Sarah Haffner

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Sarah Haffner (* 27. Februar 1940 in Cambridge) ist eine deutsch-britische Malerin und Autorin.

Selbst, 2002, 1,20m x 1,00m, Mischtechnik auf Leinwand

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sarah Haffner wurde 1940 in Cambridge, England, geboren, wohin ihre Eltern Sebastian Haffner und seine Frau Erika 1938 emigriert waren. 1954 zog sie mit ihrer Familie von London, wo Sarah Haffner aufwuchs, nach Deutschland um. Unterbrochen von Auslandsaufenthalten in Paris und London, lebt und arbeitet Sarah Haffner seitdem im ehemaligen West-Berlin, wo sich ihre Familie niederließ. Nachdem sie ein Jahr die Meisterschule für das Kunsthandwerk in Berlin besucht hatte, begann sie mit 17 Jahren ihr Kunststudium an der Hochschule der Künste. Nach der Grundlehre kam sie in die Fachklasse für Malerei von Ernst Schumacher. Von 1960 bis 1962 war sie verheiratet mit dem Maler Andreas Brandt. Wegen der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes David unterbrach Sarah Haffner ihr Studium und war fortan als freischaffende Künstlerin tätig. Ihren Abschluss an der Kunsthochschule holte sie 1973 nach.

Neben ihrer Tätigkeit als Bildende Künstlerin und Autorin war Sarah Haffner von 1969 bis 1986 an verschiedenen Hochschulen als Dozentin tätig. Im Jahr 1969 beschloss Sarah Haffner, wieder nach England zu ziehen, nicht zuletzt, um Abstand zur dogmatisch gewordenen Studentenbewegung zu bekommen. An der Watford School of Art war sie als Dozentin für Farbe tätig. 15 Monate dauerte der Aufenthalt in London, dann kehrte Sarah Haffner mit ihrem Sohn nach Berlin zurück. Ihre Erfahrung in der Lehre verhalf ihr kurz nach ihrer Rückkehr 1971 zu einer Anstellung bei der 1. Staatlichen Fachschule für Erzieher. Sie unterrichtete dort bis 1981 das Fach „Kinderspiel und Arbeit“. Von 1980 bis 1986 lehrte Sarah Haffner an der Hdk.

1975 arbeitete Sarah Haffner an einer Fernsehdokumentation über Frauenmisshandlung und englische Frauenhäuser, nach vergeblichen Versuchen, einer betroffenen Nachbarin über Polizei und Ämter zu helfen. Die Dokumentation zog die Finanzierung des bundesweit ersten Frauenhauses in Berlin nach sich, in dem Sarah Haffner sechs Monate ehrenamtlich tätig war.

Sarah Haffner lebt und arbeitet im Berliner Stadtteil Charlottenburg.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malerin

Sarah Haffners thematisches Spektrum umfasst Porträts, Stillleben, Landschaften und Stadtansichten. Seit 1985 hat sich ihre gegenständlich-figurative Malweise von einer additiven, stark am Gegenstand orientierten hin zu einer zunehmend abstrahierenden Darstellungsart entwickelt. Ihre tektonisch gebauten und streng komponierten Bilder sowie die reduzierte Bildsprache lassen Formen als Farbflächen erscheinen. Im scheinbaren Gegensatz zu der strengen Formensprache steht die intensive Farbigkeit ihrer Arbeiten. Sie setzt Farbe nicht naturalistisch, sondern expressiv und zugleich räumlich ein. Zu blauen und grünen Farbtönen hat sie eine besondere Neigung. Nicht selten verstärkt die Farbgebung die Stimmung der Isolation und Melancholie, die von den häufig sehr ruhigen Szenen und Ansichten ausgeht.

Sarah Haffner nutzt die figürlich-gegenständliche Malweise, um Stimmung und Atmosphäre widerzuspiegeln. Die auf den ersten Blick sehr persönlich wirkenden Momente sind dabei häufig Spiegelbilder allgemeiner Erfahrungen, mit denen Sarah Haffner gesellschaftliche Realitäten offenlegt, ohne dabei agitatorisch zu wirken.

Seit 2004 arbeitet Sarah Haffner mit einer selbst entwickelten Mischtechnik: Tempera und Pastell. Neben großformatigen Leinwänden und überlebensgroßen Darstellungen arbeitet sie auch mit kleineren Papierformaten (insbesondere für abstrahierte Landschaften) und druckt Grafiken (Siebdrucke und Lithografien)

Schriftstellerin

Sarah Haffner ist Herausgeberin und Autorin des Buches 'Gewalt in der Ehe und was Frauen dagegen tun' sowie Macherin des Films 'Schreien nützt nichts. Brutalität in der Ehe'. Sie veröffentlichte zahlreiche Kataloge, die sowohl Bilder als auch Prosatexte enthalten. 1982 erschien ihr Gedichtband 'Graue Tage. Grüne Tage' und im Jahr 2001 'Eine andere Farbe' mit autobiographischen Geschichten. Sarah Haffner schrieb Beiträge für Anthologien und Kataloge, Zeitschriften und Zeitungen.

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1965: Galerie Benjamin Katz, Berlin
  • 1980: Galerie am Savignyplatz, Berlin
  • 1990: Bawag Foundation, Wien
  • 1991/92: Biuro Wystaw Artystycznych, Szczecin
  • 1992: Galerie am Pariser Platz, Akademie der Künste, Berlin
  • 1994/95: Kunstraum St. Virgil, Salzburg
  • 2000: Galerie Poll, Berlin
  • 2010: Galerie Tammen, Berlin
  • 2015: Museum Pankow

Öffentliche Sammlungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Berlinische Galerie
  • Deutscher Bundestag
  • Deutsches Historisches Museum, Berlin
  • Jüdisches Museum, Berlin
  • Stiftung Stadtmuseum, Berlin
  • Bawag Foundation, Wien

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haffner, Sarah: Gewalt in der Ehe und was Frauen dagegen tun. Wagenbach, 1976.
  • Haffner, Sarah: Graue Tage. Grüne Tage. Gedichte, Siebdrucke. Edition Mariannenpresse, 1982.
  • Haffner, Sarah: Bilder und Texte. Elefanten Press, 1986.
  • Haffner, Sarah: Drinnen und Draußen. Galerie am Chamissoplatz, 1988.
  • Haffner, Sarah: Bilder 1979 – 1989. Kunstverein Freiburg, 1989.
  • Haffner, Sarah: Unterwegs. Bilder und Texte. Elefanten Press, 1995.
  • Haffner, Sarah: Im blauen Raum. Bilder und Geschichten. : Transit, 2000.
  • Haffner, Sarah: Eine andere Farbe. Geschichten aus meinem Leben. : Transit, 2001.
  • Haffner, Sarah: Blaulicht. Bilder, Zeichnungen, Texte. Alexander Verlag, 2010.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]