaie, Le Fonti, Paperino, Ponte alle Vanne, Popolino, Purgatorio, San Giorgio a Colonica, San Giusto, Santa Maria a Colonica, Sant’Andrea, Tavola, Tobbiana
  • Circoscrizione Est (Ost): Canneto, Carteano, Cavagliano, Filettole, Gonfienti, Il Cantiere, I Lecci, Il Palco, La Castellina, La Macine, La Pietà, La Querce, Mezzana, Pizzidimonte, Ponzano, Sacra Famiglia, Santa Cristina a Pimonte, Santa Gonda
  • Circoscrizione Ovest (West): Borgonuovo, Capezzana, Galciana, Il Calice, Il Guado, La Dogaia, Le Pantanelle, Maliseti, Mazzone, Narnali, San Paolo, Sant’Ippolito, Vergaio, Viaccia
  • Circoscrizione Centro (Zentrum): Il Pino, Il Soccorso, Reggiana

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dom von Prato
Casa del Fascio

Prato war wahrscheinlich bereits von den Etruskern besiedelt. Es wird jedoch erstmals im 10. Jahrhundert urkundlich erwähnt und entwickelt sich zu einem bedeutenden Woll-Emporium. Der bekannteste Fernhändler und Wollproduzent des Spätmittelalters ist Francesco Datini, der 1410 das größte Kaufmannsarchiv des Mittelalters hinterließ.

Das „Lumpenzentrum Europas“, ein wichtiges Einwanderungsgebiet für Italiener aus dem Süden, wuchs seit Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer florierenden Industriestadt mit Schwerpunkt im Bereich der Stoffherstellung heran. Das historische Zentrum blieb in seinen mittelalterlichen Mauern in Form eines unregelmäßigen Sechsecks erhalten und zeigt, wie reich die Stadt schon damals war: Paläste und Kirchen sowie die in ihrer Form für Nord- und Mittelitalien einmalige kaiserliche Burg des Stauferkaisers Friedrich II. Die Burg wurde etwa ab 1240 errichtet wie auch die Kaiserburg Castel del Monte in Apulien im Südosten Italiens.

Fast das gesamte historische Zentrum ist bereits seit vielen Jahren Fußgängerzone. Sie macht aus Prato auch eine Einkaufstadt, vor allem für modische Textilien.

Seit Ende der 1950er Jahre erlebte die Stadt erhebliche Einwanderung, zunächst aus Süditalien, dann auch aus anderen Ländern. Erwähnenswert ist eine große chinesische Gemeinschaft, die seit den späten 1980er Jahren in Prato lebt.[2] Von 190.000 Einwohnern sind nach Angaben des Magazins Die Zeit aus dem August 2014 demnach 34.000 Einwanderer und knapp die Hälfte davon Chinesen.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Santa Maria delle Carceri
Palazzo Pretorio
Brücke über den Fluss Bisenzio

Viele Gebäude, vor allem diejenigen, die im Mittelalter erbaut wurden, zeichnen sich durch die Verwendung von charakteristischen lokalen Baustoffen aus. Hauptsächlich wurden dabei zwei verschiedenfarbige Marmorarten verwendet, die in ähnlicher Form auch bei Florentiner Bauwerken Verwendung fanden. Es handelt sich dabei um den weißen Alberese und den grünen Serpentino aus Monteferrato.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Dom von Prato, dem Heiligen Stephanus geweiht, ist die Kathedrale des Bistums Prato und seit 1996 Basilica minor. Im Inneren befindet sich der Freskenzyklus Szenen aus dem Leben der Hl. Stephanus und Johannes des Täufers 1452–1457 von Filippo Lippi.
  • Die Kirche Santa Maria delle Carceri ist ebenfalls eine Basilica minor (seit 1939)
  • Santa Maria del Giglio
  • Santa Maria della Pietà
  • Santa Maria del Soccorso
  • Santa Cristina a Pimonte
  • Sant’Agostino
  • San Domenico
  • San Francesco
  • San Fabiano
  • San Niccolò
  • Spirito Santo
  • Santi Caterina de’ Ricci e Vincenzo Ferrer ist seit 1947 eine Basilica minor

Palazzi und Villen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Palazzo Pretorio
  • Palazzo Comunale
  • Palazzo Datini
  • Collegio Cicognini
  • Palazzo Vai
  • Palazzo Banci Buonamici
  • Palazzo degli Alberti
  • Villa del Palco

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Textilindustrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele italienische Stofffabriken wurden im globalen Wettbewerb insolvent und vermieten nun ihre Werkshallen an einen der um die 3.700 chinesischen Betriebe, die den Ruf haben, schnell zu produzieren. Viele der chinesischen Arbeiter wohnen auf Zwischendecken, die in den Werkshallen eingezogen wurden. Die Arbeiter werden nach Stückzahlen bezahlt und verdienen bei bis zu 18 Stunden Arbeit am Tag bis zu 4.000 Euro im Monat. Am 1. Dezember 2013 starben sieben Chinesen, als „Teresa Moda“, eine der vielen Textilfabriken im Industriegebiet Macrolotto im Süden von Prato, abbrannte und die Gegebenheiten in die Schlagzeilen brachte.[4]

Chinatown[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 200.000 Einwohnern sind 50.000 Chinesen, nicht gezählt sind mehrere Zehntausende illegale Chinesen, die Prato zur drittgrößten Stadt Mittelitaliens anwachsen ließen.[4] 5000 chinesische Betriebe sind gemeldet.[4] Bei einer Gewerbeanmeldung wird der Wohnsitz der Eigentümerin nicht überprüft. Enrico Rossi, der Präsident der Region Toskana, möchte die Sklaverei beenden und sagt, dass „nirgendwo in Mittel- und Norditalien und vielleicht sogar nirgendwo in Europa mehr schwarzgearbeitet wird“[4]. In der Stadt hat sich eine Chinatown gebildet.[4] Per Money Transfer werden täglich bis 1,5 Mio. Euro nach China überwiesen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prato unterhält Städtepartnerschaften mit[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Prato geborene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Prato – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.
  2. Globalisierung: Die gelben Italiener, Der Spiegel, 4. September 2006
  3. Chinesen in Italien, Die Zeit, 2. August 2014
  4. a b c d e Conrad Lay: ILLEGALE TEXTILFABRIKEN – Bangladesch in der Toskana, DeutschlandfunkHintergrund vom 1. März 2014
  5. Comune di Prato – I gemellaggi della città di Prato, abgerufen am 20. Januar 2018