Andreas Brandt (Maler)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Andreas Brandt (* 29. Dezember 1935 in Halle (Saale); † 4. Januar 2016 in Niebüll[1]) war ein deutscher Maler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andreas Brandt begann 1954 ein Biologie-Studium an der Universität Halle. 1955 siedelte er nach West-Berlin um, wo er bis 1961 an der Hochschule für bildende Künste Berlin bei Ernst Schumacher ein Kunststudium absolvierte. Dann arbeitete er als freier Maler und war von 1982 bis 2001 Professor für Textildesign an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. 1970 hatte er eine Gastdozentur an der HfbK Berlin inne.

Andreas Brandt war Mitglied im Deutschen Künstlerbund, an dessen Jahresausstellungen er zwischen 1966 und 1980 achtmal teilnahm.[2] Er lebte und arbeitete ab 1986 in Niebüll.

Von 1960 bis 1962 war Andreas Brandt mit der Malerin Sarah Haffner verheiratet. Aus dieser Ehe stammt der Fotograf David Brandt.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brandt gilt als ein Vertreter der Konkreten Kunst. Ab 1970 beschäftigte er sich mit der systematischen Verteilung von kräftig farbigen, schwarzen oder grauen Linien auf weißem Grund. Zunächst arbeitete Brandt nur mit Vertikalen auf Querformaten. Später kamen auch horizontale Linien und Hochformate hinzu.

In seiner Beschränkung auf gerade, gleich breite Linien oder Streifen auf monochromen Hintergründen gehörte Brandt zu den radikalsten und kargsten konkreten Malern. Er erforschte die Balance der Flächen und die Verhältnisse der Farben, und erhöhte durch die Sparsamkeit seiner Mittel die Wirkung des einzelnen Bildelements und den Neuigkeitswert kleinster Veränderungen zwischen Bilderserien. Für viele Betrachter entsteht in seinen Bildern eine unerwartete Räumlichkeit und die Elemente gewinnen eine gewisse Vibration.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes
  • 1962 Emil-Nolde-Stipendium
  • 1975–76 US-Stipendium, einjähriger Aufenthalt in New York
  • 1977 Kunstpreis Berlin (Förderpreis)
  • 1977–1978 Emil-Nolde-Stipendium, einjähriger Aufenthalt in Seebüll
  • 1990 Camille-Graeser-Preis, der Camille Graeser Stiftung, Zürich
  • 1995 Fred-Thieler-Preis für Malerei, Berlin
  • 2002 Nordfriesischer Kulturpreis für Literatur, Musik und Kunst

Werke in öffentlichen Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Berlinische Galerie, Berlin
  • Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett
  • Bundesministerium des Inneren, Sammlung der Bundesrepublik Deutschland, Bonn/Berlin
  • Arithmeum, Universität Bonn, Institut für Diskrete Mathematik, Bonn
  • Quadrat Bottrop, Josef-Albers-Museum Bottrop
  • Musée de Cambrai, Cambrai
  • Staatliche Kunstsammlungen, KupferstichKabinett, Dresden
  • Hubertus Schoeller Stiftung, Düren
  • Hamburger Kunsthalle, Hamburg
  • Museum für konkrete Kunst, Ingolstadt
  • Kunsthalle zu Kiel, Kiel
  • Musée des Ursulines, Donation Reprères, Mâcon
  • Musée de l’Art Concret, Donation Albers-Honegger, Mouans-Sartoux
  • Staatliche Graphische Sammlung, München
  • Sammlung der Stadt Neu-Ulm
  • Städtische Sammlung Niebüll
  • Sammlung Domnick, Nürtingen
  • studio a, Museum gegenstandsfreier Kunst, Otterndorf
  • Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Schloss Gottorf, Schleswig
  • Sammlung Schaufler, Sindelfingen
  • Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Staatsgalerie Stuttgart
  • Kunstmuseum Stuttgart, Stuttgart
  • Sammlung DaimlerChrysler
  • Satoru Sato Art Museum, Tome / Japan
  • Museum Ritter Waldenbuch
  • Museum im Kulturspeicher, Sammlung Peter C. Ruppert, Würzburg
  • Von der Heydt-Museum, Sammlung Hildegard und Dr. Jürgen W. Holze, Wuppertal
  • UBS AG Zürich

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Traueranzeige Andreas Brandt, FAZ, 9. Januar 2016
  2. kuenstlerbund.de: Ausstellungen seit 1951 / ’66, ’68, ’69, ’71, ’73, ’78, ’79, ’80 (abgerufen am 9. Januar 2016)